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32-mal Classic-Zisch im Test Die besten Mineralwässer gibt's für 0,17 Euro

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Zwei Markenwässer versprechen zu viel.

(Foto: imago/Ulrich Roth)

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Mineralwasser? Immer her damit. Egal, ob Hitzewelle oder nicht. Gerne auch stark sprudelnd. Bleibt zu hoffen, dass bei so viel Durst auch die Qualität stimmt. Warentest nimmt einen Schluck aus der Pulle und stellt unter anderem fest, dass nicht jedes Wasser ursprünglich rein ist.

Der Pro-Kopf-Verbrauch von Mineral- und Heilwasser hat sich Deutschland in den letzten 50 Jahren nahezu verzehnfacht. Nur Kaffee ist als Getränk beliebter. Es sei denn, es läuft Fußball. Dann wird auch ganz wie in vergangenen Tagen zum Bier gegriffen. Ansonsten löschen die Deutschen ihren Durst massiv mit Mineralwasser. Rund 130 Liter davon werden hierzulande pro Jahr und Person getrunken.

Insbesondere bei großer Hitze wird derart versucht, dem Körper verloren gegangene Mineralien zurückzugeben. Die stammen aus Gesteinsschichten, durch welches Regenwasser bis zur Quelle gesickert ist. Auf dem Weg dahin kann das Wasser dann Mineralien aufnehmen. Und leider auch weniger wünschenswerte Stoffe wie etwa Arsen oder Uran. Oder Pestizide, die von Äckern versickern, sich auf der Reise nach unten zu Abbauprodukten zersetzen und so auch in der einen oder anderen der 800 anerkannten Mineralquellen in Deutschland wiederfinden. Abgesehen davon muss Mineralwasser laut Gesetz aus unterirdischen, vor Verunreinigungen geschützten Wasservorkommen stammen.

32 Classic-Wässer im Warentest

Ungeachtet dessen können Verbraucher in Deutschland aus über 500 Mineralwässern wählen, je nach Vorliebe als stille Variante oder mit Kohlensäure versetzt. Bleiben wir bei letzterer, dem stark sprudelndem Mineralwasser. Die Stiftung Warentest hat sich 32 Classic-Wässer untersucht und geschaut, ob sie kritische Stoffe enthalten, ob teure Marken besser als preis­werte Eigenmarken sind und ob der Konsum der Flaschenwasser tatsächlich ein Plus an Mineralstoffen bringt.

Ergebnis: Top-Wässer gibt es ab 0,17 Euro pro Liter. Zwei Markenwässer dagegen versprechen zu viel. Eins fällt geschmacklich negativ auf. Zudem ist nicht jedes Wasser ursprünglich rein, Spurenstoffe von oberirdischen Verunreinigungen häuften sich im Test, ob Süßstoffe oder Abbauprodukte von Pestiziden und Waschmitteln. Spuren davon fand Warentest vermehrt im aktuellen Mineralwasser-Test. Betroffen waren 9 von 32 Produkten. Die Mengen der Spurenstoffe im Test sind zwar gesundheitlich unbedenklich, bei den Produkten stellt sich aber die Bezeichnung "natürliches Mineralwasser" infrage.

Einmal Bio-Qualität, die keine ist

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Insgesamt schnitten viele Wässer "gut" oder "sehr gut" ab. Das am schlechtesten bewertete Produkt war das "Carolinen Classic". Es wirbt mit Bio-Qualität, liefert diese aber nicht. Es enthielt Spurenstoffe aus der Umwelt. Dafür gab es in der Deklaration ein "mangelhaft", insgesamt schneidet das Wasser knapp "ausreichend" ab. Auf dem vorletzten Platz im Test landet "Rheinfels Quelle". Es schmeckt deutlich nach Kunststoff.

Die besten und preiswertesten Classic-Wässer für 0,17 Euro je Liter im Test bieten "Lidl Saskia" (Quelle Löningen), Penny ("Wald Quelle") und Rewe Ja ("Quintus-Quelle"). Mit dem Markenwasser "Aquintus" für 0,37 Euro gehören sie zu den acht mit "sehr gut" bewerteten Wässern. Viele Mineralstoffe liefern "Gerolsteiner" und "Residenz Quelle", beide sind insgesamt "gut". Mit je 0,50 Euro pro Liter sind sie aber recht teuer.

(Dieser Artikel wurde am Mittwoch, 22. Juni 2022 erstmals veröffentlicht.)

Quelle: ntv.de, awi

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