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Bis zu sechs Prozent Kosten So wird bei der Sofortrente hingelangt

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Bei Sofortrenten langen Versicherungsunternehmen ordentlich hin.

(Foto: imago/CHROMORANGE)

Wer fleißig spart, kann sich im Alter über den einen oder anderen Euro freuen. Doch wohin damit? Soll das Geld nicht auf den Kopf gehauen werden, kann man es in eine Sofortrente investieren. Dann wird das Ersparte in eine lebenslange Rente umgewandelt. Zu horrenden Kosten, wie Verbraucherschützer festellen.

Doch, das soll es geben: Nicht wenige Menschen in Deutschland können sich zu Beginn ihres Ruhestandes über ein beachtliches Guthaben auf ihrem Konto freuen. Sei es durch Sparpläne, Lebensversicherungen oder sonst wie zur Seite gelegt. Wer lange etwas davon haben und seine monatlichen Bezüge aufbessern möchte, kann in eine Sofortrente investieren.

Hierbei handelt es sich um eine sofort beginnende klassische Rentenversicherung. Sie ist das Standardprodukt, wenn man einen größeren Geldbetrag in eine lebenslange Rente umwandeln will. Sofortrenten garantieren nach einmaliger Einzahlung eines bestimmten Geldbetrags eine lebenslange Leibrente. Versicherte erhalten derart jeden Monat einen festgelegten Betrag als Rente, ganz gleich wie alt sie werden.

Bis zu sechs Prozent des Verrentungsbetrags

Was zunächst nach einer bequemen und rentablen Lösung für den Ruheständler klingt, ist allerdings alles andere als preiswert, wie die Verbraucherzentrale Hamburg (vzhh) in einer Stichprobe ermittelt hat. War auch schon vorher bekannt, dass Versicherungsunternehmen bei Geldanlagen im Versicherungsgewand ordentlich hinlangen, überraschen die ermittelten Kosten für Sofortrenten dann doch. 

Laut der Untersuchung verlangen die Assekuranzen bei Vertragsbeginn Abschluss- und Vertriebskosten von bis zu 6 Prozent des Verrentungsbetrags. Für die Vermittlung von Lebensversicherungen und Ansparrenten dürfen die Gesellschaften bei Vertragsbeginn hingegen "nur noch" Abschluss-und Vertriebskosten in Höhe von 2,5 Prozent der Beitragssumme berechnen, verteilt auf die ersten fünf Jahre.

Für die Stichprobe hat die vzhh Angebote bei fünf Versicherern eingeholt. Die Eckpunkte: Eine 65-jährige Person möchte 50.000 Euro verrenten lassen. Die Rente soll teildynamisch sein. Ein Versicherungs- beziehungsweise Hinterbliebenenschutz besteht nicht.

Ergebnis:

  1. HDI Lebensversicherung AG: Kosten in Höhe von 3022,61 Euro (2998,61 Euro Abschluss- und Vertriebskosten + 24 Euro Verwaltungskosten zu Vertragsbeginn).
  2. Alte Leipziger Lebensversicherung: 2766,98 Euro (1999,26 Euro Abschluss- und Vertriebskosten + 767,72 Euro Verwaltungskosten zu Vertragsbeginn).
  3. Württembergische Lebensversicherung AG: 2399,87 Euro (1999,89 Euro Abschluss- und Vertriebskosten + 399,98 Euro Verwaltungskosten zu Vertragsbeginn).
  4. Lebensversicherung von 1871 a. G. (LV 1871): 2250 Euro (1250 Euro Abschluss- und Vertriebskosten + 1000,00 Euro Verwaltungskosten zu Vertragsbeginn).
  5. Allianz Lebensversicherungs-AG: 1999,98 Euro (1999,98 Euro Abschluss- und Vertriebskosten zu Vertragsbeginn).

Zusätzlich fallen bei allen Versicheren jährliche Verwaltungskosten an.

"Verbraucher mit einer Sofortrente werden gegenüber denjenigen mit einer klassischen Lebens- oder Rentenversicherung spürbar benachteiligt", kritisiert Kerstin-Becker-Eiselen von der vzhh. Das betrifft auch Sparer, die das Kapital eines mit Riester geförderten Bank- oder Fondssparplans nach der Ansparphase verrenten lassen wollen. "Hier muss der Gesetzgeber nachbessern und dafür sorgen, dass die Kostenbelastung für Verbraucher sinkt, sodass sie nicht um ihr Geld für den Ruhestand gebracht werden." 

Quelle: n-tv.de, awi

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