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Urlaub auf sicherem Grund Meiden Deutsche Krisenländer?

Das der Sommer definitiv vorbei ist, zeigt der Blick auf den Ferienkalender: Mit Brandenburg und Berlin starten an diesem Wochenende die ersten Bundesländer in die Herbstferien. Viele Deutsche zieht es im Herbst in fernere Regionen - sehr beliebt in den letzten Jahren: Ägypten. Doch viele Regionen in Nord-Afrika gelten als politisch nicht mehr stabil. Stört das die Deutschen? Wieviel Risiko gehen wir im Urlaub ein?

Maryam Komeili von L'tur bucht mehrere hundert Urlaube für ihre Kunden pro Monat. Sie führt eine Reisefiliale am Hamburger Flughafen und ist überrascht, wieviele Deutsche derzeit trotz der Unruhen in Krisenregionen reisen: "Die Nachfrage in Ägypten ist extrem gestiegen. Es gibt junge Leute, die zum Tauchen hin wollen, zum Surfen, zum Schnorcheln, die einfach günstig Urlaub machen wollen. Günstig, aber dafür auch eine Leistung wollen, gute Anlage, all-inklusiv und das kriegen sie momentan nur in Ägypten."

Sicherheit hat nicht immer oberste Priorität

Sicherheit ist für die Deutschen wichtig im Urlaub, aber nicht für jeden oberste Priorität.  Das bestätigt auch die Umfrage von Travelzoo, einem Schnäppchen-Reisportal: 3/4 der Deutschen verzichten auf Reisen in Krisenregionen, ein Viertel dagegen würde bei einem Schnäppchen zugreifen.

"Einige Deutsche lassen sich auch von Unruhen oder eher unterschwelligen Konflikten nicht abschrecken, wenn sie denn ein sehr gutes Angebot zu billigen Preisen finden. Hier ist allerdings immer anzuraten bei einem unguten Gefühl den Reiseveranstalter zu kontaktieren und nachzufragen, oder sich aber auch auf der Seite des Auswärtigen Amtes zu informieren. Hier werden immer wichtige Informationen gegeben und auch aktuelle Reisewarnungen.", so Christina Bathmann, Pressesprecherin von Travelzoo.

Reisewarnungen sollten beachtet werden

Man sollte nicht bei jedem Angebot sofort zugreifen, sondern sich im Vorfeld gut informieren, dazu rät auch Prof. Ulrich Rheinhardt von der Stiftung für Zukunftsfragen: "Es gibt nun mal bestimmte Reisewarnungen für bestimmte Länder und daran würde ich mich persönlich jetzt immer orientieren. Insofern wäre das auch meine Empfehlung, dass man sich vor Ort genau darüber  informiert, welche Regionen derzeit nicht ganz sicher sind."

Im internationalen Vergleich ist der Deutsche kein besonders risikofreudiger Urlauber, meint Prof. Rheinhardt. Wie risikobereit jemand ist, das hängt oft einfach von dem nötigen Kleingeld ab: "Je höher das Einkommen, desto eher kann man es sich leisten auf andere Destinationen auszuweichen. Und wer den Urlaubseuro dann dreimal umdrehen muss, der  sucht natürlich eher das Schnäppchen und ist natürlich dann eher zu einem Kompromiss bereit."

Im konkreten Krisenfall erwarten die Deutschen dann vor allem eines: "kulante Reiseveranstalter, die sehr schnell aufklären, und auch ehrlich sind, nichts beschönigen. Außerdem werden Stornierungsmöglichkeiten und Umbuchungsmöglichkeiten verlangt und natürlich auch kostenlose Rückflüge, sollte denn eine Krise im Urlaubsland ausbrechen.", so Christina Bathmann der Pressesprecherin von Travelzoo.

Wer im Risikofall auf Nummer sicher gehen will, der sollte im Vorfeld pauschal buchen. Individualreisen versprechen zwar mehr Unabhängigkeit, aber auch weniger Sicherheit, wie Maryam Komeili erläutert: "Ob Aschewolke, Krisengebiete oder Naturkatastrophen wie Hurricans, es lohnt sich ein Pauschalangebot zu buchen, weil dann ist der Veranstalter für sie verantwortlich, auch wenn sie den Rückflug verpassen oder dieser gestrichen wird."

Quelle: ntv.de