Ratgeber

Streit um Kaskoversicherung Zu spät für die Schadensmeldung?

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Den Versicherungsschutz in Anspruch zu nehmen, setzt voraus, sich auch an die Bedingungen zu halten.

(Foto: imago/blickwinkel)

Kommt der eigene Wagen bei einem Unfall zu Schaden, zahlt eigentlich die Versicherung. Vorausgesetzt, der Policen-Inhaber kommt auch seinen Pflichten nach. Diese Erfahrung muss auch ein Porsche-Fahrer machen.

Um den Versicherungsschutz wird immer mal wieder gestritten. Und Spötter behaupten, Versicherungen kommen für alles auf - außer für die Schäden, die entstehen. Doch ganz so einfach ist die Sache nicht. Denn wer meint, Rechte in Anspruch nehmen zu können, muss auch seinen Pflichten nachkommen.

Das musste auch der Eigentümer eines Porsche erfahren, dessen Wagen, geparkt am Straßenrand, Schaden genommen hatte. Für die Reparatur sollte schließlich seine Kasko-Versicherung aufkommen. Was sie sicherlich auch getan hätte, wäre der Schaden nicht erst sechs Monate nach dem Unfall gemeldet worden. So aber verweigerte der Versicherer die Leistung mit dem Hinweis, dass die Schadensmeldung laut Vertrag innerhalb einer Woche hätte erfolgen müssen.

Der Porsche-Fahrer argumentierte hingegen, er habe am Unfalltag an seinem Auto einen Zettel mit einem Namen und einer Mobilfunknummer vorgefunden. Somit wollte er zunächst den Unfallverursacher ausfindig machen. Da ihm dies aber nicht gelang, forderte er nun erst verspätet die Schadensregulierung in Höhe von 5300 Euro von seiner Kaskoversicherung. 

Weil die Parteien sich nicht einigen konnten, landete der Streit beim Oberlandesgericht (OLG) Hamm (Az.: 20 U 42/17), wo man der Versicherung recht gab.

Ungeachtet dessen, dass dem Gericht die Schilderung des Versicherungsnehmers nicht unbedingt glaubhaft erschien, stellte es klar, dass der Mann seine vertraglichen Pflichten verletzt habe. Denn er habe den Schaden entgegen den Versicherungsbedingungen nicht innerhalb einer Woche nach dem Schadensereignis gegenüber seiner Versicherung angezeigt, sondern erst rund sechs Monate später.

Unerheblich sei, dass der Porsche-Eigentümer zunächst versuchen wollte, den eigentlichen Schädiger in Anspruch zu nehmen. Denn die Verpflichtung zur Schadensmeldung besteht unabhängig davon, ob später tatsächlich eine Leistung des Versicherers in Anspruch genommen wird. Vielmehr soll die Anzeigepflicht sicherstellen, dass der Versicherung bei einer Inanspruchnahme eigene Ermittlungen möglich sind, befand das OLG.

Quelle: ntv.de, awi

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