Ratgeber

Zu wenig Beteiligte auf der A2 Versicherung bei Massenunfall

Nach Massenkarambolagen profitieren in die Unfälle verwickelte Fahrer von einer gemeinsamen Regulierung durch die Kfz-Versicherer. Die Unfallserie auf der A2 am Sonntagabend wird von der Branche allerdings nicht als Massenkarambolage eingestuft, sagte Christian Lübke vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gegenüber der dpa. "Der Lenkungsausschuss des GDV hat entschieden, dass es sich bei den Geschehnissen nicht um eine Massenkarambolage gehandelt hat, sondern um Pulks." Der größte Pulk soll nach Erkenntnissen des GDV höchstens zwölf Parteien betreffen.

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Auf der A2 kam es zu Massenunfällen, nicht zu einer Massenkarammbolage.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

 

Ein spezieller Maßnahmenplan zur Regulierung greife aber erst, wenn mindestens 50 Fahrzeuge beteiligt sind. In Ausnahmefällen könne schon ab der Grenze von 20 Fahrzeugen eine gemeinsame Regulierung erfolgen, wenn die Rekonstruktion des Hergangs mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden ist, erläutert der GDV. Der Autoclub ACE in Stuttgart hatte am Montag darauf hingewiesen, dass die Versicherer umso bereitwilliger die Schäden regulieren, je mehr Fahrzeuge in eine Massenkarambolage verwickelt sind. Ein Grund sei, dass es in solchen Situationen schwer falle, den Hergang genau zu rekonstruieren.

 

Ein spezieller Maßnahmenplan sieht bei Massenunfällen entsprechender Größenordnung vor, dass die Geschädigten ihre Ansprüche nicht bei ihrer Versicherung geltend machen, sondern beim Verband GDV. "In diesem Fall wenden sich Betroffene allerdings an ihre eigene Versicherung beziehungsweise an die des Unfallgegners", sagt Lübke. Nach Angaben der Polizei waren am Sonntagabend 259 Autos in die Unfallserie verwickelt, 66 Menschen wurden verletzt. Nach einer ersten großen Kollision bei Hämelerwald folgten eine Vielzahl von kleineren und größeren Folgeunfällen. Nach ersten Schätzungen beläuft sich der Sachschaden auf rund 1,5 Millionen Euro.

Quelle: n-tv.de, dpa