Ratgeber

Schall oder Rotation Welche Elektrozahnbürste passt zu mir?

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Keine Frage, hier wird kräftig oszillierend rotiert.

(Foto: imago/Panthermedia)

Sie gelten zwar als effektiver als Handzahnbürsten. Doch auch elektrische Zahnbürsten müssen mit der richtigen Technik genutzt werden - hier gibt es je nach Modell erhebliche Unterschiede.

Manche drehen hin und her, andere vibrieren. Und dann gibt es noch Extras wie Drucksensoren und Timer. Elektrische Zahnbürsten gibt es in unterschiedlichsten Ausführungen. Worauf kommt es wirklich an bei der Ausstattung, und was ist bei der Handhabung der Elektrobürsten zu beachten?

Rotation oder Vibration?

Sogenannte oszillierend-rotierende Zahnbürsten haben runde Bürstenköpfe. Nach Angaben der Stiftung Warentest machen sie typischerweise mehrere Tausend schwingende Seitwärtsbewegungen pro Minute und rotieren zudem in einem Winkel von 50 bis 70 Grad vor und zurück. Bei einigen kommen noch dazu pulsierende Bewegungen. "Dadurch sollen die Zahnbeläge zusätzlich gelockert werden", erläutert der Zahnmediziner Prof. Stefan Zimmer von der Uni Witten/Herdecke.

Schallzahnbürsten dagegen haben längliche Bürstenköpfe. Sie machen laut Stiftung Warentest 13.000 bis 40.000 vibrierende Bewegungen pro Minute. "Die Frequenz liegt im Schnitt bei 250 Hertz", sagt Zimmer.

Als dritte Variante kommen Bürsten dazu, die im Ultraschallbereich und damit in einem sehr viel höheren Frequenzbereich schwingen. Laut Dirk Kropp, Geschäftsführer der Initiative Prodente, spielen sie auf dem Massenmarkt allerdings keine große Rolle.

Eine Frage der Putztechnik und des Fleißes

Qualitativ, also mit Blick auf die Reinigungsleistung, seien die Unterschiede zwischen den beiden Techniken oszillierend-rotierend und vibrierend nicht groß, sagt Lea Sophie Lukas von der Stiftung Warentest. Für wen welches Modell besser geeignet sei, sei eher eine Frage der Putztechnik und des Fleißes.

"Wenn ich jemand bin, der bereit ist, sich intensiv mit dem Thema zu beschäftigen, dann fahre ich mit einer rotierend-oszillierenden Zahnbürste sehr gut", sagt Stefan Zimmer. Der rotierende Kopf sei der Technik nachempfunden, die bei der professionellen Zahnreinigung verwendet wird. "Man muss damit das Zähneputzen aber neu lernen."

Mit einer rotierenden Bürste muss man jeden Zahn einzeln einige Sekunden lang putzen, erläutert die Stiftung Warentest. Zudem gelte es, den Bürstenkopf auch in die Zahnzwischenräume zu schwenken.

Anwendbar wie eine Handzahnbürste

Wer etwas nachlässiger putzt, erreicht mit der Schallbürste laut Warentesterin Lukas mehrere Zähne auf einmal. Zahnmediziner Zimmer ergänzt: "Die Schallzahnbürste verzeiht eher, wenn man nicht die richtige Technik beherrscht." Dem Professor zufolge liegt ihr größter Vorteil darin, dass man sie im Prinzip so anwenden kann wie eine Handzahnbürste.

Meist werde nämlich für das Putzen per Hand die sogenannte "Bass-Technik" empfohlen. Dabei stellt man seine Zahnbürste mit den Borstenenden schräg im 45 Grad Winkel in Richtung Zahnfleisch an und macht leichte Rüttelbewegungen. Das soll die Zahnbeläge lösen, die sodann mit einer Wischbewegung vom Zahnfleisch aus in Richtung Kauflächen ausgefegt werden.

Allerdings: Diese Rüttelbewegungen von Hand zu erzeugen, das sei äußerst schwer, so Zimmer. "Meist werden Schrubb-Bewegungen daraus, die zu Putzschäden führen." Eine Schallzahnbürste jedoch macht genau diese Vibrationsbewegungen, und zwar von alleine. Mehrere klinische Studien haben laut Zimmer gezeigt, dass die vibrierenden Bürsten einer Handzahnbürste überlegen seien.

Manche Bürsten warnen vor zu viel Druck

Weiß man oder bekommt es vom Zahnarzt gesagt, dass man zu fest aufdrückt, sollte man darauf achten, eine elektrische Zahnbürste mit Andruckkontrolle zu wählen, rät Dirk Kropp. Deren Bürsten reagierten mit Blinken oder Brummen, wenn man zu kräftig aufdrückt. "Das bieten zum Teil auch die Bürsten, die nicht die Welt kosten", sagt Warentesterin Lukas.

Die Stiftung Warentest hat erst kürzlich elektrische Zahnbürsten untersucht (Zeitschrift "test", Ausgabe 12/2020). Eine Erkenntnis aus dem Bericht lautet: Nicht nur den Anschaffungspreis beachten, sondern auch die Folgekosten. Man sollte sich vor dem Kauf informieren, wie teuer die Bürstenaufsätze sind. Denn sie sollten alle drei Monate gewechselt werden, empfiehlt Lukas

Bei Putzdefekten auf härtere Bürste setzen

Manchmal entstehen durch das Schrubben sogenannte Putzdefekte. Wer keilförmige Rillen im Zahn bemerkt, die durch das Putzen entstanden sind, sollte laut Zahnmediziner Zimmer auf härtere Borsten setzen.

Seine Begründung: Das Abkratzen der Zahnhalssubstanz entstehe durch Scheuerstoffe in der Zahnpasta und sei davon abhängig, wie intensiv die Zahnbürste die Scheuerstoffe in Kontakt mit der Zahnoberfläche bringe. Eine härtere Bürste arbeite indes nur mit der Borstenspitze. Zudem, so Zimmer, sei die Fläche, die mit der Zahnpasta in Berührung komme, kleiner als bei einer weichen Bürste, deren Borsten nachgeben.

Für gestresstes Zahnfleisch wiederum sei eine weiche Bürste besser. "Orientieren Sie sich daran, was das Hauptproblem ist, oder greifen Sie zu einer mittleren Stärke", empfiehlt Zimmer.

Der Zeitfaktor beim Putzen

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Egal, für welche Härte und welche Technik man sich letztlich entscheidet. Der Putzerfolg ist auch eine Frage der Zeit, die man sich dafür nimmt. "Man sollte nicht unter zwei Minuten putzen", rät Lea Sophie Lukas. Umso erfreulicher sei es darum, dass auch die etwas preisgünstigeren Bürsten mittlerweile über einen Timer oder ein Putzzeitsignal verfügten. Stefan Zimmer betont aber: Jeder Mensch brauche unterschiedlich lang, weil die Gebisse sehr unterschiedlich seien.

Übrigens: Auch elektrische Zahnbürsten bekommen Zahnzwischenräume nicht gänzlich sauber. Zahnseide oder Interdentalbürsten sind also weiterhin unverzichtbar, um diese Bereiche zu reinigen. Letztgenannte gibt es teils auch in elektrischer Ausführung zu kaufen.

Quelle: ntv.de, Bernadette Winter, dpa

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