Ratgeber

Bafin zur Lebensversicherung Über wen beschweren sich Kunden am meisten?

Wie zufrieden sind Kunden mit ihrer Lebensversicherung? Die Beschwerdestatistik der Bafin kann ein Indikator dafür sein. Jetzt hat die Finanzdienstleistungsaufsicht neue Zahlen vorgelegt.

Die Rendite bei Neuverträgen sinkt, die Kosten sind hoch: Lebensversicherungen sind zwar weit verbreitet, ein Abschluss zahlt sich aber heute nach Ansicht von Verbraucherschützern kaum noch aus. Foto: Andrea Warnecke

Einige Versicherer haben das Neugeschäft mit Lebensversicherungen eingestellt.

(Foto: dpa-tmn)

Wenn sich Kunden über ihre Lebensversicherung ärgern, haben sie verschiedene Möglichkeiten: Geht es um das Fehlverhalten eines einzelnen Mitarbeiters hilft manchmal schon die Beschwerden bei der Geschäftsleitung. Liegt m an mit dem ganzen Unternehmen über Kreuz, bietet sich der Versicherungsombudsmann an. Oder man wählt den offiziellen Weg und beauftragt die Finanzdienstleistungsaufsicht, den Fall zu prüfen. Jedes Jahr veröffentlicht die Bafin eine Beschwerdestatistik – und 2013 hatte sie demnach mehr zu tun als im Vorjahr.

2150 Beschwerden sind im Laufe des Jahres bei der BaFin eingegangen, etwa zehn Prozent mehr als 2012, rechnet das Versicherungsjournal vor. Angesichts von gut 89 Millionen Lebensversicherungsverträgen in Deutschland ist die Zahl aber immer noch ziemlich überschaubar. Auf 100.000 Verträge kamen somit im Schnitt gerade mal 2,4 Beschwerden.

Bei manchen Anbietern waren es aber mehr als doppelt so viele. Am meisten hatte es die BaFin mit der Protektor-AG zu tun, hier gab es sogar mehr als elf Meldungen auf 100.000 Verträge. Nun ist das nicht weiter überraschend, denn bei Protektor handelt es sich um die die Auffanggesellschaft der deutschen Lebensversicherer, die Verträge von insolventen Gesellschaften fortführt. Dass es hier öfter zu Konflikten kommt als üblich, scheint plausibel.

Allianz ist Durchschnitt 

Auf den Plätzen zwei und drei liegen die Skandia und die Victoria mit 6,54 bzw. 5,23 Beschwerden pro 100.000 Kunden. Beide machen keine Neugeschäfte mit Lebensversicherungen mehr, sondern führen nur noch Verpflichtungen aus alten Verträgen fort.

Bei den großen Versicherern sieht die Bilanz besser aus: Sieben blieben nach Informationen des Versicherungsjournals unter dem Branchenschnitt. Kaum der Rede wert waren die Beschwerdezahlen demnach bei der R+V, der Bayern-Versicherung und der Debeka. Marktführer Allianz lag mit einer Quote von 2,36 knapp unter dem Durchschnitt. Am unteren Ende der Skala rangieren Zurich Deutscher Herold und HDI, wo die Kunden häufiger Hilfe von der Bafin anforderten.  

Überbewerten sollte man die Zahlen aber nicht. Denn zum einen landen viele Klagen inzwischen gar nicht mehr bei der Bafin, sondern beim Ombudsmann. Und zum anderen geht aus der Statistik auch nicht vor, ob die Beschwerden berechtigt waren.

Quelle: ntv.de, ino

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