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Arbeitgeber müssen mehr zahlen So viel Sozialabgaben werden 2019 fällig

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Die Gesamthöhe der Sozialbeiträge bleibt auch im kommenden Jahr unter der 40-Prozent-Marke.

(Foto: imago/Eibner)

Die Verteilung der Sozialbeiträge ändert sich zugunsten der Arbeitnehmer. Durch die künftige Beitragsparität bei den Zusatzbeiträgen der Krankenkassen werden die Arbeitnehmer etwas entlastet, die Arbeitgeber im gleichen Maße belastet.

Bei den Beiträgen zu den gesetzlichen Sozialversicherungen gibt es derzeit keinen einheitlichen Trend. Zwar sollen Versicherte und Arbeitgeber im kommenden Jahr bei der Arbeitslosenversicherung entlastet werden. Bei der Pflegeversicherung müssen sie dafür kräftig draufzahlen. Für gesetzlich Krankenversicherte gibt es aber eine leichte Entlastung.

Arbeitslosenversicherung

Nach langem Ringen haben sich Union und SPD darauf verständigt, dass der Beitrag zur Arbeitslosenversicherung zum Jahreswechsel um 0,5 Prozentpunkte auf dann 2,5 Prozent sinken soll. Davon wird allerdings nur ein Minus um 0,4 Prozentpunkte im Gesetz festgeschrieben. Die Streichung der verbleibenden 0,1 Prozentpunkte wird per Verordnung bis 2022 befristet. Dann soll anhand der Kassenlage neu entschieden werden.

Pflegeversicherung

Der Beitrag zur Pflegeversicherung soll hingegen ab Januar 2019 um ebenfalls 0,5 Prozentpunkte auf dann 3,05 Prozent steigen, plus wie bisher 0,25 Prozentpunkte Aufschlag für Kinderlose. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) begründet diese Mehrbelastung mit einer steigenden Zahl von Leistungsempfängern sowie mit in den vergangenen Jahren beschlossenen Verbesserungen von Pflegeleistungen beziehungsweise Leistungsansprüchen, die sich finanziell stärker auswirkten als zunächst angenommen.

Krankenversicherung

In der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bleibt es beim Beitragssatz von 14,6 Prozent plus den jeweils unterschiedlichen Zusatzbeiträgen der Krankenkassen: Sie werden im kommenden Jahr bei durchschnittlich 0,9 Prozent liegen und damit 0,1 Punkte unter dem derzeitigen Niveau. Neu ist zudem die vom Bundestag beschlossene Rückkehr zur Beitragsparität: Danach muss der Zusatzbeitrag ab 2019 nicht mehr von den Versicherten allein, sondern paritätisch von Arbeitgebern und Arbeitnehmern finanziert werden.

Rentenversicherung

Der Beitragssatz der gesetzlichen Rentenversicherung bleibt mit 18,6 Prozent stabil. Er war Anfang 2018 um 0,1 Punkte gesenkt worden. Der Gesetzentwurf der Koalition zur Rente sieht für die Zeit bis 2025 eine doppelte Haltelinie vor: Das Rentenniveau soll bis dahin auf dem jetzigen Stand von 48 Prozent bleiben, der Beitragssatz nicht über 20 Prozent steigen. Allerdings dürfte sich der Rentenbeitrag diesem Wert spätestens ab 2022 annähern, da die Zahl der Ruheständler weiter ansteigt. Kostensteigernd wirken auch Mütterrente und Rente ab 63 für langjährig Versicherte.

Sozialbeiträge insgesamt

Die Höhe der Sozialbeiträge insgesamt beträgt damit 2019 wie schon im laufenden Jahr 38,75 Prozent plus des Zusatzbeitrags für die Krankenkassen von 0,9 Prozent. Die Gesamthöhe der Beiträge bleibt also auch im kommenden Jahr unter der 40-Prozent-Marke. Bei kinderlosen Versicherten schlägt allerdings noch der 0,25-Prozent-Zuschlag bei der Pflege zu Buche. Für bestimmte Gruppen - etwa Mitglieder der knappschaftlichen Rentenversicherung - gelten Sonderregeln.

Verteilung der Beiträge

Die Verteilung der Sozialbeiträge ändert sich zugunsten der Arbeitnehmer. Durch die künftige Beitragsparität bei den Zusatzbeiträgen der Krankenkassen werden die Arbeitnehmer insgesamt um diese im Schnitt 0,45 Prozent entlastet, die Arbeitgeber im gleichen Maße belastet.

Quelle: n-tv.de, awi/AFP

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