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Sex-Bieter zieht den Schwanz ein Provision wird trotzdem fällig

Sex zu versteigern verstößt gegen die Ebay-Richtlinien. Wer entsprechende Angebote machen möchte, der findet aber auch dafür Plattformen. Jetzt endet ein Streit um eine geplatzte Domina-Session vor dem Stuttgarter Amtsgericht.

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Einen "Mann zum Erziehen" suchten die beiden dominanten Damen in ihrer Auktion.

(Foto: picture-alliance / dpa)

Wer Dienstleistungen online bestellt, hat ein Widerrufsrecht. Das gilt grundsätzlich auch für Auktionen, bei denen es um Freizeitgestaltung geht. Die Provision für die Vermittlung kann aber dennoch fällig werden, wie nun das Stuttgarter Amtsgericht entschied. In dem Fall hatte ein Jurist auf einem Online-Marktplatz für Sex-Kontakte von 86 Euro eine Sitzung mit zwei Dominas ersteigert. Danach wollte er seine "Herrinnen" doch nicht treffen und zog das Gebot zurück.

Die 86 Euro musste er nicht zahlen, allerdings stellte ihm das Portal die Verkaufsprovision von 13 Euro in Rechnung. Bei erfolgreichem Abschluss der Auktion hätten die Anbieterinnen die Kosten getragen, doch weil das Geschäft am Käufer scheiterte, wurde er in die Pflicht genommen. Der Jurist hielt diese Regelung in den AGB der Sex-Plattform für unzulässig und klagte. Dabei berief er sich auf sein Widerrufsrecht und argumentierte, bei der Zahlung der Verkaufsprovision handele es sich um eine Vertragsstrafe beziehungsweise einen pauschalierten Schadensersatz.

Das sah das Gericht anders. Bei den geltend gemachten Kosten handele es sich um die tatsächlich entstandenen Vertragskosten. Die einschlägigen gesetzlichen Vorschriften bezögen sich auf sämtliche Freizeitgestaltungen, die im Internet gekauft werden und "zu einem bestimmten Zeitpunkt oder innerhalb eines genau angegebenen Zeitraums zu erbringen" sind.

Der Kläger muss nun nicht nur die 13 Euro zahlen, sondern auch die Anwaltskosten der Firma und die Gerichtsgebühren. Insgesamt komme eine knapp dreistellige Summe zusammen, so ein Gerichtssprecher. Nimmt man  die Aussagen des Geschäftsführers des Erotik-Anbieters ernst, so sind aber auch die beiden Dominas gestraft: "So wie ich unsere Mitglieder kenne, ist es für die beiden gesext-Anbieterinnen schlimm genug, dass sie ihre Phantasie erst einmal nicht ausleben können."

Quelle: n-tv.de, ino