Fußball-WM

Streitpunkt Kapitänsbinde DFB riskiert Geldstrafe in jedem WM-Spiel

Die spezielle Kapitänsbinde als Zeichen gegen Diskriminierung und für Vielfalt liegt auf einem Tisch.

Um diese Binde geht's.

(Foto: Sebastian Gollnow/dpa)

Die französische Nationalmannschaft macht einen Rückzieher, der DFB und der englische Fußballverband würden auch Strafen bezahlen: Kurz vor Beginn der WM ist unklar, ob die "One Love"-Kapitänsbinde von der FIFA akzeptiert oder sanktioniert wird.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) will sich von einer möglichen Sanktion durch den Weltverband FIFA für das Tragen der "One Love"-Armbinde nicht abschrecken lassen. "Ich bin durchaus bereit, eine Geldstrafe in Kauf zu nehmen", sagte DFB-Präsident Bernd Neuendorf kurz vor dem WM-Beginn: "Das ist keine politische Äußerung, sondern ein Statement für die Menschenrechte."

Neuendorf schwenkt damit auf die Linie der Engländer ein, die ebenfalls einer Geldstrafe trotzen wollen. Neben Manuel Neuer und Harry Kane wollen auch weitere Spielführer (Niederlande, Belgien, Schweiz, Wales, Dänemark) die Binde tragen. Frankreichs Hugo Lloris hat dagegen einen Rückzieher gemacht. Ob die FIFA die Kapitänsbinde bestraft, ist derzeit offen. Die Binde mit dem Herz in bunten Farben und der Aufschrift "One Love" gilt als Kompromiss, um die Situation in Katar nicht noch weiter anzuheizen. Zahlreiche Kritiker hatten sich die Regenbogenbinde gewünscht.

Eigentlich sieht das Regelwerk der FIFA vor, dass während der WM alle Kapitänsbinden vom Weltverband gestellt werden und diese auch verpflichtend getragen werden müssen. Die "Sportschau" berichtet, eine Information zu den Kapitänsbinden soll bis zum Eröffnungsspiel zwischen Katar und Ecuador an diesem Sonntag (17 Uhr) vorliegen, dies habe die FIFA mitgeteilt: "Die FIFA bestätigt, dass sie Anfragen von Mitgliedsverbänden in Bezug auf die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft Katar 2022 erhalten hat und zu gegebener Zeit darauf antworten wird."

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Entscheidend für die Frage nach einer möglichen Strafe dürfte sein, ob die FIFA die "One Love"-Kapitänsbinde als politische Botschaft einstuft. Diese untersagt die FIFA, wie etwa jüngst beim dänischen Team, das keine Shirts mit der Aufschrift "Menschenrechte für alle" tragen darf. Zuvor hatte Verbandspräsident Gianni Infantino einen als Vorwarnung zu verstehenden Brief an die 32 Teilnehmer gerichtet, sich "auf den Fußball zu konzentrieren".

In Frankreich zeigte dies offenbar Wirkung, Kapitän Lloris bezeichnete den Verzicht auf die Binde als Zeichen des Respekts. Der englische Verband dagegen kündigte an, Strafen hinzunehmen, denn es sei "sehr wichtig, unsere Werte zu zeigen". DFB-Präsident Neuendorf kündigte allerdings leicht einschränkend an, dass sich die Verbände abstimmen müssten, sollte die Strafandrohung über Geldzahlungen hinausgehen und etwa eine sportliche Sanktion im Raum stehen. Dies dürfte elementar davon abhängen, wie sich die FIFA zur "One Love"-Kapitänsbinde verhält.

Quelle: ntv.de, tsi/sid

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