Ratgeber

Tretrollerverleiher im Test Nur ein E-Scooter cruist gut

imago93087777h.jpg

E-Scooter geben vielen Nutzern ein fröhlich-beschwingtes, kindliches Lebensgefühl zurück.

(Foto: imago images / Ralph Peters)

Kaum zugelassen, prägt bereits eine Flut von elektrischen Tretrollern das Bild vieler Innenstädte. Wer zu faul zum Laufen ist oder Freude daran hat, sich ohne eigene Anstrengung fortzubewegen, kann sich vielerorts einen E-Scooter leihen. Warentest weiß, was die Mietmodelle taugen.

Erst seit wenigen Wochen verfügbar und schon sind sie aus dem Bild vieler Großstädte in Deutschland nicht mehr wegzudenken: E-Scooter, also Tretroller mit Elektroantrieb, zum Mieten. Die sind wendig und klein und vervollständigen das urbane Lebensgefühl vieler Bewohner und Besucher.

Dazu gehört, dass sie vielen Nutzern ein fröhlich-beschwingtes, kindliches Lebensgefühl zurückgeben. Und dies auch noch, ohne eigene Muskelkraft einsetzen zu müssen. Da man mit dem fahrbaren Untersatz schnell von A nach B kommt, kann man die gesparte Zeit dann prima im Fitnessstudio abarbeiten. Was dann wohl unter der Effizienz eines modernen Lebensstils zu verstehen ist. Ähnlich irrig ist auch die Annahme, die Nutzung der E-Scooter sei umweltfreundlich. Gerade erst kritisierte das Umweltbundesamt, dass die Tretroller kaum zu einer umweltfreundlicheren Mobilität in Innenstädten beitragen. Denn die gefahrenen Strecken sind meist sehr kurz und können auch zu Fuß, mit Bus, Bahn oder Fahrrad bewältigt werden. Als Alternative zu Auto oder Motorrad kommen die Flitzer eben meist nicht infrage.

Doch ungeachtet dessen sind die Roller ein Renner. Grund genug für die Stiftung Warentest, vier Verleiher von E-Scootern unter die Lupe zu nehmen. Dazu haben die Tester die in Berlin verfügbaren Anbieter Circ, Lime, Tier und Voi einem Schnell­check unterzogen. Die Mietobjekte mussten hierfür über einen festgelegten Parcours in der Berliner Innenstadt düsen. 

2 Stunden Fahrspaß für 31 Euro

Ergebnis: Das Cruisen auf ebenem Unter­grund macht mit allen vier Modellen Spaß. Sobald jedoch über Kanten, Kopf­stein­pflaster oder Huckel gefahren wird, ist der ­Spaß vorbei. Teilweise ­wurden die Tester so durch­gerüttelt, dass sie die Fahrt aus Sicherheitsgründen­­ abbrachen. Die Fahreigenschaften des Tier-Rollers überzeugten noch am meisten. Auch die Bremsen sind unterschiedlich. Teil­weise ließen sie sich nicht so leicht bedienen oder bremsten nur mittel­mäßig. Und auch das Abbiegen erwies sich als gefährliche Angelegenheit, die Scooter sind für Handzeichen und einhändiges Fahren viel zu wackelig.

Abgesehen davon ist die meist kurze Fahrt richtig teuer. Zu einer Entsperr­gebühr von 1 Euro kommen die Minuten­preise. Je nach Stadt liegen sie zwischen 15 und 25 Cent pro Minute. Insgesamt am teuersten ist Lime. Stundenpakete bietet derzeit nur Circ an, zum Beispiel zwei Stunden für 9 Euro, bei Lime würde das minutengenau abgerechnet bis zu 31 Euro kosten.

Die notwendigen Apps ließen sich bei allen vier Anbietern unkompliziert installieren und bedienen. Moniert wurde von Warentest, dass die Allgemeinen Geschäfts­bedingungen in den Apps von Lime, Tier und Voi nur mit Mühe zu finden sind. Auf eine Abmahnung der Verbraucherzentralen wegen unzulässiger Klauseln in den Nutzungsbedingungen haben die Verleih-Anbieter inzwischen reagiert. Einige hatten zum Beispiel die Wartung und Inspektion bisher vollständig auf ihre Kunden abgewälzt. Circ habe eine Unterlassungs­erklärung abgegeben­, Tier die Bedingungen geändert, andere Anbieter wollten nach­ziehen, so die Verbraucherschützer. 

Zusammenfassung:

  • Circ punktet mit einer über­sicht­lichen App, Scooter mit Schwächen in den Fahr­eigenschaften. Preis: Zu 1 Euro Grund­gebühr fallen in Berlin, Dort­mund, Herne und Köln 15 Cent pro Minute an. 20 Cent sind es in Frank­furt am Main, Hamburg und München. Als derzeit einziger Anbieter aus unserem Test bietet Circ Stundenpakete an: Eine Stunde kostet pauschal 6 Euro, für zwei Stunden sind 9 Euro fällig und für 24 Stunden 20 Euro.
  • Lime kann mit einer informativen App überzeugen, der Scooter weist Schwächen in den Fahreigenschaften­ auf. Teuerster Anbieter im Test. Preis: Eine zehnminütige Fahrt kostet 3 Euro, in Hamburg, München und Stutt­gart sogar 3,50 Euro.
  • Tier über­zeugt beim Fahren am meisten, über­sicht­liche App, aber mit Schwächen beim Entsperren und Zurück­geben. Preis: Zum­ Grundpreis von 1 Euro je Fahrt kommen 15 Cent pro Minute. Ausnahme: In Düssel­dorf, Frank­furt am Main, Hamburg und München fallen 19 Cent pro Minute an.
  • Voi bietet ein mittel­prächtiges Fahr­erlebnis, App wenig intuitiv. Einheitlicher Preis in allen Städten. Preis: Jede Fahrt kostet 1 Euro­ Grundgebühr plus 15 Cent pro Minute.
*Datenschutz

Quelle: n-tv.de, awi

Mehr zum Thema