Formel1

Abgehängt im einzigen Training Auch das neue Format hilft Vettel nicht

In Imola trifft sich die Formel 1 zum ersten Mal seit 14 Jahren wieder zu einem Grand Prix - und das mit einem ganz neu sortierten Rennwochenende. Nur ein Training steigt vor dem Qualifying. Doch das neue Format sorgt nicht gerade für eine Neuordnung der Verhältnisse.

Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton hat beim verkürzten Rennwochenende in Imola im einzigen freien Training die Bestzeit gesetzt. Der Mercedes-Star und souveräne WM-Spitzenreiter distanzierte in 1:14,726 Minuten den niederländischen Red-Bull-Piloten Max Verstappen um 0,297 Sekunden. Rang drei ging an Hamiltons finnischen Teamkollegen Valtteri Bottas (+0,492).

Die Formel 1 macht an diesem Wochenende zum 100. Mal in Italien Station, das ist Rekord. Der Nationalrennstall Ferrari dürfte beim Comeback des Traditionskurses in der Emilia-Romagna nach 14 Jahren allerdings kaum für eine Party sorgen - zumal das Rennen wegen der Corona-Lage hinter geschlossenen Türen stattfindet. Der Monegasse Charles Leclerc musste sich mit Rang fünf (+0,962) begnügen, Ex-Weltmeister Sebastian Vettel wurde nur Zwölfter (+1,441).

Vettel erlebt ein schwarzes Rennjahr, der viermalige Weltmeister kämpft die komplette Saison schon mit seinem Auto. Es sei ja "offensichtlich: Das andere Auto ist deutlich schneller", stellte Vettel jüngst in Portugal bei RTL fest. Während er sich vergebens abmühe, sehe es beim Teamkollegen Leclerc "viel leichter aus". Schon auf den Trainingsrunden in Portimao hatte Vettel am Boxenfunk geraunt: "Das ist alles, was im Auto steckt. Zumindest in diesem Auto." Ein kaum verhohlener Hinweis auf eine gefühlte Ungleichbehandlung. Teamchef Mattia Binotto hatte jüngst gekontert: "Charles ist sicher sehr gut. Aber man erwartet vom zweiten Fahrer vielleicht doch etwas mehr."

Fünf Saisonrennen stehen noch aus, die Trennung von Vettel und Ferrari könnte höchstens noch vordergründig versöhnlich ausfallen: "Es tut natürlich weh. Meine eigenen Erwartungen sind ja viel höher als die Erwartungen von außen", sagte Vettel. Ja, er vertraue "den Leuten um mich herum und in der Garage", versicherte der Heppenheimer zwar. Doch in Wahrheit scheint von diesem Vertrauen nicht mehr viel übrig.

Verkürztes Format für mehr Spannung

In Imola wird ein verkürztes Format getestet. Die traditionellen Freitagstrainings a zweimal 90 Minuten fallen weg, vor dem Qualifying am Nachmittag (14 Uhr) und dem Rennen am Sonntag (13.10 Uhr/jeweils RTL) hatten die Fahrer nur die eineinhalb Stunden am Samstagmorgen, um ihre Boliden abzustimmen.

Die Formel 1 verspricht sich von der Verknappung der Trainingszeit, die von den Fahrern vorwiegend positiv aufgenommen wurde, einerseits mehr Unvorhersehbarkeit. Auf der anderen Seite bleibt kaum eine andere Möglichkeit, wenn die Serie noch mehr Rennen im Kalender unterbringen will. Für 2021 ist ein Rekordjahr mit 23 Grands Prix geplant, 2020 stehen im Corona-Notkalender "nur" 17 Rennen.

Quelle: ntv.de, ter/sid

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.