Ratgeber

Ab 60 Euro Gebühren wechseln Nur 23 von 270 Girokonten sind gratis

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Verschlechtern sich die Konditionen für Kunden, sollte das Konto gewechselt werden.

(Foto: imago/McPHOTO)

Banken und Sparkassen verlangen zunehmend Gebühren fürs Girokonto. Dennoch kann der findige Verbraucher auch noch umsonst seine Bankgeschäfte tätigen. Finanztest hat einige entsprechende Angebote ausfindig gemacht.

Nur die wenigsten Girokonten sind ohne Wenn und Aber für Verbraucher kostenlos. Das hat Finanztest bei einer aktuellen Auswertung von 270 Kontomodelle bei 119 Banken herausgefunden. Insgesamt 37 Merkmale wurden abge­fragt. So kann sich jeder das Konto aussuchen, das am besten zu ihm passt. Denn jeder Mensch tickt ein biss­chen anders. Der eine braucht vor allem einen Geld­automaten um die Ecke. Der andere legt Wert auf den persönlichen Kontakt zu seinem Bank­mit­arbeiter. Und der Dritte ist auf eine Kreditkarte angewiesen, mit der er im Ausland über­all kostenlos Geld abheben kann.

Die Untersuchung ergab, dass nur 23 Girokonten gratis waren. Und meist nur dann, wenn der Kunde das Konto online führt. So zum Beispiel bei der Comdirect Bank, der Consorsbank, der DKB oder der 1822direkt. Wird ein Gratiskonto mit Filiale gesucht, kommen überregional beispielweise die Degussa Bank, die VR Bank Niederbayern-Oberpfalz oder auch die Sparda München in Betracht. Die Tester fanden sogar ein Paket aus Gratiskonto und Kreditkarte ohne Jahresgebühr (1892direkt "1892Mobile"). Noch mehr Konten waren zum Beispiel kostenlos, wenn monatlich mindestens 1000 Euro auf das Konto fließen (unter anderem Targobank Plus-Konto).

Service kostet extra

Neben der Jahresgebühr lohnt es sich, auf weitere Kosten zu achten. Jeden Extraservice lassen sich die Banken bezahlen. Für eine Überweisung mit Beleg werden bei vielen zwischen 0,20 und 4,90 Euro fällig. Das Abheben an einem Automaten, der nicht zur Bankengruppe gehört, kostet bis zu 5,95 Euro. Sogar für das Verschicken einer SMS-Tan berechnen einige Anbieter bis zu 10 Cent. Und auch der Telefonservice kann bis zu 3 Euro betragen, selbst wenn der Service per Sprachcomputer abgewickelt wird.

Große Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr gab es laut der Analyse bei den Angeboten der Banken nicht. Nach Ansicht von Finanztest sollten Verbraucher dann über einen Kontowechsel nachdenken, wenn die Bank im Jahr mehr als 60 Euro Gebühren kassiert. Dieser ist nach Einschätzung der Experten relativ einfach, sollte aber gut durchdacht sein. Zunächst sollten Kunden bei ihrer Bank nachfragen, ob es ein Kontomodell gibt, das günstiger ist als das bisherige. Die Nutzung oder auch Nichtnutzung von Kontoauszugsdruckern, Geldautomaten und Selbstbedienungsterminals kann ebenfalls zur Ersparnis beitragen.

Seit fast zwei Jahren haben Bankkunden einen gesetzlichen Anspruch auf Hilfe beim Kontowechsel. Denn im Rahmen des Zahlungskontengesetzes ist seit September 2016 die Bank zur Mithilfe verpflichtet. Alte und neue Bank müssen seitdem beim Kontowechsel zusammenarbeiten. Die bisherige Bank muss eine Übersicht aller Buchungen der vergangenen 13 Monate liefern, die künftige Bank soll alle Zahlungspartner von der neuen Kontoverbindung schriftlich informieren. Beide Banken haften für Schäden, die aus einem fehlgeschlagenen Kontowechsel entstehen.

So klappt der Kontowechsel

Quelle: n-tv.de, awi

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