Ratgeber

Für jeden Einsatz Sechs Kreditkarten sind empfehlenswert

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Bank­kunden sollten nicht ungeprüft die Kreditkarte der Haus­bank nehmen. Manchmal gibt es güns­tigere Alternativen.

(Foto: imago images/Westend61)

Heute kaufen, morgen bezahlen, dazu noch kostenlos Geld abheben und das am besten weltweit: So lassen sich auf die Schnelle die Vorzüge einer guten Kreditkarte beschreiben. Doch es gibt auch andere Zahlungsmodelle. Finanztest kennt die günstigsten.

Etwa 40 Millionen Kreditkarten stecken in deutschen Brieftaschen. Und nicht zuletzt seit Beginn der Corona-Pandemie sind diese noch mehr im Einsatz. Denn die Karten sind auch beim Onlineshopping und beim kontaktlosen Bezahlen verwendbar. Gleichzeitig wird bis zur Belastung des Kontos auch ein kurzfristiger Kredit in Anspruch genommen. Wird das Geld fristgerecht zurückgezahlt, gibt es diesen oft sogar kostenlos.

Girokarten werden weniger bedeutsam, im Gegensatz zu Kreditkarten, und immer öfter gibt es auch Debitcards, also Karten, bei denen das angebundene Konto sofort belastet wird. Die Preisunterschiede sind teils enorm.

Die Kreditkartenarten unterscheiden sich in der Art, wie die Kreditkarten­umsätze abgerechnet werden. Als da wären:

  • Debitkarte: Beim Geld­abheben und Bezahlen wird das angebundene Giro­konto noch am selben Tag belastet. Genau­genommen ist es keine echte Kreditkarte. Es kann deshalb sein, dass die Karte von einigen Dienst­leistern wie Autovermietungen nicht akzeptiert wird.
  • Charge-Card: Die Bank stellt einmal im Monat eine Gesamt­rechnung über alle Umsätze aus und zieht den Betrag per Last­schrift vom Giro­konto ein. Der Kunde hat somit einen kurz­fristigen zins­losen Kredit.
  • Credit-Card: Immer mehr Kreditkarten haben die Option der Teilzahlung, bei der sich die Kreditkarten­abrechnung in eine Ratenzahlung umwandelt: Nur ein bestimmter Prozent­satz der monatlichen Umsätze wird einge­zogen. Der Rest läuft als Kredit mit hoher Zins­belastung von jähr­lich rund 9 bis 20 Prozent weiter, bis der Kunde den fehlenden Rechnungs­betrag über­weist (Revolving Credit). Meist kann die Teilzahlung abge­wählt werden. Andernfalls sollten Nutzende ihre Ausgaben pünkt­lich ausgleichen, um hohe Zinsen zu vermeiden. Wer seine Karte dauernd nutzt, läuft ansonsten Gefahr, auf Dauer einen beträchtlichen Schulden­berg anzuhäufen.
  • Prepaidkarte: Nutzer müssen die Karte vor dem Bezahlen mit Geld aufladen. Sie können nur so viel ausgeben, wie sie einge­zahlt haben. Die Karten gibt es ohne Bonitäts­prüfung. Der Betrag wird sofort nach dem Bezahlen vom Guthaben abgezogen.

Finanztest hat 28 weit verbreitete Kreditkarten überprüft, davon 21 ohne Anbindung an ein Konto und 7 mit einem kostenlosen Girokonto, die bundesweit erhältlich sind. Untersucht wurde deren gesamtes Einsatzgebiet: Bezahlen im In- und Ausland, Geldabhebungen sowie die Jahresgebühr und Kosten für Partnerkarten.

Ergebnis? Zunächst einmal: Bank­kunden sollten nicht ungeprüft die Kreditkarte der Haus­bank nehmen. Bei 25 bis 40 Euro im Jahr gibt es güns­tigere Alternativen. Die Jahres­gebühr wird bei Angeboten der Haus­bank nur manchmal - bei einem vorgegebenen Gesamt­umsatz - teil­weise oder ganz erlassen. Sechs Karten sind laut der Untersuchung empfehlenswert und kosten keine Grundgebühr. Bei ihnen fallen auch keine weiteren oder nur geringe Kosten für den Einsatz beim Einkauf an, egal ob online oder im Geschäft. Wer so eine Karte wählt, kann im Vergleich mit der teuersten Karte im Test von American Express 136 Euro im Jahr sparen.

Voreingestellte Teilzahlung ausstellen

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Mit Girokonto ist die DKB Visa Debitkarte für DKB-Kunden mit monatlichem Geldeingang ab 700 Euro auf dem Konto komplett gratis. Ohne Girokonto ist die Visa World Card von ICS günstig (Kosten fürs Abheben am Geldautomaten im Inland 4 Prozent des Betrages; mindestens 5 Euro, keine Grundgebühr). Kostenlos genutzt werden können folgende Karten, wenn die voreingestellte Teilzahlung ab- und auf vollen Rechnungsausgleich umgestellt wird: Genialcard und Awa7 (Hanseatic Bank), Deutschland-Kreditkarte Classic (Paysol), Visa-Karte von Barclays. Ansonsten sind auch hier hohe Zinsen fällig. Wird dies beachtet, sind sie dann aber auch kostenlos.

Übrigens: Mit der Kreditkarte geleistete Zahlungen können meist innerhalb von 120 Tagen zurückgebucht werden. Zum Beispiel, wenn die Gegenseite keine Leistungen erbracht hat.

Quelle: ntv.de, awi

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