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Zocken fürs Finanzamt Pokergewinne steuerpflichtig?

Pokern gilt als Glücksspiel, aber nicht jedes Pokerface spielt nur zum Spaß. Das Finanzamt erkennt darin längst eine gewerbliche Einnahmequelle. Wird Pokern zum Einkommen, greift der Fiskus.

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(Foto: picture-alliance/ dpa)

Grundsätzlich sind Spiel-, Sport-, Wett- und Lotteriegewinne in Deutschland nicht zu versteuern. Dennoch rücken Pokerspieler immer mehr in den Fokus der Finanzbeamten, nicht zuletzt, weil mitunter erhebliche Gewinne erzielt werden. "Zur Steuerpflicht dieser Pokergewinne kommt es aber erst, wenn der hobbymäßige Rahmen überschritten wird", erklärt Anita Käding vom Bund der Steuerzahler. Wann dieser hobbymäßige Rahmen überschritten wird, ist nicht eindeutig geklärt.

Einträgen in einschlägigen Foren zufolge gehen die Finanzbehörden jedoch bereits bei der Teilnahme an zwei Turnieren im Monat von einer gewerbsmäßigen und somit steuerpflichtigen Pokerspielerei aus. Viele Finanzämter sind der Ansicht, dass es sich bei Spielern, die regelmäßig Gewinne machen, dabei um Einkünfte aus gewerblicher Tätigkeit handelt.

Irrelevant ist dabei, ob es sich um offizielle oder illegale, Präsenz- oder Online-Turniere handelt. "Pokerspielern ist zu empfehlen, genaue Aufzeichnungen zu führen: Darüber wann sie gespielt haben, welche Einnahmen sie erzielt haben und vor allem natürlich welche Ausgaben entstanden sind, beispielsweise Fahrt- und Übernachtungskosten, Startgelder und Einsätze", rät Käding.

So kann im Streitfall mit dem Finanzamt nachgewiesen werden, dass keine gewerbliche Pokerspielerei stattfand. Oder falls doch der Hobbyrahmen überschritten wurde, wie hoch die Gewinne wirklich waren, und es muss nicht zu viel versteuert werden. Wurde einmal die Gewerblichkeit des Pokerspiels konstatiert, müssten dann auch entsprechende Verluste steuermindernd anerkannt werden.

Grundsätzlich anders sieht es bei einem Vertragsspieler aus, der von einer Pokerseite ein Gehalt als Werbeträger bezieht. In dem Fall erfolgt die Besteuerung ganz normal nach dem Einkommensteuergesetz, denn der Betreffende bestreitet seinen Lebensunterhalt aus den Sponsorengeldern.

Quelle: n-tv.de, dpa/awi

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