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Warentest findet Schadstoffe Schwarzer Tee oft stark belastet

Das Ergebnis der Schwarztee-Prüfung der Stiftung Warentest überrascht selbst die beteiligten Lebensmittelchemiker: Alle untersuchten Tees enthalten Stoffe, die dort eigentlich nicht hineingehören.

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Pro Kopf werden in Deutschland rund 25 Liter Schwarztee im Jahr getrunken.

(Foto: imago/Westend61)

Schwarzer Tee gilt als schonende Kaffee-Alternative, als anregend und bekömmlich. Doch nun kratzt die Stiftung Warentest am Image des gesunden Muntermachers. Bei einer Untersuchung von 27 Darjeeling- und Assam-Tees waren alle Testkandidaten mit Schadstoffen belastet, teils in sehr geringer, teils in sehr hoher Dosis. Besonders irritierend für die Lebensmittelchemiker seien die hohen Werte von Anthrachinon gewesen, heißt es in der Zeitschrift "Test". Im Tierversuch wirkte dieser Stoff krebserregend auf Leber und Niere. Noch ist unklar, inwieweit er auch für Menschen gefährlich ist.

Laut Bundesinstitut für Risikobewertung gilt das Prinzip: Den Stoff soweit wie möglich minimieren. In drei Produkten fanden die Tester so hohe Anthrachinon-Werte, dass sie das Qualitätsurteil "Mangelhaft" ausstellten. Das traf auch den losen Darjeeling-Tee von Alnatura, der geschmacklich zu den besten gehörte. Doch bei dem Bio-Tee lag die Belastung deutlich über dem Grenzwert, der derzeit von der EU für Tees geplant ist und an dem sich nun auch die Warentester orientierten. Auch in allen anderen Tees wurde der Schadstoff entdeckt, wenn auch nicht immer in bedenklicher Menge.

Wie das Anthrachinon in den Tee kommt, konnten sich weder die Hersteller noch die Stiftung Warentest erklären. Der Deutsche Teeverband vermutet die Verpackung als Ursache, doch das bestätigte sich in weiteren Untersuchungen nicht. Wahrscheinlicher ist, dass der Schadstoff beim Trocknen der Teeblätter entsteht und zurzeit auch nicht ganz vermieden werden kann.

Die Dosis macht das Gift

Die Tester entdeckten auch weitere potenziell krebserregende Substanzen: Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, Pyrrolizidinalkaloide und Mineralölbestandteile in mehr oder weniger starken Konzentrationen. Einen Tee, der ganz unbelastet ist, gibt es nicht. Doch auch hier macht die Menge das Gift, um mit Tee die Gesundheit zu gefährden, muss man schon langfristig eine Menge davon trinken. Für eine generelle Warnung, auf schwarzen Tee zu verzichten, gebe das bekannte Wissen über die Schadstoffe keinen Anlass, stellt die Stiftung Warentest fest.

Pestizide fanden die Tester übrigens kaum und auch in einem anderen Punkt fiel das Ergebnis positiv aus: In Geruch und Geschmack schnitten fast alle Tees gut ab. Die Darjeelings scheinen laut chemischer Analyse tatsächlich aus der Region Darjeeling zu stammen, nichts deutet auf Etikettenschwindel hin. Mit 6,80 Euro für 100 Gramm war das auch der teuerste Tee im Test. Die beste Geschmacksnote gab es für den losen Darjeeling Nr. 9 von Tee Gschwender, der im Sensorik-Test als einziger mit "Sehr gut" abschnitt. Der geschmacklich beste Beuteltee kam von Twinings. Bei den Ceylon-Assams überzeugten unter anderem die günstigen Handelsmarken von Rewe und Real sowie der Discounter-Tee von Norma.  

Quelle: n-tv.de, ino

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