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Streit um Versandkosten Schlappe für Online-Händler

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(Foto: picture-alliance/ dpa)

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat die Verbraucher im Versandhandel gestärkt. Schickt ein Kunde die Ware fristgerecht zurück, darf er nur mit den Kosten dieser Rücksendung belastet werden, urteilten die EU-Richter in Luxemburg. Damit unterlag ein deutscher Versandhändler, der seine Kunden auch mit Kosten für die Zusendung belasten wollte (Az: C-511/08).

Nach EU-Recht können Verbraucher eine Bestellung im sogenannten Fernabsatz innerhalb von sieben Tagen ohne Angabe von Gründen widerrufen. Bereits geleistete Zahlungen muss der Händler dann kostenlos erstatten. Im Streitfall sahen die Allgemeinen Geschäftsbedingungen des Händlers aber vor, dass er eine Pauschale von 4,95 Euro für die Zusendung der Ware einbehält. Deutsches Recht würde dies erlauben, die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen sah aber einen Verstoß gegen europäisches Recht und klagte.

Mit Erfolg: Die europäische Fernabsatzrichtlinie habe das klare Ziel, "den Verbraucher nicht von der Ausübung seines Widerrufsrechts abzuhalten", betonte der EuGH. Dem laufe es aber zuwider, wenn der Kunde Kosten auch für die Zusendung der zurückgegebenen Ware zahlen müsse. Zudem führe dies zu einer einseitigen Risikoverteilung im Versandhandel zu Lasten des Verbrauchers.

Quelle: ntv.de, AFP