Ratgeber

Jeder sollte eine haben Notfallmappe hilft im Ernstfall

Eben noch mitten im Leben, plötzlich auf der Intensivstation, möglicherweise monatelang: So geht es jedes Jahr Tausenden von Menschen. Um die Angehörigen in solchen Fällen zu unterstützen, sollte man die wichtigen Informationen für den Ernstfall zusammentragen. Doch wo fängt man an, wo hört man auf?

25396958.jpg

Auf die Angehörigen kommt ein gewaltiger Haufen an Bürokratie zu.

(Foto: picture alliance / dpa)

Wenn Menschen älter werden, machen sie sich irgendwann Gedanken darüber, wie es nach ihrem Tod weitergeht. Sie setzen ein Testament auf und ordnen vielleicht in weiser Voraussicht ihre Unterlagen. Nicht jedem bleibt diese Zeit. Ein Unfall, ein Schlaganfall oder eine missglückte Routineoperation können Menschen mitten aus dem Leben reißen. Vielleicht ins Koma, schlimmstenfalls in den Tod.

Für die Angehörigen ist das schlimm. In einer Phase größten psychischen Drucks müssen sie tausend Dinge regeln. Sie müssen Arbeitgeber und Ämter informieren und sich in kürzester Zeit Überblick über Verträge, Versicherungen, Besitzverhältnisse und Bankverbindungen machen. Oft stellen sie dann fest, dass ihnen die Hände gebunden sind: an Konten kommen sie nicht heran, weil bei der Bank keine Vollmacht hinterlegt wurde, wichtige Kontakte bleiben im Handy unter Verschluss, weil keiner die PIN kennt, laufende Rechnungen können nicht bezahlt werden, weil niemand Zugriff aufs Online-Banking hat. Meistens müssen fast alle Informationen mühsam zusammengeklaubt werden. Manchmal geht selbst das nicht, weil die Daten nur im Kopf des Betroffenen stecken und nicht in Ordnern oder auf dem Rechner abgelegt sind.

Im Internet gibt's Hilfe

Wer es den Angehörigen leichter machen will, sollte die wichtigsten Informationen zentral zusammentragen, damit im Ernstfall alles schnell zur Hand ist. Doch wo fängt man an, wo hört man auf? Viele Einrichtungen, etwa für Senioren oder chronisch Kranke, halten sogenannte Notfallmappen bereit, in die man alles eintragen kann, was möglicherweise wichtig werden könnte. Junge und Gesunde denken aber nur selten so weit, Vorsorge für den Ernstfall zu treffen. Dabei gibt es auch im Internet gibt es diverse Möglichkeiten. Kostenlos ist beispielsweise die Notfallmappe auf allesnotiert.de. Das Besondere: Man kann sie am Rechner ausfüllen und dann ausdrucken, was die Übersichtlichkeit ein wenig erleichtert.

Egal, für welche Mappe man sich entscheidet: Man muss sich schon ziemlich viel Zeit nehmen, um die ganzen Angaben zusammenzustellen. Das Spektrum reicht von der Ausweisnummer bis zum Zeitschriftenabo und noch weit darüber hinaus. Abgefragt wird alles, was für die Angehörigen von Belang sein könnte: Ärzte, der Rechtsanwalt des Vertrauens, das Finanzamt, Grundbucheinträge, Mietverträge, Versicherungen, Mitgliedschaften oder auch Software-Seriennummern. Für den schlimmsten Fall kann man den Angehörigen auch Hinweise zur gewünschten Beisetzung hinterlassen.

Was im Todesfall zu tun ist

Geht ein Unglück tatsächlich tödlich aus, müssen die Hinterbliebenen besonders schnell handeln, sonst kann es für sie auch noch unnötig teuer werden. Selbst im Todesfall enden Verträge nämlich nicht automatisch, sondern müssen von den Erben weiter bedient oder zumindest fristgerecht gekündigt werden. Gerade bei Versicherungen ist deshalb schnelles Handeln angesagt. Hausrat-, Haftpflicht- und Rechtsschutzpolicen erlöschen normalerweise zwei Monate nach dem Tod – sofern die Gesellschaften informiert wurden. Kfz-Versicherungen müssen weiter bezahlt werden, solange das Auto angemeldet ist. Lebensversicherungen und Unfallpolicen enden mit dem Tod, hier können die Hinterbliebenen gegebenenfalls Ansprüche geltend machen. Auch bei verschiedenen Altersvorsorge-Verträgen sollten die Anbieter schnellstmöglich informiert werden.

friedhof.jpg

Auch Bestattungswünsche kann man schriftlich festhalten.

(Foto: picture alliance / dpa)

Mietverträge gehen im Todesfall automatisch auf die Erben über oder auf diejenigen, die mit dem Verstorbenen zusammengelebt haben. Alle haben ein einmonatiges Sonderkündigungsrecht, ansonsten läuft der Vertrag wie gehabt weiter. Strom und Gas sollte man erst dann abbestellen, wenn die Wohnung tatsächlich aufgehoben wird.

Die GEZ-Abmeldung ist einfach, bei Telekommunikationsanbietern kann es schon schwieriger werden. Nicht alle sehen für den Todesfall ein Sonderkündigungsrecht vor. Und so kann es sein, dass man Handy- oder DSL-Verträge bis zum Ende der Laufzeit bedienen muss. Zur Schadensbegrenzung sollte man auch sie schnell kündigen, bevor sich der Vertrag um ein weiteres Jahr verlängert. Das gleiche gilt für Abonnements mit fester Laufzeit. Auch sie müssen in der Regel weitergeführt werden, sofern sich der Verlag nicht als kulant erweist.

Auch die Bank muss über den Tod informiert werden. Daueraufträge und Lastschriften werden dann in der Regel weiter vom Konto abgebucht. Ansonsten wird das Konto so lange gesperrt, bis es von den rechtmäßigen Erben aufgelöst wird.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema