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Prioritäten finden Magisches Dreieck hilft bei Geldanlage

Sicherheit, Liquidität und Rendite - diese drei Ziele bilden die Ecken des magischen Dreiecks der Geldanlage. Foto: Andrea Warnecke

Sicherheit, Liquidität und Rendite - diese drei Ziele bilden die Ecken des magischen Dreiecks der Geldanlage.

(Foto: dpa-tmn)

Wer Geld anlegen will, kommt am magischen Dreieck nicht vorbei. Mit Zauberei hat das zwar wenig zu tun. Orientierung können die drei Werte Sicherheit, Rendite und Verfügbarkeit aber geben.

Ein geringes Risiko, hohe Rendite und ständige Verfügbarkeit - so sähe wohl die perfekte Geldanlage aus. Investoren wissen aber: Wer sein Geld anlegt, muss meistens Kompromisse zwischen den drei Punkten des magischen Dreiecks eingehen. Denn: "Es gibt keine Geldanlage, die alle drei Ecken gleichwertig bedient", sagt Kerstin Hußmann-Funk von der Verbraucherzentrale Hamburg.

Die Punkte Sicherheit, Rendite und Liquidität stellen für Anleger aber eine gute Orientierung dar, um eigene Prioritäten und die entsprechende Geldanlage einschätzen zu können, sagt die Expertin.

Bevor das Geldanlage-Dreieck zum Thema wird, sollten sich vor allem junge Sparer Gedanken um mögliche existenzielle Risiken machen und diese absichern. Wichtig sei, eine Privathaftpflichtversicherung und nach Möglichkeit eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Erst dann sollten die Themen Geldanlage und Altersvorsorge angegangen werden. Ein Überblick:

Liquidität

Innerhalb des magischen Dreiecks steht für junge Anleger die Liquidität an erster Stelle, sagt Hußmann-Funk. "In aller Regel muss man sich erst mal ein finanzielles Polster zusammensparen, auf das man kurzfristig zurückgreifen kann. Dieses Polster muss sicher, aber auch jederzeit verfügbar sein."

Michael Beumer von der Stiftung Warentest empfiehlt Anlegern, für kurzfristige Anschaffungen eine finanzielle Reserve von zwei bis drei Monatsgehältern anzusparen.

Andrea Heyer von der Verbraucherzentrale Sachsen rät dazu, Alltagsausgaben auf Sparmöglichkeiten zu prüfen. Das könne von Telekommunikations- bis zu Versicherungsverträgen reichen. Denn wer sich unter Umständen günstiger versichern kann, verfügt über mehr Liquidität, die wiederum Geldanlagen zugutekommt.

Der klassische Weg führt dabei zum Tagesgeldkonto. Das befinde sich als Anlage im Dreieck zwar weit weg von der Rendite, da es nur wenige Zinsen abwirft. "Wer Geld ganz sicher wissen möchte und sich nicht für lange Zeit binden kann, der muss Einbußen bei der Rendite hinnehmen", sagt Heyer. Zur Bildung einer finanziellen Rücklage lohne sich der Sparprozess aber auch in Niedrigzinsphasen.

Sicherheit

Wem das Thema Sicherheit wichtiger ist, für den bieten sich festverzinste Sparformen an, meint Hußmann-Funk. Das könnten beispielsweise Banksparpläne oder Festgeld sein. Dabei zahlt der Sparer über einen bestimmten Zeitraum einen gewissen Betrag zu einem vorab festgelegten Zinssatz ein.

Das ist vor allem bei planbaren Anschaffungen, auf die man mittelfristig sparen kann, eine sinnvolle Anlageform, sagt Beumer. Wer zu einem bestimmten Zeitpunkt auf sein Geld angewiesen sei, könnte bei Aktienanlagen je nach Kursschwankungen einen erheblichen Nachteil haben.

Diese Einlagengeschäfte gelten laut Heyer außerdem wegen der gesetzlichen Einlagensicherung als besonders sicher. Darüber hinaus gibt es in Deutschland noch eine freiwillige Einlagensicherung, die über das gesetzliche Maß hinausgeht.

"Diese Sicherheit bedeutet aber eben auch, dass man Abstriche bei der Rendite machen muss", sagt Heyer. Man dürfe auch nicht Rendite und Zins gleichsetzen. In vielen Fällen müssen bei der Rendite zusätzliche Nebenkosten, aber auch mögliche Zinseszinseffekte berücksichtigt werden.

Heyer rät außerdem dazu, mögliche staatliche Förderungen zu prüfen. Das können Arbeitnehmersparzulagen, Wohnungsbauprämien oder Riester-Zulagen sein. Da diese Förderungen meist an bestimmte Laufzeiten gebunden sind, sei das ein guter Schritt hin zu längerfristigen Bindungen. In einem nächsten Schritt können dann renditeorientiertere Sparformen infrage kommen.

Rendite

Da die Zinsen derzeit sehr niedrig stehen und fest verzinste Sparformen kaum Rendite abwerfen, sollten junge Sparer nicht nur auf Sicherheit setzen, rät Hußmann-Funk. Wer früh anfängt, habe einen langen Anlagehorizont und könne durchaus etwas mehr Risiko eingehen. Dazu eignen sich beispielsweise ETF-Fondssparpläne, die auf einen weltweiten Index setzen.

Für diese sollte man einen Anlagehorizont von 10 bis 15 Jahren einplanen, rät die Expertin. In der Rückschau habe diese Form der Anlage gute Renditen erwirtschaftet. Ein weiterer Vorteil: Mit Fondssparplänen bleiben Anleger auch mit Bezug auf die Sparrate flexibel, denn sowohl Laufzeit als auch Sparrate kann man an seine persönliche Situation anpassen.

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Um das Verlustrisiko zu minimieren, empfiehlt Heyer grundsätzlich breit aufgestellten Fonds, die nicht nur auf eine Branche oder ein Land setzen. Außerdem sollte auch bei Fonds unbedingt auf deren Kosten geachtet werden.

Beumer rät, bei Aktienanlagen einen Zeithorizont von fünf Jahren zu berücksichtigen, in dem man je nach Kursständen und Risikoneigung seine Anlagen reduzieren kann. Wichtig sei grundsätzlich eine unabhängige Beratung. Anleger sollten deswegen immer skeptisch bleiben und hinterfragen, wer wie an einem Vertragsschluss verdient, erklärt Hußmann-Funk.

Quelle: ntv.de, Elena Burbach, dpa