Ratgeber

Kostenlose Angebote Wer bietet das beste Gehaltskonto?

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Die Anzahl der wirklich kostenlosen Gehaltskonten sinkt stetig ...

(Foto: imago/McPHOTO)

Ein kostenloses Girokonto, ist immer seltener zu finden. Das zeigt sich auch daran, dass inzwischen Gerichte darüber entscheiden müssen, wann genau ein Konto sich "kostenlos" nennen darf. Was Kunden wissen müssen - und wo sie noch Gratis-Angebote finden.

Es ist noch gar nicht so lange her, da umwarben fast alle Banken ihre Kunden mit kostenlosen Girokonten. Diese Zeiten sind allerdings vorbei. Die anhaltenden Niedrigzinsen zwingen die Geldhäuser dazu, ihr Geld auch über Gebühren zu verdienen.

Die FMH-Finanzberatung hat deshalb für ntv jene Banken ausfindig gemacht, die nach wie vor auf eine Kontoführungsgebühr verzichten und eine kostenlose Girocard anbieten. Nur wenn diese beiden Punkte erfüllt sind, so hat das Landgericht Düsseldorf Ende 2018 entschieden, darf ein Girokonto sich kostenlos nennen.

Legt man diesen Maßstab an, schrumpft das Feld der echten Gratis-Anbieter spürbar. Das gilt umso mehr, als nicht nur die Girocard ein versteckter Kostentreiber ist. Die Daten der FMH belegen auch, dass viele Banken, die auf Kontoführungsgebühren verzichten, ihre Kunden auf andere Art und Weise zur Kasse bitten. Je nach Modell verlangen sie für jeden Buchungsvorgang – egal ob Online-Buchung oder beleghafte Buchung, ob Geldeingang oder Geldausgang – zwischen sechs bis 17 Cent.

Die letzten ihrer Art

Am Ende bleiben gerade einmal 27 Banken übrig, die noch echte Gratis-Gehaltskonten anbieten. Einige Geldhäuser verlangen für diesen Service einen Mindestgeldeingang. Das schlug sich bei der Bewertung in einem kleinen Malus nieder. Positiv bewertete die FMH, wenn ein Neukunde für die Kontoeröffnung einen Bonus erhält.

Ebenfalls in Ansatz brachten die Frankfurter Experten, ob die Bank eine (kostenlose) Echtzeitüberweisung anbietet. Bei diesem Service wird Geld innerhalb von Minuten dem Zielkonto gutgeschrieben. Das kann in manchen Fällen sehr sinnvoll sein – zum Beispiel beim Autokauf unter Privatpersonen oder wenn man vergessen hat, eine Rechnung zu bezahlen. Bei einigen Banken ist der Express-Service kostenlos und einige verlangen auch Beträge von bis zu 1,50 Euro pro Vorgang. Dies wirkte sich jedoch nicht auf die Bewertung aus.

Ein eher nachrangiges Kriterium war der Dispozins. Er wirkte sich nur dann aus, wenn die anderen Kriterien ausgeglichen waren. Dafür legte die FMH den Fokus auf die sogenannten Verwahrentgelte – also Minuszinsen. Diese erheben immer mehr Banken, wenn zu viel Geld auf dem Girokonto rumliegt.

Der letzte bewertungsrelevante Punkt war die Frage, ob zum Gratiskonto auch eine echte Kreditkarte gehört. Wenn nicht, konnte ein Anbieter im Test nicht die Bestnote erhalten. Die wurde zwei früheren Platzhirschen der Branche zum Verhängnis.

Sehr gute Anbieter sind selten

Das Ergebnis des Vergleichs: Es gibt immer noch Banken, die alle geforderten Kriterien erfüllen und deshalb von FMH das Qualitätssiegel "sehr gut" erhalten. Man kann diese Anbieter allerdings an einer Hand abzählen.

Bei den Direktbanken bewertete die FMH-Finanzberatung insgesamt vier Banken mit der Bestnote: die bundesweit tätige PSD Bank Nürnberg, die DKB, die comdirect und die norisbank.

Die ING und 1822direkt schafften es – anders als in vorangegangenen Vergleichen – nicht mehr ganz nach vorne, weil sie keine klassische Kreditkarte mehr anbieten bzw. einen Aufpreis dafür verlangen.

Bei den Filialbanken glänzen lediglich die HypoVereinsbank, die Santander und die Targobank vor der Postbank.

Hier geht’s zum täglich aktuellen Girokonto-Vergleich von ntv

Quelle: ntv.de, awi