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Banken und die Vorabpauschale Wenn die neue Fondsbesteuerung den Dispo belastet

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Fondssparer müssen nun automatisch vom Fondsvermögen jedes Jahr 15 Prozent Körperschaftssteuer auf Dividenden, Gewinne sowie deutsche Mieterträge aus offenen Immobilienfonds an das Finanzamt abführen.

(Foto: imago/blickwinkel)

Seit diesem Jahr greifen die Regeln der Investmentsteuerreform: Fonds, die Gewinne zum Teil oder ganz wieder anlegen, werden jetzt anhand der sogenannten Vorabpauschale besteuert. Für viele Anleger bekommt damit der Sparerpauschbetrag eine wichtige Bedeutung.

Anleger sollten ihren Sparerpauschbetrag gezielt verteilen. Der Grund: Seit Anfang Januar kommt bei der Besteuerung von thesaurierenden - also nicht ausschüttenden - Fonds die sogenannte Vorabpauschale zum Einsatz. "Das heißt, es wird ein Gewinn besteuert, der sich aufgrund der Kursentwicklung des Fonds und einer Basisverzinsung ergeben würde, auch wenn er nicht durch Veräußerung realisiert wurde", erklärt Uwe Rauhöft vom Bundesverband Lohnsteuerhilfevereine (BVL) in Berlin. Dafür zuständig ist die depotführende Bank.

"Da es keinen tatsächlichen Gewinn gibt, von dem die depotführende Bank den Steuereinbehalt vornehmen kann, bucht die Bank das Geld für die Steuer von einem bei ihm unterhaltenen Konto des Anlegers ab", erklärt Rauhöft. Eine gesonderte Einwilligung bedarf es dafür nicht. Die Bank darf den Steuereinzug vom Konto auch durchführen, wenn der Kontostand dadurch in den vereinbarten Dispositionskredit rutscht.

Pauschbetrag und Freistellungsauftrag 

Allerdings wird die Steuer erst einbehalten, wenn der Sparerpauschbetrag überschritten wird oder kein entsprechender Freistellungsauftrag bei der Bank gestellt wurde. Für Ledige liegt der Freibetrag bei 801 Euro und bei Zusammenveranlagten bei 1602 Euro.

Wichtig zu beachten: Da das depotführende Institut die einbehaltene Kapitalertragsteuer in der Regel bis zum 10. Februar an das Finanzamt abzuführen hat, wird in der Zeit davor - also zwischen dem 02. Januar bis 10. Februar eines jeden Jahres - der Steuereinzug beim Anleger erfolgen. Für diesen Zeitpunkt sollten Anleger für eine ausreichende Kontodeckung sorgen, damit keine unnötigen Überziehungszinsen anfallen.

Fondsgesellschaften müssen seit Anfang diesen Jahres automatisch vom Fondsvermögen jedes Jahr 15 Prozent Körperschaftssteuer auf Dividenden, Gewinne sowie deutsche Mieterträge aus offenen Immobilienfonds an das Finanzamt abführen. Die Fondsgesellschaften zahlen Anlegern also geringere Kapitalbeträge aus - als Ausgleich bekommen Anleger eine Teilfreistellung für die Erträge - also Mieterträge, Dividenden und Gewinne aus Verkäufen.

Zum anderen kommt nun die sogenannte Vorabpauschale erstmals zum Einsatz. Sie bezieht sich auf die Wertentwicklung von Investmentfonds aus dem Jahr 2018, die Erträge nicht oder nur zum Teil an die Anleger ausschütten. Stattdessen werden die Dividenden und anderen laufenden Erträge wieder direkt in den Fonds angelegt. Experten sprechen dann von thesaurierenden Fonds. Viele Anleger dürften diesen Aspekt der Reform unmittelbar bemerken, wenn sie auf ihrem Verrechnungskonto eine Abbuchung wegen "Fondsbesteuerung" feststellen.

Quelle: n-tv.de, Sabine Meuter, dpa

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