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Immer weniger Gratis-Angebote Das kostenlose Gehaltskonto

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(Foto: picture alliance / dpa)

Gratis-Girokonten, einst bei fast jeder Bank zu finden, sind heute vom Aussterben bedroht. Wer genau hinschaut, findet aber noch ein paar Exemplare dieser seltenen Spezies.

Die goldenen Zeiten - mit einem breiten Angebot an kostenlosen Girokonten - neigen sich dem Ende zu. Seit – bedingt durch die Finanzkrise – die Habenzinsen in den negativen Bereich gerutscht und die Sollzinsen ebenfalls historisch niedrig sind, spüren die Banken sehr deutlich: Die Zinsdifferenz reicht nicht zum Leben und schon gar nicht für eine ansprechende Rendite. Entsprechend suchen sie nach anderen Einnahmequellen.

Immer mehr Anbieter gehen inzwischen dazu über, selbst für Online-Konten eine monatliche Grundgebühr einzuführen, einzelne Buchungsvorgänge zu berechnen und/oder die Girocard in Rechnung zu stellen. Auch das bringt noch einmal zehn bis 40 Euro pro Jahr.

Das Feld wird immer kleiner

Selbst die Direktbanken, einst fast gleichbedeutend mit "Anbieter kostenloser Girokonten", drehen inzwischen an der Preisschraube. Die FMH-Finanzberatung hat deshalb für n-tv untersucht, wer in diesem Segment noch einfache Bankkonten ohne Kosten und Gebühren anbietet – kein einfaches Unterfangen.

Um überhaupt noch fündig zu werden, mussten die Experten recht großzügige Kriterien anlegen. Als Gebühren zählen in diesem Vergleich nur jene Kosten, die wirklich unvermeidbar sind. Wenn eine Bank also fürs Bezahlen in fremder Währung oder das Geldziehen an den Automaten der Konkurrenz ein Entgelt verlangt, gilt das nicht als klassische Gebühr – weil man solche Service ja nicht unbedingt nutzen muss oder anderweitig kostenlos haben könnte.

Daher ist die Ergebnisliste relativ überschaubar: Von 19 Direktbanken bzw. Banken mit sehr wenigen Filialen sind gerade einmal neun Anbieter übriggeblieben.

Globetrotter müssen genau hinsehen

Als kostenlose Gehaltskonten bezeichnen lassen sich nach Ansicht der FMH-Finanzberatung noch: comdirect, Consorsbank, DKB Deutsche Kreditbank, Deutsche Skatbank, ING, norisbank, Edeka Bank, Wüstenrot direct und die 1822direkt, die allerdings einen Mindestgeldeingang von 1.000 Euro verlangt. Immerhin: Bei den PSD Banken, die zwar meist nur in ihrer Region tätig sind, aber auf Grund der wenigen Filialen durchaus als Direktbanken durchgehen, sind fast alle Banken mit einem kostenlosen Konto vertreten.

Fazit: Wer sich kostenbewusst sich mit Bargeld versorgt, keine beleghaften Überweisungen durchführt und im Urlaub über Extrakosten hinwegsieht, der findet immer noch Girokonten, die im Alltag umsonst zu haben sind. Wer viel in fremder Währung bezahlen muss, sollte sich hingegen gezielt nach dem Fremdwährungsentgelt informieren oder sich eine Kreditkarte besorgen, die im Ausland keine Zusatzkosten erhebt.

Quelle: n-tv.de