Ratgeber

Sparen in Corona-Zeiten Steigen jetzt die Zinsen?

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Bevor das Gros der Banken die Zinsen tatsächlich erhöht, werden sie eher die Negativzinsen abbauen.

(Foto: imago images/MiS)

So wenig, wie die Wissenschaft derzeit über das Coronavirus weiß, so unklar ist die Lage an den Märkten. Sparer wünschen sich Stabilität. Und steigenden Zinsen für ihre Festgeldanlagen. Ob dieser Wunsch in Erfüllung geht, verrät ein Experte.

Die Corona-Pandemie und der damit verbundene Lockdown ganzer Volkswirtschaften hat viele Unternehmen in eine heikle wirtschaftliche Lage gebracht. In Folge dessen werden viele von ihnen Kredite aufnehmen müssen, um überleben zu können. Womit die Banken ins Spiel kommen. Schließlich besteht deren Kerngeschäft ja darin, Geld teurer zu verleihen, als sie sich es selber geliehen haben. Was für Sparer, die ja nach wie vor den Instituten ihr Geld in Hülle und Fülle zur Verfügung stellen, Hoffnung auf steigende Zinsen gibt; sie könnten somit zu den Gewinnern der Krise gehören.

Daran glaubt Max Herbst von der unabhängigen FMH-Finanzberatung in Frankfurt am Main aber eher nicht: "Bisher waren es nur einzelne Geldinstitute, die ihre Zinssätze angehoben haben", sagt er. Für ein Festgeld mit 12 Monaten Laufzeit bekommen Sparer derzeit laut FMH im Durchschnitt 0,15 Prozent Zinsen. Anfang März waren es 0,13 Prozent. Bei einer Laufzeit von 2 Jahren sind für Sparer derzeit 0,19 Prozent Zinsen drin. Anfang März waren es 0,18 Prozent. "Eine Trendwende ist das noch nicht."

Richtig ist, dass die schwedische Klarna ihre Festgeldzinsen vor Kurzem etwas angehoben hat, ebenso erhöhte unter anderem die deutsche SWK-Bank den Zinssatz um 0,1 Prozentpunkte. Zwischenzeitlich haben auch einige andere kleine Banken den Zins kurzfristig nach oben geschraubt, um ihn vermutlich in ein paar Tagen wieder auf das Ausgangsniveau zu senken, meint der Experte.

Realzins entscheidend

Denn die meisten Banken dürften nach Ansicht von Herbst kaum Probleme haben, eine steigende Kreditnachfrage zu bedienen. "Viele deutsche Banken schwimmen in Kundengeldern", sagt er. "Das wird vermutlich noch eine Weile so bleiben." Entscheidender sei den für Sparer auch, wie sich die Inflationsrate entwickeln werde. Denn entscheidend bei der Geldanlage ist der sogenannte Realzins, also der Nominalzins abzüglich der Inflationsrate. Und wie die sich entwickelt, darüber kann derzeit nur spekuliert werden. So erwarten einige einen geradezu explosionsartigen Anstieg, andere gehen davon aus, dass die Teuerungsrate auf dem aktuellen Stand von etwa 1,5 Prozent verharrt. Argumente gibt es für die eine wie für die andere Prognose.

Bevor das Gros der Banken die Zinsen tatsächlich erhöht, werden sie eher die Negativzinsen abbauen. Jedenfalls ist derzeit nicht zu erwarten, dass die Verbraucher sich in Zeiten der Krise oder danach direkt einem ungebremsten Konsumrausch hingeben. Die Ängste und Unsicherheiten in die berufliche und finanzielle Zukunft werden noch etliche Monate nach der Corona-Krise bemerkbar sein, sagt Herbst.

Umso wichtiger ist es, sich auch in einem nach wie vor schwierigen Umfeld die lukrativsten Angebote durch einen Vergleich zu sichern.

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Quelle: ntv.de, awi