Ratgeber

Indexfonds erste Wahl Nicht mehr als ein Fünftel deutsche Aktien

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Wer sich regional beschränkt, läuft Gefahr, hohe Verluste einzufahren.

(Foto: imago/Xinhua)

Heimatverbundenheit ist schön. Bei der Geldanlage sollte sie aber nicht übertrieben werden. Ansonsten lauern Gefahren. Besser Anleger stellen sich breit auf, empfiehlt Finanztest.

Bei Aktien sind die Deutschen laut Stiftung Warentest nationalistisch: Bis zu 70 Prozent des Depots bestehen oft aus Anteilen deutscher Unternehmen. Allerdings empfehlen die Tester im aktuellen "Finanztest"-Heft einen maximalen Deutschland-Anteil von einem Fünftel. Sonst sei das Risiko eines schweren Verlusts zu hoch, sollte die deutsche Wirtschaft schrumpfen.

Dass Anleger bevorzugt in deutsche Aktien investieren, ist dennoch weit verbreitet und trägt die englische Bezeichnung "Home Bias", was in etwa mit "Vorliebe für heimische Aktien" übersetzt werden kann. Ein weiteres Argument gegen zu viel Heimatliebe ist, dass der Anleger nicht nur regional eingeschränkt ist, sondern auch ganze Branchen mit seiner Investition nicht abdeckt. So fehlt es in Deutschland beispielsweise an einem Nahrungsmittelkonzern wie Nestlé oder auch an Öl- und Rohstoffkonzernen.

Wer deutsche Aktien kaufen möchte, sollte laut "Finanztest" am besten in Fonds investieren, nicht in Einzeltitel. Der Grund ist ebenfalls die Mischung, die das Risiko verringert.

Die Erträge von Fonds sind demnach gut: In den vergangenen fünf Jahren habe etwa der deutsche Leitindex Dax neun Prozent jährlich hinzugewonnen. Der beste von Investmentbankern gesteuerte Fonds erzielte demnach im Schnitt ein Plus von 22,2 Prozent pro Jahr.

Trotzdem empfiehlt "Finanztest" maschinengesteuerte Fonds, sogenannte Exchange Traded Funds (ETF), die einen Index abbilden. Denn Indizes entwickelten sich auf lange Sicht besser als von Menschen verwaltete Fonds. Zudem werden für die ETF geringere Gebühren fällig als für aktiv gemanagte Fonds.

Laut Stiftung Warentest ist es zweitrangig, ob diese Fonds in den Dax oder einen anderen Index wie den FAZ-Index oder den MSCI Germany investieren. Auch ein Investment in kleinere Indizes wie den MDax oder den SDax könne sich lohnen.

Aktien aus diesen Indizes legten in den vergangenen Jahren im Schnitt stärker zu. Darauf setzten auch drei der vier von "Finanztest" empfohlenen Fondsmanager und fuhren damit hohe Gewinne ein. Wer einer solchen Spürnase vertraut, sollte laut "Finanztest" aber regelmäßig prüfen, wo das Geld gerade investiert wird.

Quelle: n-tv.de, awi/AFP

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