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Ein Hausarzt ist erster Ansprechpartner bei allen möglichen Symptomen.
Ein Hausarzt ist erster Ansprechpartner bei allen möglichen Symptomen.(Foto: imago/Westend61)
Montag, 16. Juli 2018

Verbraucherschützer machen Test: Wie gut untersuchen Hausärzte?

"Wir arbeiten für Ihr Leben gern", hieß es in einer Werbekampagne für niedergelassene Ärzte. Mag sein. Aber ob auch die Leistung stimmt? Die Hamburger Verbraucherzentrale hat per Stichprobe untersucht, wie gründlich Hausärzte den Patienten durchchecken.

Knapp 50.000 Hausärzte gibt es derzeit hierzulande. Dabei sind sie die zentralen Ansprechpartner für die akute Versorgung und die kontinuierliche, oft lebenslange Betreuung der Bürger bei allen gesundheitlichen Problemen. Ein wichtiger Job also. Und sicherlich auch ein schwieriger. Denn Patientenanstürme und komplizierte Abrechnungssysteme machen es auch dem Hausarzt schwer, Patienten immer angemessen zu betreuen.

Das zeigt auch eine Untersuchung der Verbraucherzentrale Hamburg (vzhh). Hier besuchte eine Patientin, die unter anhaltender Müdigkeit litt, 28 Hausärzte und bewertete für die Verbraucherschützer die Qualität von Anamnese, Untersuchung, Diagnose und Beratung sowie die Arzt-Patient-Beziehung im Erstgespräch. Mit einer Durchschnittsnote von 3,1 schnitten die Hausärzte mittelmäßig ab. Grundlage der Bewertung aller Ärzte war eine Checkliste, die die Patientenschützer der Verbraucherzentrale Hamburg mithilfe von Leitlinien, Rechtsprechung, Empfehlungen der Fachgesellschaften und Beratung durch gutachterlich tätige Referenzärzte erstellt hatten.

Bessere Noten für Ärztinnen

Rund 15 Prozent der Hausärzte arbeiteten demnach hervorragend und erhielten die Note 1, ebenso viele wurden jedoch mit 5 bewertet. Die Note 2 oder 3 erreichten insgesamt 50 Prozent der besuchten Ärzte. Die Arbeit des übrigen Fünftels war mit 4 lediglich ausreichend.

Die Krankengeschichte der Patientin wurde nur von einem Drittel der Ärzte im ersten Gespräch einigermaßen ausführlich erfasst und die psychosozialen Aspekte in die Diagnosefindung einbezogen. Hier unterschied sich die Leistung von Allgemeinmedizinern deutlich von der hausärztlich tätiger Internisten. "Fachärzte für Allgemeinmedizin fragten die Patientin häufiger auch schon im Erstbesuch nach ihrer psychosozialen Situation, während Internisten sich stärker auf die somatischen Aspekte konzentrierten, organbezogen schauten und entsprechende Untersuchungen vorschlugen", berichtet Christoph Kranich von der vzhh.

Unterschiede stellten die Patientenschützer auch bei der Herangehensweise weiblicher und männlicher Mediziner fest. Ärztinnen fragten die Patientin aktiver nach ihrer Vorgeschichte, ihren Lebensumständen und möglichen Belastungen. "Deswegen schnitten Medizinerinnen bei unserem Ärzte-Check mit einer Durchschnittsnote von 2,3 sehr viel besser ab als ihre männlichen Kollegen mit 3,7. Das hat uns selbst erstaunt", so Kranich.

Quelle: n-tv.de