Ratgeber

Sonderkündigungsrecht nutzen So wechseln Sie richtig den Stromanbieter

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Strom entwickelt sich zum Luxusgut.

(Foto: imago images/McPHOTO)

Wenn der Strompreis für sie steigen soll, können Verbraucher zu einem anderen Anbieter wechseln. Aber wie funktioniert ein solcher Wechsel? Und was müssen Verbraucher dabei beachten?

Die Stromversorgung ist hierzulande eine richtig teure Angelegenheit. Deutsche Verbraucher zahlen im internationalen Vergleich am meisten. Doch steigt der Strompreis, lohnt sich der Wechsel meist finanziell. Der Anbieter muss seine Kunden mindestens sechs Wochen vor der geplanten Preiserhöhung darüber informieren und auf ein Sonderkündigungsrecht hinweisen. Unterlässt er dies, ist die Preiserhöhung unwirksam.

Seit August gibt es bei dieser Regel jedoch eine Ausnahme - und zwar, wenn der Stromanbieter die Anpassung der Mehrwertsteuer unverändert an den Kunden weitergibt. Darauf weist die Bundesnetzagentur hin.

Möchte man als Verbraucher seinen Stromanbieter wechseln, ohne dass eine Preiserhöhung vorliegt, sollte man die Vertragsdauer des aktuellen Vertrags überprüfen. Denn in der Regel ist erst bei Vertragsablauf eine Kündigung möglich - natürlich unter Beachtung der Kündigungsfristen. Ist man als Kunde noch in der Strom-Grundversorgung, ist ein Wechsel hingegen immer möglich.

Anbietervergleich hilft beim Sparen

Wer sich für einen Wechsel entschieden hat, sollte als erstes einen neuen Stromanbieter über Vergleichsportale im Internet suchen. Dazu sollte man möglichst seine letzte Stromrechnung bereit halten. Denn dort ist der Energieverbrauch vermerkt - und den braucht man, um Strompreise richtig vergleichen zu können.

Beim neuen Vertrag sollten Kunden auf eine Preisgarantie und eine kurze Vertragslaufzeit achten. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät zu einer Laufzeit von maximal zwölf Monaten. Außerdem sollte die Kündigungsfrist maximal sechs Wochen betragen.

Mit der Kündigung des bisherigen Stromvertrags können Kunden in der Regel den neuen Dienstleister beauftragen. Die Verbraucherschützer raten aber bei kurzfristigen Kündigungen dazu, diese selbst in die Hand zu nehmen, um das Risiko einer ungewollten Vertragsverlängerung zu vermeiden. Dies gelte auch für eine Sonderkündigung infolge einer Preiserhöhung: "Verlassen Sie sich nicht auf einen neuen Anbieter und kündigen Sie zur Sicherheit selbst", raten die Verbraucherschützer.

Zwei Optionen möglich

Verbrauchern stehen bei einem Anbieterwechsel zwei Handlungsoptionen zur Verfügung. Die erste Option: über eins der klassischen Vergleichsportale einen günstigen Tarif mit Bonus auswählen. Mit überschaubarem Aufwand sind so jährlich etliche - zum Teil Hunderte - Euros zu sparen.

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Die zweite Option: die jährliche Tarifoptimierung an einen sogenannten Tarifaufpasser übergeben. Anders als die klassischen Vergleichsportale sorgen diese Wechselhelfer nicht nur für die einmalige Tarifoptimierung, sondern behalten den gesamten Markt kontinuierlich im Blick und stellen sicher, dass Kunden auch in den Folgejahren nicht zu viel berechnet wird. Sobald sich ein günstigeres Angebot findet, wird man vom Tarifaufpasser informiert und eine Woche später automatisch in den besten Tarif gewechselt. Stiftung Warentest hat das Segment dieser Tarifaufpasser einem Langzeittest unterzogen und die vier Dienstleister Esave, SwitchUp.de, Wechselpilot und Wechselstrom als "sehr empfehlenswert" bewertet.

Stiftung Warentest empfiehlt diese Lösung vor allem dann, wenn man die günstigen Bonustarife nutzen, sich jedoch nicht jedes Jahr selbst darum kümmern möchte: "Dank der Tarifaufpasser können auch Bequeme solche Tarife nutzen, denn wenn es im zweiten Jahr teurer wird, sind sie bereits im neuen Vertrag."

Quelle: ntv.de, awi/dpa