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Den Schmugglern auf der Spur Zollfahnder in Hamburg

"Schwarze Gang" - so nennen sich die Zollfahnder im Hamburger Hafen. Täglich sind sie auf der Suche nach Drogen, Schmuggelware und Plagiaten, die auf Schiffen aus Übersee nach Deutschland gebracht werden. Doch weil sie nicht jeden Frachter von vorn bis hinten durchkämmen können, zählt für ihren Job vor allem eins: eine gute Spürnase und jahrelange Erfahrung.

Die Zollfahnder haben den Hamburger Hafen im Blick und schauen in jeden verborgenen Schiffswinkel: die Männer der "schwarzen Gang". Diesmal kommen sie an Bord eines chinesischen Schiffes der Cosco-Reederei. Bevor Hafenzöllner Uwe und seine Kollegen das Schiff auf unerlaubte Waren durchsuchen, melden sie sich beim Kapitän. Der erwartet die Zöllner und hat die Papiere schon bereit. Hier sind alle Waren verzeichnet, die er an Bord hat, auch das, was die Besatzung konsumiert.

Neben großen Whiskeymengen sollen fast 70.000 Zigaretten an Bord sein, ebenfalls als Eigenbedarf der Besatzung. Eine Menge, die den Zöllnern komisch vorkommt. Deshalb: Lieber einmal nachgucken! Dann die nächste Überraschung: die Zigaretten sind in Dosen verpackt! Und wie viele in einer Packung sind, ist auch ein Geheimnis.

Oft versuchen die Schiffsbesatzungen, ihren vorgeblichen Eigenbedarf an Zigaretten in den Häfen zu verkaufen. Deshalb zählen die Zöllner so genau nach. Heute ist aber alles in Ordnung.

Ein "schmutziger" Job

Alle Schiffe, die den Hamburger Hafen anlaufen, fallen in den Zuständigkeitsbereich von Zollkapitän Uwe und seinen Kollegen. Sie werden als "Schwarze Gang" bezeichnet, ihre eigenen Nachnamen dürfen wir nicht nennen. Die Bezeichnung als "Schwarze Gang" kommt daher, dass sich die früheren Hafenzöllner bei Schiffsdurchsuchungen oft dreckig gemacht haben und durch das Maschinenöl und den Russ ganz schwarz im Gesicht waren. Etwa 300 Schiffe prüfen die Zöllner heute pro Jahr.

Als Top-Verstecke gelten die Küche, Kajüten, Luftschächte, der Maschinenraum und auch Vorratsräume. Denn: Platz für Schmuggelware ist überall!

Suche nach gefälschten Marken 

Die deutschen Zölllner genießen einen guten Ruf unter den Seeleuten. Die sind es gewohnt, dass sie sich in anderen Ländern zum Teil erniedrigende Durchsuchungen gefallen lassen müssen. In Hamburg setzt man vor allem den guten alten Klönschnack, um die Stimmung zu lockern. Uwe ist ein alter Hase bei der Schwarzen Gang: seit 1972 ist er im Hamburger Hafengebiet auf Patrouille. In den letzten Jahre hat vor allem der verbotene Handel mit gefälschter Markenware zugenommen.

Die Produktpiraterie richtet einen großen wirtschaftlichen Schaden an, da so dem Staat Steuereinnahmen in Millionenhöhe entgehen. Um das zu verhindern, arbeiten die Hafenzöllner aus den europäischen Ländern zusammen, geben sich Tipps.

Uwe und seine Kollegen haben jetzt Feierabend. Heute haben sie auf den durchsuchten Schiffen nichts gefunden. Aber morgen schon werden sie wieder in jedes noch so skurrile Versteck schauen - um zu verhindern, dass gefälschte Waren auf den deutschen Markt gelangen.

Quelle: ntv.de