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Kündigung per Brief in Ordnung Online abgeschlossen - offline gekündigt

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Kein Kunde sollte diskriminiert werden, weil er am bewährten Brief bei einer Kündigung festhält ...

(Foto: imago images/Shotshop)

Ein Klick und der Vertrag ist geschlossen. Doch was derart leicht von der Hand geht, darf auch auf anderem Wege gekündigt werden. Zum Beispiel per Brief. Denn Firmen dürfen Kündigung oder einen Widerruf des Vertrags per Brief nicht auszuschließen, urteilt ein Gericht.

Unternehmen dürfen ihren Kunden nicht vorschreiben, dass sie bei Online-Verträgen ausschließlich auf elektronischem Weg kommunizieren dürfen. Das hat das Landgericht (LG) Hamburg nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV) gegen den Energieversorger Lichtblick SE entschieden (Az.: 312 O 94/20). Es sei unzulässig, eine Kündigung oder einen Widerruf des Vertrags per Brief auszuschließen. Auch eine Entgeltklausel für die Nutzung des Postweges ist demnach unwirksam.

Bei der Firma Lichtblick konnten Kunden auch Gaslieferverträge telefonisch unter Angabe einer E-Mail-Adresse abschließen. Die Bestätigung erhielten Kunden nach Verifizierung ihrer E-Mail im Kundenportal. Die Vertragsbedingungen enthielten die Klausel: "Diese Lieferverträge sind reine Online-Verträge, d.h. die Kommunikation erfolgt ausschließlich auf elektronischen Kommunikationswegen." Die Verbraucherzentrale hatte diese Einschränkung als unzulässig kritisiert. Sie schließe zum Beispiel aus, dass Kunden per Einschreiben mit Rückschein kündigen, um den Zugang sicher nachweisen zu können.

Vertragsklausel lässt Vertragspartner im Unklaren

Die Richter gaben der Unterlassungsklage des VZBV statt. Der Wortlaut der Klausel schließe jede andere als eine elektronische Kommunikation mit dem Unternehmen aus. Dagegen dürften Kunden nach der gesetzlichen Regelung auch mit einem einfachen Brief oder mit einem Einschreiben kündigen und andere Erklärungen abgeben. Die Klausel lasse einen durchschnittlichen Vertragspartner völlig darüber im Unklaren, wie und in welcher Form er eine wirksame Kündigungserklärung abgeben könne.

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Als unwirksam erklärte das Gericht auch eine Klausel, nach der Lichtblick seinen Kunden Kosten für Briefe "verursachergerecht" in Rechnung stellen kann, wenn sie sich noch nicht auf dem Kundenportal registriert haben oder dem Unternehmen eine elektronische Kommunikation aus "vom Kunden zu vertretenden Gründen" nicht möglich ist. Die Kosten für die Briefpost seien in keiner Weise präzisiert, monierten die Richter. Es sei schon nicht erkennbar, ob neben dem Porto weitere Kosten für Material oder Bearbeitungsgebühren in Rechnung gestellt werden sollen. Die Kosten könnten dadurch unangemessen hoch ausfallen.

"Kein Kunde sollte diskriminiert werden, weil er am bewährten Brief bei einer Kündigung festhält. Das Urteil des Landgerichts Hamburg ist deswegen gut und wichtig. Es ist schön, wenn Verbraucher mit Firmen per Mail (oder Chat) kommunizieren können. Gerade bei einer Kündigung sollten Verbraucher aber die Wahlfreiheit haben, wie sie das dem Unternehmen mitteilen wollen ", sagt Kerstin Hoppe, Rechtsreferentin beim VZBV.

Quelle: ntv.de, awi

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