Ratgeber

Schöner Schein Kerzen, Fackeln und Co für die Stimmung

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Auch Fackeln erzeugen einen schönen Schein .

Lagerfeuer, Fackeln oder Kerzen tauchen den Garten am Abend in ein stimmungsvolles Licht. Solche Lichtquellen eignen sich aber nicht für jeden Garten. Und auch Sicherheitsaspekte müssen bedacht werden.

Offenes Feuer hat eine beinahe magische Wirkung. Es wärmt nicht nur, sondern zaubert auch eine besondere Stimmung herbei. Das Spiel der Flammen eines Lagerfeuers im Garten ist Romantik pur. Aber selbst kleine Feuerquellen schaffen eine behagliche Atmosphäre und tun der Seele gut.

An warmen Sommerabenden werden zu vorgerückter Stunde gern Kerzen und Windlichter angezündet. Auch Fackeln erzeugen einen schönen Schein. Allerdings sollte man beachten, dass sie ein sehr helles, punktförmiges Licht verbreiten. "Werden die Fackeln im Garten verteilt, nimmt man sie als grelle, bewegliche Lichtpunkte wahr. Der Rest des Gartens verschwindet leider im Dunkeln", sagt Yvonne Göckemeyer vom Bund Deutscher Landschaftsarchitekten.

Fackeln eignen sich zum Beispiel gut als Wegmarkierung, führt die Landschaftsarchitektin weiter aus. "Wer seinen Garten jedoch mit schönem Licht in Szene setzen möchte, sollte lieber LED-Lampen wählen, die Gehölze, kleine Kunstwerke oder eine historische Hausfassade indirekt beleuchten", lautet ihr Tipp.

Wärmende Feuerschalen im Herbst

Zum Herbst hin gibt es dann öfter größere Feuer, die auch wärmen. Feuerschalen und -körbe bieten die Möglichkeit, das Flammenspiel an verschiedenen Stellen zu genießen. "Im Garten kann es ja, je nach Jahreszeit, unterschiedliche Lieblingsplätze geben", weiß Göckemeyer. Mit einem Gefäß, in dem das Feuer sicher brennt, ist man sehr flexibel und kann alle Lieblingsplätze erreichen.

Sehr schöne Lichteffekte kann man zum Beispiel mit einem Feuer in einer Metalltonne erzeugen, die an der Seite mehrere Löcher hat. Die Landschaftsarchitektin warnt: "Aber Vorsicht, nicht anfassen!"

Feuerschalen und -körbe gibt es aus unterschiedlichsten Materialien, vom rustikalen Gusseisen bis hin zu Designerstücken aus Keramik oder Edelstahl, erklärt Michael Henze vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau. Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, dass das Material besonders hitzebeständig ist. "Bei Keramik kann man da durchaus an Grenzen stoßen."

Im Trend liegen derzeit Feuerschalen aus Cortenstahl mit einem Rostlook. Sie halten hohe Temperaturen aus und verändern ihr Aussehen nicht. Anders ist es bei preisgünstigen Feuerstellen aus Metall im Garten, die können rosten und sehen irgendwann nicht mehr schön aus, so Henze.

Bei Standortwahl auf Umgebung achten

Bei der Auswahl des Standortes für kleinere und größere Feuer sollte unbedingt an die Tier- und Pflanzenwelt im Garten gedacht werden. "In der Nähe von Bäumen oder sogar darunter wäre ein Feuer fehl am Platz", betont Göckemeyer. "Funken und Abgase könnten die Baumkronen beschädigen." Auch von Sträuchern und anderen Pflanzen sollte man sich fernhalten.

Am besten ist ein freier Platz im Garten. "Aber bitte nicht direkt auf dem Rasen, der würde darunter absterben", sagt die Landschaftsarchitektin. Unerlässlich sind Steinplatten oder spezielle Funkenplatten unter dem Feuerkorb.

Wer öfter Feuer machen oder sich einen festen Grillplatz im Garten bauen möchte, ist gut beraten, vorher beim Bauamt nachzufragen, ob eine Baugenehmigung notwendig ist. "Das ist bundesweit nicht einheitlich geregelt", erklärt Henze. "Aber gerade bei größeren Feuerstellen mit Sitzplätzen können regional unterschiedliche Vorschriften gelten."

So kann selbst das gelegentliche Entfachen von einem Lagerfeuer auf dem eigenen Grundstück untersagt sein. Zum Beispiel wegen langer Trockenheit oder beim Verbrennen von Laub, Strauchwerk oder Gartenabfällen. Auch auf Nachbarn sollte Rücksicht genommen werden, damit sie nicht durch Hitze, Rauch und Funkenflug belästigt werden.

Lagerfeuer mit Steinwall schützen

Für ein Lagerfeuer braucht man einen windgeschützten Platz mit festem Untergrund. Das Feuerholz wird in der Mitte in einer Feuergrube im Boden aufgeschichtet. "Rund um die Grube sollten in einiger Entfernung Steine verlegt werden, damit sich das Feuer nicht auf dem Boden ausbreiten kann", sagt Henze. Sie müssen unbedingt hitzebeständig sein, so wie Schamott, Sandstein oder Granit.

Kalksteine wie Marmor sind dagegen keine gute Lösung, denn die könnten bei zu großer Wärme Risse bekommen oder sogar explodieren. Sitzgelegenheiten dürfen nicht zu nah am Feuer aufgestellt werden. Je größer das Feuer, desto weiter entfernt müssen die Sitzbänke platziert werden.

Bei jedem offenen Feuer steht Sicherheit an oberster Stelle

Der Platz für das Lagerfeuer oder den Außengrill sollte generell nicht zu riesig ausfallen, sondern sich an der Anzahl und den Wünschen der Bewohner orientieren, rät Göckemeyer. "Maßstab ist nicht das Familienfest mit 30 Personen, die ihr Stockbrot in die Flammen halten, sondern der Alltag. Wenn man allein oder zu zweit vor einem überdimensionierten Feuer sitzt, macht das keinen Spaß." Ein gemütlicher Platz am Lagerfeuer lässt sich schon auf einem Kreis mit drei Metern Durchmesser einrichten.

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So romantisch ein Feuer im Garten auch sein mag, im Vordergrund steht die Sicherheit. Bei starker Trockenheit, Wind oder Waldbrandgefahr darf kein Feuer gemacht werden. Jeder, der ein Lagerfeuer entzündet oder betreibt, ist für die Folgen bei einem eventuellen Brandschaden verantwortlich, informiert die Berliner Feuerwehr.

Das Feuer darf nicht unbeaufsichtigt sein und es müssen Löschgeräte wie Eimer mit Wasser, angeschlossene Garten-Wasserschläuche oder geeignete Feuerlöscher in unmittelbarer Nähe bereitstehen.

Quelle: ntv.de, Katja Fischer, dpa