Ratgeber

Alle zahlen, wenige machen Kasse Solarstrom-Förderung zu hoch

Die Anbieter von Solaranlagen werben mit hohen, staatlich garantierten Rediten für die Montage einer Photovoltaik-Anlage. Für die Bereicherung Einzelner muss die Allgemeinheit durch immer höhere Strompreise zahlen.

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Wenige fahren auf Kosten der Allgemeinheit fette Renditen ein.

(Foto: Klaus-Uwe Gerhardt, pixelio.de)

Die Solarförderung treibt trotz geplanter Kürzungen die Strompreise nach Angaben der Verbraucherschützer weiter in die Höhe. 2011 kletterten sie damit um weitere bis zu 10 Prozent über die ohnehin geplanten Strompreiserhöhungen hinaus, berichtete der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv). Grund sei das enorme Wachstum von Solaranlagen, die automatisch über eine Umlage der Verbraucher gefördert würden, monierte vzbv-Chef Gerd Billen.

Die Prognose stützt sich nach vzbv-Angaben auf den von Experten erwarteten Stromzuwachs aus neuen Solaranlagen. 2009 hätten deren Kapazitäten bei mindestens 3800 Megawatt (MW) gelegen. Für 2010 würden acht- bis zehntausend Megawatt erwartet, 2011 sogar 15.000 bis 20.000 MW. "Der Grund: Die anhaltend hohe Subventionierung durch die Stromkunden, die den Anlagenbetreibern überhöhte Renditen garantiert", sagte Billen.

Rücknahme der Bonuserhöhung gefordert

Dabei plant die Koalition bereits im laufenden Gesetzverfahren Solarförder-Kürzungen zur Jahresmitte 2010 um 16 Prozent. Im Januar 2011 sollte es zu einer weiteren Kürzung von 17 Prozent kommen, appellierte der Verband an die schwarz-gelbe Koalition. Auch müsse die geplante Bonus-Erhöhung von zwei auf acht Cent je Kilowattstunde für die Erzeuger von Dachstrom, die diesen nicht ins Netz einspeisen, zurückgenommen werden.

Ohne eine solche Rücknahme der Förderung würde die Verbraucher- Umlage für Strom nach dem Erneuerbaren Energiegesetz (EEG) wegen dieser Mengen-Entwicklung von derzeit zwei Cent pro Kilowattstunde auf vier bis fünf Cent steigen. Ein Musterhaushalt mit vier Personen verbrauche im Schnitt 4000 Kilowattstunden im Jahr. Die Kosten dafür belaufen sich laut vzbv 2010 - bei einem Kilowattstundenpreis von 23 Cent - auf rund 920 Euro. 2011 erhöhten sich diese Ausgaben infolge der steigenden EEG-Umlage um 95 bis 120 Euro. Das entspreche der zusätzlichen Strompreiserhöhung um mindestens zehn Prozent.

Dazu erklärte Billen: "Die Bundesregierung ist angetreten, um Steuern zu senken. Das ist gegenwärtig eine schwierige Aufgabe. Sie kann aber Zusatzbelastungen durch Photovoltaik begrenzen und das sollte sie auch tun."

Quelle: ntv.de, dpa

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