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Geerbtes Haus So bleibt das Immobilienerbe steuerfrei

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Wer eine Immobilie erbt, wird nicht selten zur Kasse gebeten.

(Foto: imago/Christian Ohde)

Erst wenn ein Erbe den geltenden Freibetrag überschreitet, wird Erbschaftssteuer fällig. Kinder etwa können bis zu 400.000 Euro steuerfrei erben. Eine Immobilie ist häufig aber mehr wert. Was dann gilt, hat der Bundesfinanzhof in einem aktuellen Urteil geklärt.

Kinder können eine Immobilie steuerfrei erben, in der zuvor ihre Eltern gewohnt haben - vorausgesetzt, die Kinder ziehen dort innerhalb von sechs Monaten nach dem Erbfall selbst ein. Das entschied der Bundesfinanzhof (BFH) nun in einem Urteil (Az.: II R 37/16).

In dem verhandelten Fall erwarb ein Sohn als Alleineigentümer ein Zweifamilienhaus. Das Haus mit 120 Quadratmetern Wohnfläche hatte sein Vater bis zum Tod im Januar 2014 bewohnt. Der Grundbucheintrag erfolgte im September 2015. Angebote für Renovierungsarbeiten holte der Kläger sogar erst im April 2016 ein, zwei Monate später begannen die Bauarbeiten - zu spät aus Sicht des Finanzamtes. Es setzte Erbschaftssteuer fest, ohne dabei die Steuerbefreiung für ein Familienheim zu berücksichtigen. Denn eine Voraussetzung für die Befreiung ist, dass der Erbe unverzüglich die Immobilie zu Wohnzwecken selbst nutzt. Der Mann klagte gegen das Finanzamt.

Die BFH-Richter stellten klar, dass Selbstnutzer bei einem späteren Einzug nur in besonderen Ausnahmefällen die Immobilie steuerfrei erben könnten. Im verhandelten Fall habe der Kläger das Haus nicht unverzüglich zu eigenen Wohnzwecken bestimmt. Im Gegenteil, er sei auch zwei Jahre und acht Monate nach dem Erbfall noch nicht ins geerbte Haus eingezogen. Er konnte auch nicht glaubhaft machen, dass andere diese Verzögerungen zu vertreten haben. Somit bestätigten die Richter die Entscheidung des Finanzamtes, dass er keine Steuerbefreiung erhält.

Wie hoch sind die Freibeträge?

Wer eine Immobilie erbt, wird nicht selten zur Kasse gebeten. Schuld daran sind die Erbschaftsteuer und die derzeitigen Immobilienpreise. Glücklicherweise gibt es jedoch Freibeträge. So können Ehepartner bis zu 500.000 Euro steuerfrei erben, bei Kindern sind es 400.000 Euro - von jedem Elternteil. Großeltern können ihren Enkelkindern 200.000 Euro vermachen, ohne dass der Fiskus zuschlägt.

Bei Geschwistern, Nichten, Neffen und Lebensgefährten sinkt der steuerliche Freibetrag jedoch drastisch auf nur noch 20.000 Euro. Grundsätzlich gilt: Der Steuerfreibetrag ist umso höher, je enger die verwandtschaftliche Beziehung ist. Nur Geschwister machen hier eine Ausnahme. Ist der jeweilige Freibetrag ausgeschöpft, greifen die individuellen Steuersätze - allerdings nur für die Differenz zwischen Freibetrag und dem Wert der Erbschaft.

Quelle: n-tv.de, awi/dpa

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