Ratgeber
Samstag, 26. Februar 2011

Frisch wie beim Bäcker?: Was Aufbackbrötchen taugen

von Alexander Klement

Frische Brötchen gibt es beim Bäcker, an der Tankstelle, im Supermarkt, beim Discounter – oder Zuhause. Aufbackbrötchen zubereiten kann jeder. Backofen vorheizen, Brötchen rein, zehn Minuten warten, fertig. Riecht verdammt gut. Ob es auch schmeckt, hat die Stiftung Warentest geprüft.

Tiefkühlware schlug sich im Test besser als ungekühlte Brötchen.
Tiefkühlware schlug sich im Test besser als ungekühlte Brötchen.(Foto: Stiftung Warentest)

Zum sonntäglichen Frühstück gehören in den meisten Haushalten frische, duftende Brötchen. Schon lange dürfen die Bäcker auch sonntags öffnen und so bilden sich am Wochenende oft lange Schlangen vor den Verkaufstheken. Werktags gibt es frische Brötchen fast überall, auch bei Discountern, Supermärkten und sogar an Tankstellen duftet es nach frischen Brötchen. Mit Backhandwerk hat das Ganze allerdings wenig zu tun: Die Rohlinge werden maschinell erstellt und müssen nur noch in den Ofen geschoben werden.

Aufbacken kann man natürlich auch zuhause. Wer nicht Schlange stehen möchte, schiebt die Brötchen einfach in den heimischen Backofen. Schöner Nebeneffekt: Es riecht dann so gut wie in der Bäckerei.

Tiefgekühlt und ungekühlt

Aufbackbrötchen gibt es tiefgekühlt und ungekühlt. Für den Transport eignen sich die ungekühlten Exemplare besser, zudem brauchen sie keinen Platz im Gefrierfach. Doch was taugen die Brötchen zum Fertigbacken? Die Stiftung Warentest hat 21 verschiedene Sorten getestet und kommt zu dem Ergebnis, dass die Aufbackbrötchen durchaus zum Vergleich mit Brötchen aus der Bäckerei antreten können. Im Test kommen Tiefkühl-Produkte am besten weg. Am meisten überzeugten die Tester die "Goldstücke" von Coppenrath & Wiese, die als einzig die Note "sehr gut" (1,5) erhielten.

Ob die Goldstücke wegen der "leicht glänzenden, zart splittrigen Kruste" so heißen, oder wegen des relativ hohen Preises, sei dahingestellt. Fakt ist: für etwa die Hälfte des Goldstück-Preises verkauft Lidl die "Grafschafter", die mit der Note "gut" (1,6) nur knapp hinter dem Testsieger liegen.

Frei von Konservierungsstoffen

Auch "gute" Exemplare findet man unter den ungekühlten Aufbackbrötchen, die aber laut Stiftung Warentest meist Makel an Kruste und Krume haben. Da diese ungekühlt wochenlang haltbar sind, liegt die Vermutung nahe, dass hier Konservierungsstoffe im Spiel sind. Doch weit gefehlt. Die Brötchen werden nur zu 70 Prozent fertig gebacken und anschließend verpackt. Der Verpackung wird der Sauerstoff entzogen und durch ein Gasgemisch aus Kohlendioxid und Stickstoff ersetzt.

Mit Zusatzstoffen wird ebenfalls gegeizt. Die besten kommen ganz ohne aus, die anderen Herstellern operieren mit bis zu drei Zusatzstoffen, die alle als unbedenklich gelten. Weizenmehl, Wasser, Hefe und Salz reichen für aromatische Brötchen vollkommen aus.

Böse Zungen behaupten, dass durch den Stromverbrauch beim Aufbacken die Brötchen letztlich teurer als beim Bäcker sind. Das ist nicht zwangsläufig der Fall. Die Stromkosten für eine Ofenladung liegen bei rund acht Cent. Ein einzelnes Brötchen aufzubacken lohnt zwar nicht, aber beim sonntäglichen Familienfrühstück kommt man in jedem Fall günstiger weg. Neun Grafschafter kosten 85 Cent plus acht Cent Stromkosten. Der durchschnittliche Brötchenpreis liegt also bei nicht mal elf Cent. Dafür ist in der Bäckerei meist kein Brötchen zu bekommen.

Quelle: n-tv.de

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