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141 Kilometer ins Büro Zweitwohnung trotzdem absetzbar

Unter der Woche am Arbeitsort, am Wochenende zu Hause - doppelte Haushaltsführung kann ins Geld gehen, doch wenigstens kann man Wohn- und Fahrtkosten von der Steuer absetzen. Und das unter Umständen auch dann, wenn die Zweitwohnung ziemlich weit vom Arbeitsplatz entfernt ist, wie der Bundesfinanzhof jetzt entschieden hat.

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Aufwendungen für doppelte Haushaltsführung werden unter Werbungskosten eingetragen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Wer aus beruflichen Gründen einen Zweitwohnsitz unterhält, darf die Aufwendungen für die doppelte Haushaltsführung als Werbungskosten in der Steuererklärung geltend machen. Das kann auch dann gelten, wenn die Zweitwohnung weit vom Arbeitsplatz entfernt ist, wie der Bundesfinanzhof jetzt klargestellt hat. Gemeinde- oder Landesgrenzen sind demnach unerheblich, entscheidend ist allein, dass die Wohnung so gelegen ist ,dass der Arbeitsweg zumutbar ist, fanden die Richter.

Im verhandelten Fall lagen zwischen der Wohnung und der Arbeitsstätte der Klägerin 141 Kilometer. Sie hatte die Wohnung am damaligen Sitz ihres Arbeitgebers im Jahr 2000 gekauft, die Wochenenden verbrachte sie mit ihrem Mann im gemeinsamen Einfamilienhaus. Im Jahr 2007 verlagerte der Arbeitgeber seinen Firmensitz aber in eine andere Stadt, die weit über 100 Kilometer von der Wohnung entfernt war. Die kaufmännische Angestellte behielt ihre Zweitwohnung dennoch und pendelte nun jeden Tag per ICE ins Büro. Das Finanzamt wollte die Kosten der doppelten Haushaltsführung nun aber nicht mehr anerkennen. Schließlich wohne die Arbeitnehmerin nun nicht mehr am Beschäftigungsort.

In einer Klage vorm Finanzgericht Düsseldorf bekam die Frau Recht und das Urteil wurde nun auch vom Bundesfinanzhof bestätigt. Der Begriff des Beschäftigungsortes sei nicht an eine politische Gemeinde gekoppelt. Wichtig sei, dass der Arbeitnehmer von seiner Zweitwohnung aus täglich seine Arbeit aufsuchen könne – und das sei in diesem Fall gegeben. Von Bahnhof zu Bahnhof braucht die Frau dank schneller ICE-Verbindung eine Stunde, um zur Arbeit zu kommen. Angesichts steigender Mobilitätsanforderungen sei dieser Zeitaufwand nicht unüblich, befanden die obersten Finanzrichter. Die bloße geografische Entfernung ist bei der doppelten Haushaltsführung also irrelevant.

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Quelle: n-tv.de, ino

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