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Tagsüber arbeiten, abends Uni Kindergeld während des Masterstudiums?

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Grundsätzlich anspruchsberechtigt ist jeder, der ein Kind in seinem Haushalt aufzieht und das Sorgerecht hat.

(Foto: imago/Rüdiger Wölk)

Grundsätzlich kann Kindergeld bis zur Vollendung des 25. Lebensjahres gezahlt werden. Zum Beispiel dann, wenn das Kind nach seinem Schulabschluss ein Studium oder eine Ausbildung absolviert. Allerdings darf eine etwaige Erwerbstätigkeit nicht im Vordergrund stehen.

Bei einem dualen Studium kann der Kindergeldanspruch verlorengehen, wenn nach dem Bachelor bereits die berufliche Tätigkeit im Vordergrund steht. Auch sonst steht nach einem ersten Ausbildungsabschluss eine mehr als halbe Stelle dem Anspruch der Eltern auf Kindergeld oder den steuerlichen Kinderfreibetrag entgegen, wie der Bundesfinanzhof (BFH) in München entschied. (Az.: III R 26/18)

Im Streitfall hatte die heute 25-jährige Tochter nach ihrem Abitur einen dualen Studiengang im Fach Betriebswirtschaftslehre begonnen. Die duale Ausbildung umfasste nebenher eine praktische Ausbildung in einem Betrieb.

Nicht mehr als eine halbe Stelle

Nach dem Bachelorabschluss 2015 folgte ein darauf aufbauender Masterstudiengang in Wirtschaftspsychologie. Die Studienveranstaltungen fanden allerdings abends und auch samstags statt. Denn gleichzeitig ging die Tochter bereits einer Vollzeitbeschäftigung bei ihrem Ausbildungsbetrieb nach. Daher strich die Familienkasse der Mutter das Kindergeld. Der BFH wies die dagegen gerichtete Klage nun ab.

Hintergrund ist, dass ein Anspruch auf Kindergeld nur während der Erstausbildung besteht. Zwar könnten mehrere Ausbildungsabschnitte zu einer einheitlichen Erstausbildung zusammengefasst werden, wenn sie in einem sachlichen und zeitlichen Zusammenhang stehen. Das gelte aber nicht mehr, wenn die Kinder einer Erwerbstätigkeit im Umfang von mehr als einer halben Stelle nachgehen.

Zur Begründung erklärten die Münchner Richter, die Ausbildung ähnele sonst mehr einer berufsbegleitenden Weiterbildung. Für die Abgrenzung komme es darauf an, ob die Berufstätigkeit im Vordergrund steht.

Hinweise darauf könnten auch ein langfristiger Arbeitsvertrag von mehr als einem halben Jahr sein oder der Umstand, dass sich die Ausbildung organisatorisch an den Erfordernissen der Erwerbstätigkeit orientiert. All dies war hier erfüllt, so dass ein Anspruch auf Kindergeld nicht mehr bestand.

Das Kindergeld erhöht sich ab 1. Juli um 10 Euro. Derzeit erhalten Bezugsberechtigte für das erste und zweite Kind je 194 Euro, für das dritte 200 Euro und für jedes weitere 225 Euro.

Quelle: n-tv.de, awi/dpa

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