Ratgeber

Bald für Sparkassenkunden Zahlen ohne PIN und Unterschrift

Was bei der Geldkarte scheiterte, soll im zweiten Anlauf klappen: die Sparkassen wollen mit der EC-Karte das Kleingeld überflüssig machen. Beim neuen Verfahren wird die Karte einfach vor ein Lesegerät gehalten. Das ist simpel, aber nicht unbedingt sicher.

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Die Karte soll lediglich Kleingeld überflüssig machen.

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Das Plastikgeld soll schneller werden. Nach ersten Projekten bei Kreditkartenanbietern wollen die Sparkassen für ihre 45 Millionen EC-Karten vom zweiten Halbjahr 2011 an schrittweise ein einfacheres Verfahren einführen: das "kontaktlose Zahlen". Die Karte muss nicht mehr in ein Terminal gesteckt werden, sie wird nur noch vor ein Lesegerät gehalten. Das System soll auch die Warteschlangen vor den Kassen verkürzen - ob es sich durchsetzt, muss sich zeigen.

Wie funktioniert das kontaktlose Bezahlen?

Per Funk. Die Zahlungsdaten werden dabei verschlüsselt mit dem Terminal an der Kasse ausgetauscht, wenn die Karte im Abstand von zwei bis drei Zentimetern davorgehalten wird. Manche Lesegeräte sehen aus wie eine Briefwaage, die EC-Karte wird dann darauf gelegt. Der Betrag wird aber nicht vom Konto abgebucht. Die Kunden müssen vorher immer ein Guthaben auf die Karte laden, beispielsweise am Geldautomaten. Das Prinzip kennt man von der Geldkarte, die sich in der Praxis allerdings nie richtig durchsetzen konnte.

Was kann kontaktlos bezahlt werden?

Die Technik ist ausdrücklich für kleine Einkäufe gedacht, die fast nur in bar bezahlt werden. "Die Möglichkeiten für Beschleunigungen sind daher besonders groß", erwartet Bernd Fieseler, der Vorstand des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV). Praktisch wäre die Technik daher überall, wo viele Menschen in kurzer Zeit kleine Beträge ausgeben: in Kiosken und Tankstellen, Kantinen, Universitäten, Sportarenen oder Schnellrestaurants. Mit bundesweit präsenten Lebensmittel- und Drogerieketten spreche man ebenfalls über eine Einführung. Denn noch immer werden knapp 60 Prozent der Einkäufe mit Scheinen und Münzen bezahlt, Karten sind aber auf dem Vormarsch - in einigen Jahren dürften die Anteile jeweils gleich groß sein.

Wie sicher ist die Technik?

Zwei erprobte Sicherheitsschranken fallen beim kontaktlosen Zahlen aus Zeitersparnis weg: Unterschrift oder eine persönliche Geheimzahl (PIN) sind nicht nötig. Der DSGV plant aber eine technische Zahlsperre bei maximal 20 Euro. Für teurere Waren muss dann doch wieder eine PIN eingetippt werden. Um eine Zahlung auszulösen, muss das Terminal zudem eine passende "Händlerkarte" haben. Die Funkreichweite misst nur wenige Zentimeter, was ungewollte Zahlungen verhindern soll. Die Verbraucherzentralen fordern ebenfalls ein, dass es nicht zu "virtuellem Taschendiebstahl" kommen darf, wenn ein Karteninhaber gar nicht direkt an einer Kasse steht.

Was bedeutet die Technik für die Geschäfte und Kunden?

Für die Geschäfte ist es effektiv, wenn die Kunden an den Kassen rascher bedient werden können. "Die Investitionen müssen sich für die Händler aber rechnen", heißt es beim Handelsverband Deutschland. Ein neues Terminal kostet 250 bis 500 Euro. Die Branche will auch, dass die Methode mit EC-Karte plus Unterschrift nicht verschwindet. Denn dies kostet die Läden nichts, während die Geldinstitute beim PIN- Verfahren 0,3 Prozent des Warenpreises als Gebühr berechnen. Die Verbraucherzentralen mahnen zudem zur Vorsicht, wenn es um mehr Tempo beim Zahlen à la carte geht. Es dauere zwar, etwas zu unterschreiben oder extra zu bestätigen. Dann habe man es aber auch bewusster unter Kontrolle.

Quelle: n-tv.de, dpa

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