Ratgeber

Versäumte Steuererklärung Rentnern droht Nachzahlung

Für viele Senioren wird es höchste Zeit: die Steuererklärung ruft. Seit dem Alterseinkünftegesetz von 2005 sind deutlich mehr Rentner steuerpflichtig als früher. Bislang erfuhren die Finanzämter nichts von den Einkünften. Das ändert sich im Herbst: Dann wird die Rentenversicherung automatisch die Einkünfte an die Finanzverwaltung übermitteln. Rentner sollten daher schon jetzt aktiv werden.

Erich Nöll, Bundesgeschäftsführer des Bundesverbands der Lohnsteuerhilfevereine (BDL), bemerkt schon seit einiger Zeit deutlich mehr Anfragen von Rentnern, die sich nach der Besteuerung ihrer Alterseinkünfte erkundigen. Viele beschäftigen sich dann mit dem Thema und geben eine Steuererklärung ab. "Es gibt aber immer noch eine mindestens genauso große Gruppe, die erstmal abwartet."

Je später, desto teurer

Das könne allerdings fatal sein, sagt der Experte: "Man sollte nicht auf die Aufforderung vom Finanzamt warten." Denn die etwaige Steuerpflicht gilt seit 2005, unabhängig von der Änderung im Herbst. Je länger der Steuerzahler wartet, desto höher werden die möglichen Zinsen auf Nachzahlungen. Rund zwei Millionen Rentner sind nach Berechnungen der Deutschen Steuergewerkschaft in Berlin schon jetzt säumig.

Theoretisch kommt bei Säumigkeit sogar ein Strafverfahren wegen Steuerverkürzung oder Steuerhinterziehung infrage. Nöll beruhigt allerdings alle, die sich noch nicht erklärt haben: "Da werden die Behörden wohl nicht die Verfolgungsmaschinerie anwerfen." Rentner, die sich noch nicht beim Finanzamt gemeldet haben, sollten trotzdem schnell aktiv werden.

Wer muss zahlen?

"Rentenempfänger müssen eine Einkommensteuererklärung abgeben, wenn der Gesamtbetrag der Einkünfte mehr als 7664 Euro im Jahr übersteigt", sagt Anita Käding vom Bund der Steuerzahler. Für gemeinsam veranlagende Ehepaare wird der doppelte Betrag zugrunde gelegt. Das bedeutet aber nicht, dass alle eine Erklärung abgeben müssen, die höhere Jahreseinkünfte als 7664 Euro haben.

Das liegt zum einen daran, dass der prozentuale Anteil der zu besteuernden Einkünfte vom Jahr des Renteneintritts abhängt. Zum Inkrafttreten des Alterseinkünftegesetzes 2005 waren es 50 Prozent, mit jedem Rentnerjahrgang steigt der Teil an. Zum anderen können auch Rentner Freibeträge geltend machen. Und sie haben die Möglichkeit, Ausgaben oder Verluste gegenzurechnen und damit das zu versteuernde Einkommen zu verringern.

Unter dem Strich gilt also: Ob eine Einkommensteuererklärung abgegeben werden muss, kann nur individuell ausgerechnet werden. Und es gilt die Faustregel: Sobald weitere Einkünfte hinzukommen, tritt meist die Steuerpflicht ein.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema