Ratgeber

Warentest prüft Pedigree & Co. Jedes zweite Hundefutter fällt durch

Futterhersteller werben mit hochwertigen Zutaten und appetitlichen Rezepturen. Am Ende zählt aber vor allem, ob das Hundefutter dem Tier die nötigen Nährstoffe liefert. Viele teure Anbieter versagen hier.

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Wer seinen Hund gut versorgen will, kann auch zu Discounterfutter greifen.

(Foto: imago stock&people)

1,204 Milliarden Euro haben Deutschlands Hundebesitzer im Jahr 2013 für die Ernährung ihrer Vierbeiner ausgegeben. Eine Dose Feuchtfutter kann je nach Marke 50 Cent kosten, aber auch drei Euro. Doch wer glaubt, seinem Liebling mit teurem Futter automatisch etwas Gutes zu tun, ist auf dem Holzweg, wie eine Studie der Stiftung Warentest zeigt. 30 Alleinfutter wurden fürs neue "Test"-Heft ins Labor geschickt, jedes zweite fiel durch – darunter auch viele der vermeintlich wertigen Markenprodukte.

Alle der Testkandidaten waren als Alleinfutter ausgewiesen. Das heißt, dass sie dem Hund alles liefern sollten, was er braucht, also den richtigen Mix von Vitaminen, Mineralien, Fettsäuren und Aminosäuren. So eine ausgewogene Nährstoffmischung konnten nur acht der dreißig Produkte im Test gewährleisten. Bei anderen gab es Defizite – und die können auf Dauer verheerende Folgen haben. Hunde brauchen zum Beispiel dreimal so viel Kalzium wie der Mensch. Enthält das Futter zu wenig, leiden langfristig die Knochen. Erstes Symptom eines Kalziummangels ist ein morscher Kiefer, der Hund kann dann nicht mehr richtig zubeißen. Später werden andere Knochen brüchig. Bei vier Produkten im Test sei Kalziummangel vorprogrammiert gewesen, so die Stiftung Warentest. Darunter auch beim Yarrah, einem von zwei vegetarischen Produkten im Test.

Vegetarisch kann klappen

Grundsätzlich sei eine vegetarische Ernährung für Hunde machbar, schreibt "Test". Voraussetzung: Das Futter enthält Milchprodukte und Ei und es seien Vitamine und Mineralstoffe zugesetzt. Im Labor fielen aber sowohl Yarrah als auch das vegetarische Futter von Biopur durch. Doch auch viele fleischhaltige Futter erwiesen sich als ungeeignet, zumindest für die Alleinfütterung. Häufig mangelte es an Linolsäure, die für Haut und Fell des Hundes wichtig ist. Viele Hersteller sparten auch an Vitamin B1, das künstlich zugesetzt werden muss, weil es nicht in ausreichender Menge in der Nahrung vorkommt.

Manchmal fanden die Tester auch zu viel des Guten, so wurde das teure "Strong Mustang"-Futter von Pure Instinct abgewertet, weil der Kadmiumgehalt die zulässigen Grenzwerte sprengte. Auf der Pure-Instinct-Dose prangt ein Wolfsgesicht, doch das locke Hundehalter auf die falsche Fährte, moniert "Warentest". Der Hund sei eben schon lange kein Wolf mehr, der sich seine Beute reiße und dann das mit Haut und Haar verspeise. Um optimales Futter zu bekommen, sei er auf den Menschen angewiesen.  Und anders als sein Urahn könne er auch Stärke gut verdauen. Getreide im Futter sei deshalb kein Problem.

Wertvolle Innereien

Tierische Nebenprodukte im Futter sind den Experten zufolge sogar erwünscht. Filet und Muskelfleisch mögen appetitlicher erscheinen – die wichtigen Nährstoffe sitzen aber oft in Leber, Herz oder Innereien. Wird auf der Verpackung mit speziellen Tierarten geworben, heißt das übrigens nicht viel. Nur vier Prozent des jeweiligen Tiers müssen enthalten sein. Und manchmal gelingt nicht einmal das. Im "Rentier"-Futter des schwedischen Herstellers Bozita lag der Rentier-Anteil bei null Prozent. Happy Dog hingegen verspricht zwar 100 Prozent Rind, in der Dose fanden sich aber auch Huhn und Schwein.

Wer seinen Hund umfassend versorgen will, muss nicht mehr als 49 Cent pro Dose ausgeben. So viel kosten 400 Gramm "Winston Schlemmertopf" bei Rossmann. Ernährungsphysiologisch "sehr gut" schnitten auch die Discounter-Futter von Netto und Aldi Nord ab, außerdem die Handelsmarken von Edeka, Kaufland und Rewe. Alle sind für höchstens 59 Cent zu haben. Wer lieber auf Markenware vertraut, kann mit Pedigree und Cesar nicht viel falsch machen, eine weitere Bestnote bekam das Premiumfutter Hill's ideal Balance. Als einziges Biofutter im Test konnte Bioplan Paté von Fressnapf überzeugen.

Quelle: ntv.de, ino