Ratgeber

Zu geringe Mieteinnahmen Vermieter können Steuer zurückbekommen

Leerstand: Gelingt es einem Vermieter nicht, einen Mieter zu finden, kann er einen Grundsteuer-Erlass beantragen. Foto: Ralf Hirschberger

Bei Leerstand muss der Hauseigentümer nachweisen, dass er keine Schuld am Mietausfall trägt.

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Hauseigentümer können bei einem unverschuldeten Leerstand einen Teil der Grundsteuer zurückerstattet bekommen. Dafür müssen sie einen Erlass beantragen. So geht's.

Wenn Vermieter unverschuldet einen erheblichen Mietausfall hinnehmen mussten, können sie Steuern zurückbekommen. Betroffene können einen teilweisen Erlass der Grundsteuer bei der Gemeinde beantragen. Für 2019 ist dies bis zum 31. März 2020 möglich.

"Maximal können die Eigentümer einen 50-Prozent-Nachlass erhalten", erklärt Isabel Klocke vom Bund der Steuerzahler. Ein Anspruch auf Steuerreduzierung bestehe prinzipiell immer dann, wenn es zu erheblichen Mietausfällen kommt und der Eigentümer selbst keine Schuld an den Ertragseinbußen trägt.

Erheblich ist ein Ausfall, wenn der Mietertrag sich um mehr als 50 Prozent vermindert. Dann kann die Behörde 25 Prozent der gezahlten Grundsteuer erlassen. Fällt der Mietertrag komplett aus, kann sie 50 Prozent der Grundsteuer erlassen. Wodurch die Mietausfälle zustande gekommen sind, ist dabei nicht relevant. Entscheidend ist allein, dass der Vermieter sie nicht zu vertreten hat. So kann beispielsweise ein Leerstand durch Hochwasser oder Brand einen Steuererlass begründen. Renovierungen oder Modernisierungsarbeiten haben Vermieter dagegen alleine zu verantworten.

Gute Karten bei Überangebot

Angenommen, die Wohnung steht leer, weil in der Gemeinde ein Überangebot an Immobilien vorliegt. Der Vermieter hat sich aber redlich um neue Mieter gekümmert. Dann ist er für den Leerstand nicht verantwortlich und hat ein Recht auf den Steuererlass, urteilte der Bundesfinanzhof (Az.: II R 5/05).

Allerdings kann nicht jeder Leerstand die Grundsteuer reduzieren, wie ein aktuelles Urteil zeigt. So entschied das Verwaltungsgericht Koblenz, dass der Leerstand denkmalgeschützter, sanierungsbedürftiger Gebäude allein nicht zur Minderung der Grundsteuer führt (Az.: 5 K 760/19), da Eigentümer Modernisierungs- oder Renovierungsarbeiten selbst zu verantworten haben.

In jedem Fall muss der Hauseigentümer nachweisen können, dass er keine Schuld am Mietausfall trägt. Dies kann er zum Beispiel, wenn er beweisen kann, dass er Vermietungsanzeigen geschaltet hat. "Unbedingt entsprechende Belege aufheben", rät Klocke.

Quelle: ntv.de, awi/dpa