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Rendite durch Roboter Das können die digitalen Anlagehelfer

Robo-Advisor

Robo-Advisor

(Foto: dpa-tmn)

Hochbezahlte Fondsmanager gibt es zwar immer noch. Aber immer häufiger vertrauen private Anleger ihr Geld auch einem Computer an. Doch was leisten solche Robo-Advisor eigentlich? Und was kosten ihre Dienste?

Der deutsche Sparer mag es konservativ. Risikoreiche Investments sind ihm eher suspekt. Eigentlich. Denn in Zeiten dauerhafter Niedrigzinsen suchen selbst die sicherheitsbewusstesten Anleger inzwischen nach Alternativen zu den klassischen Sparprodukten.

Eine beliebte Variante für den Einstieg am Kapitalmarkt ist das Investmentsparen mit kleinen Beträgen. Die Möglichkeiten hierzu sind vielfältig wie nie.

Wer will, kann – wie in den 1990er Jahren – bei seiner Hausbank vorsprechen und dort Aktien oder Fondsanteile erwerben. Wer unsicher ist, welche Papiere die richtigen sind, kann und sollte einen Anlageberater aufsuchen. Und wer es sich zutraut, selbst die richtigen Entscheidungen zu treffen, wird vielleicht per Online-Broker ein Depot eröffnen und es in Eigenregie verwalten.

Algorithmus statt Anlageberater

Relativ neu – aber stark im Kommen – ist zudem die Möglichkeit, die Geldanlage-Strategie einem Roboter anzuvertrauen. Viele Banken, aber auch junge Fintech-Unternehmen setzen inzwischen auf Software, die eigenständig entscheiden kann, welche Aktien oder Fonds für den jeweiligen Kunden, dessen Anlageziele und sein Risikoprofil passend sind.

Das Konzept kommt an. Immer mehr Anleger trauen der künstlichen Intelligenz bessere Anlageentscheidungen zu als hochbezahlten Fondsmanagern – zumal der Computer ohne Emotionen und menschliche Eitelkeit agiert, streng nach Algorithmus.

Dennoch gibt es auch bei den smarten Maschinen gewaltige Qualitätsunterschiede. Exklusiv für n-tv hat die FMH-Finanzberatung recherchiert, was führende Robo-Advisor leisten, wo sie an Grenzen stoßen – und was ihre Dienste kosten (siehe Tabellen). Die Performance der unterschiedlichen Produkte floss hingegen nicht in die Wertung ein. Erstens kann eine solche Betrachtung stets nur die Vergangenheit abbilden. Zweitens sind einige Firmen noch sehr jung, so dass es auch an der Vergleichbarkeit der Angebote fehlt.

Kosten und Konditionen variieren

Gut vergleichbar sind hingegen die konkreten Angebote der Firmen. Sie unterscheiden sich zum Teil erheblich. Wer etwa bei Quirion und Cominvest einen Investmentsparplan starten will, muss erst einmal einen Einmalbetrag von 1.000 bzw. 3.000 Euro aufbringen, um loslegen zu können. Auch Sparpläne sind vielfach erst ab einem bestimmten monatlichen Mindestbetrag möglich: In der Spitzengruppe der FMH-Auswertung liegt die Untergrenze bei Visualvest bei 25 Euro, Quirion verlangt Einzahlungen von mindestens 30 Euro pro Monat, bei Weltinvest fallen sogar 50 Euro als Mindestbetrag an.

Interessenten sollten zudem überprüfen, wie viele Anlagestrategien der Anbieter seiner Wahl in der Auswahlbox hat.  In der Regel bieten die Unternehmen vier oder fünf Varianten an, einige, darunter Quirion, VTB Invest oder Visualvest bringen es auf bis zu zehn Alternativen. Das kann sich als durchaus sinnvoll erweisen. Schließlich soll Computer den guten alten Finanzberater ersetzen und eine persönliche Anlagestrategie entwickeln – und das ist umso besser möglich, je größer die Auswahl ist.

Dass Computer in jedem Fall menschliche Experten in der Geldanlage ersetzen können und werden, ist damit zwar nicht gesagt. Wer mit einem simplen Sparplan ins Investmentgeschäft einsteigen will, für den ist ein guter Robo-Advisor aber eine sinnvolle und kostengünstige Option.

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Quelle: n-tv.de