Ratgeber

Rekorddividenden voraus Warum der Kurs nach Ausschüttung sinkt

imago50633602h.jpg

Viele Anleger halten gezielt nach hohen Dividendenrenditen Ausschau.

Zinsen gibt es derzeit kaum. Doch mit Dividenden können Anleger ein Plus machen. Allerdings kommt es nicht allein auf eine hohe Ausschüttung an. Worauf Anleger achten sollten.

Aktiengesellschaften schütten in diesem Jahr so viel Dividenden aus wie noch nie zuvor. Voraussichtlich 57 Milliarden Euro an Dividenden fließen in diesem Jahr an die Aktionäre. Damit wird die bisherige Bestmarke aus dem Jahr 2018 um 6,6 Prozent übertroffen, wie die Dividendenstudie des isf Institute for Strategic Finance der FOM Hochschule und der DSW Deutsche Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) zeigt, die nun vorgestellt wurde.

Über die Höhe der Dividende wird auf der Hauptversammlung entschieden. Die Auszahlung erfolgt in der Regel wenige Tage später. Interessant zu beobachten: Nach der Zahlung der Dividende sinkt der Kurs der Aktie, wofür es einen einfachen Grund gibt: Das jeweilige Papier wird nach der Ausschüttung "ex Dividende" gehandelt, erklärt die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz in Düsseldorf. Das bedeutet, die Höhe der Dividende ist vom Aktienwert abgezogen worden.

Dividendenrenditen auch Vorboten für schlechte Zeiten?

Ein Beispiel: Der Aktienkurs liegt bei 40 Euro. Die Dividende pro Aktie liegt bei 1,50 Euro. Dann sinkt der Kurs nach der Ausschüttung auf 38,50 Euro. Wenn die Geschäftsaussichten für das Unternehmen aber gut sind, sind die Abschläge in der Regel schnell wieder aufgeholt.

Viele Anleger halten gezielt nach hohen Dividendenrenditen Ausschau. Das ist aber unter Umständen ein Fehler. Denn die Dividendenrendite - also das Verhältnis von Ausschüttung und Kurs - ist immer nur eine Momentaufnahme.

Steigende Dividendenrenditen können zwei Gründe haben: Eine Erhöhung des erwarteten Gewinns oder fallende Aktienkurse. Insofern können hohe Dividendenrenditen auch Vorboten für schlechte Zeiten sein.

Abgesehen davon, können dividendenstarke Wertpapiere dabei helfen, das Depot zu stabilisieren. Sie zeigen in der Regel geringere Kursausschläge als etwa Aktien von Unternehmen, die kaum Dividenden ausschütten. Darauf macht die Aktion "Finanzwissen für alle" der Fondsgesellschaften aufmerksam.

Die durchschnittliche Dividendenrendite des MSCI Europe Index liegt derzeit etwa bei drei Prozent. Bei der Suche nach solchen Wertpapieren sind jedoch nicht die Ausschüttungen der Vergangenheit entscheidend, sondern vielmehr künftig zu erwartende Gewinnbeteiligungen.

Fondsmanager achten bei der Aktienauswahl neben der Dividendenzahlung auf weitere Kriterien, etwa die Bilanzkennzahlen. Zudem bewerten sie das Geschäftsmodell des Unternehmens. Wollen Anleger das Risiko streuen, sollten sie sich aber nicht nur auf ein Unternehmen konzentrieren. Über Dividendenfonds können sie in ein breites Sortiment mit verschiedenen Aktien investieren.

*Datenschutz

Quelle: n-tv.de, awi/dpa

Mehr zum Thema