Fußball

So läuft der 20. Spieltag Ancelotti traurig, RB-Liebe statt BVB-Hiebe

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"Ich bin nicht glücklich damit": Carlo Ancelotti und Philipp Lahm.

(Foto: imago/Schiffmann)

Beim FC Bayern spielen sie weiter Fußball, auch am 20. Spieltag der Bundesliga. Doch Trainer Carlo Ancelotti ist nicht allzu glücklich über Philipp Lahm. In Leipzig kuscheln sie derweil, der Hamburger SV hat Oberwassser und macht Witze.

Der FC Bayern gibt sich professionell

Die Münchner haben gerade sicherlich ganz andere Probleme als die ihnen gestellte Aufgabe, an diesem 19. Spieltag der Bundesliga beim FC Ingolstadt anzutreten. Allerdings wollen sie ja weiter Fußball spielen, darum geht es ja irgendwie auch immer noch. Zumal es ja am Mittwoch dann (ab 20.45 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) gegen den FC Arsenal geht. Das ist deshalb von Bedeutung, als dass es sich um das erste Achtelfinale in der Champions League handelt. Aber wie ist die Lage, nachdem Kapitän Philipp Lahm am Dienstag verkündet hatte, am Ende dieser Saison aufzuhören und nicht wie vermutet als Sportdirekter weiterzumachen?

Seine Chefs, der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge und der Aufsichtsratschef Uli Hoeneß, sind ein wenig beleidigt, weil Lahm das nach dem 1:0 gegen den VfL Wolfsburg im Achtelfinale des DFB-Pokals ganz alleine verkündete und nicht, wie angeblich vereinbart, in einer gemeinsamen Erklärung. "Irgendwann ist es einfach zu Ende. Und das Ende will ich selber bestimmen", sagte Lahm. Das ist ihm gelungen. Und Trainer Carlo Ancelotti bleibt wie stets die Ruhe selbst. "Ich bin nicht glücklich damit, aber es ist seine Entscheidung und wir müssen das respektieren. Er ist sehr professionell und wird bis zum Ende sehr professionell sein." Und ja, er habe durchaus versucht, Lahm noch umzustimmen. "Ich habe gesagt, er kann weitermachen. Aber er will seine Arbeit mit 100 Prozent machen und nicht mit 90." Ancelottis Arbeit besteht nun darin, einen neuen rechten Verteidiger für den FC Bayern zu finden. Aber nicht sofort. "Wir haben noch Zeit, um über die nächste Saison zu sprechen", sagte der Trainer. "Es ist schwierig, einen rechten Verteidiger wie Lahm zu finden, aber das ist das Problem für die nächste Saison." Für die Partie beim bayrischen Nachbarn in Ingolstadt gelte: "Ich will ein gutes Spiel sehen. Wir müssen gewinnen. In diesem Moment hilft uns ein Sieg, um eine bessere Motivation zu haben." Für Mittwoch, meinte er. Unser Tipp: 0:2.

Der n-tv.de Geheimtipp

Die einen sind momentan dort, wo die anderen gerne hinwollen. Wenn die Berliner Hertha am frühen Samstagabend beim FC Schalke 04 spielt, gastiert der Tabellensechste beim Zwölften. Doch die Gelsenkirchener wähnen sich im Aufwind, schließlich haben sie zuletzt einen Punkt beim FC Bayern geholt und das Achtelfinale im DFB-Pokal beim SV Sandhausen souverän gemeistert. Im Viertelfinale dürfen sie nun wieder nach München. Der neue Angreifer Guido Burgstaller sagte der "Bild"-Zeitung: "Wenn wir so weitermachen, wird es schwierig, gegen uns zu gewinnen." Die Berliner hingegen strengten sich bei ihrer Pokalpartie in Dortmund enorm an, verloren aber im Elfmeterschießen. Kurzum: Wollen die Schalker sich in dieser Saison tatsächlich doch noch irgendwie für einen Platz in der Europaliga qualifizieren, sollten sie die Berliner auf dem frisch verlegten Rasen in der Arena schlagen. Oder wie es Trainer Markus Weinzierl sagte: "Hertha wird große Herausforderung, der wir stark gegenübertreten werden." Allerdings ist, gemessen am Punktestand, der Weg des Klubs in die zweite Liga kürzer als der nach Europa. Unser Tipp: 2:0.

RB Leipzig kuschelt, der BVB macht Ernst

Die Rasenballsportler haben am Samstagnachmittag einen Hamburger SV zu Gast, der zuletzt tatsächlich zwei Spiele hintereinander gewonnen hat. Und der Eindruck verdichtet sich, dass sie nach dieser unglaublichen Erfolgsserie schon wieder Oberwasser bekommen. "Wir sind mit gutem Rückenwind ausgestattet und können auch aus Leipzig etwas mitnehmen", sagte Trainer Markus Gisdol. Das ist mal eine Ansage. Schließlich trennen beide Mannschaften 14 Tabellenplätze und 26 Punkte. Zudem hat RB von bisher neun Heimspielen acht gewonnen. Nur die Mönchengladbacher ergatterten am vierten Spieltag einen Zähler im Zentralstadion. Dahingehen haben die Hanseaten bisher auswärts ganze fünf Punkte geholt.

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Endlich ein Pokal: Thomas Tuchel.

(Foto: imago/Moritz Müller)

In Leipzig haben sie sich derweil was Feines ausgedacht. Nach der Randale von Dortmund am vergangenen Wochenende sollen sich in der 9. Minute, eine Anspielung auf das Gründungsjahr 2009, alle Zuschauer erheben, die Fanschals schwingen und das Lied "Wir sind Leipzig, Rasenballsport Leipzig" singen. "Unsere Antwort auf die echten Hiebe in Dortmund kann nur lauten: Liebe." Unser Tipp: 2:0.

Der BVB muss sich damit auseinandersetzen, dass der DFB die Südtribüne des Westfalenstadions sperren lassen will und begibt sich derweil zur gleichen, wenn nicht gar zur selben Zeit ans Böllenfalltor, um bei Darmstadt 96 zu gewinnen. Das ist Thomas Tuchels Plan, bevor es am Dienstag in der europäischen Königsklasse weitergeht. "Das Spiel gegen Lissabon spielt zu null Prozent eine Rolle. Wir werden mit dem bestmöglichen Team auflaufen, weil wir die Punkte brauchen", sagte er Trainer. Unser Tipp: 0:3.

War sonst noch was?

FSV Mainz - FC Augsburg (Freitag, 20.30 Uhr): Nach nur einem Sieg aus den jüngsten acht Partien wollen die Mainzer nun wieder einmal gewinnen. Oder wie es Trainer Martin Schmidt formulierte: "Wenn das Spiel angepfiffen wird, gibt es Feuer frei." Tipp: 1:0.
Bayer 04 Leverkusen - Eintracht Frankfurt: Leon Bailey, just für zwölf Millionen Euro vom belgischen Erstligisten KRC Genk verpflichteter Flügelstürmer aus Jamaika, sagt: "Mein Ziel ist, Titel zu gewinnen." Er ist halt neu in Leverkusen. Tipp: 1:1.

Werder Bremen - Borussia Mönchengladbach (beide Samstag, 15.30 Uhr): Konzentration bitte! Das fordert Werders Trainer Alexander Nouri nach zuletzt drei knappen Niederlagen von seinen Spielern: "Wir müssen auch mal festhalten, was wir uns erarbeiten." Tipp: 1:2.
VfL Wolfsburg - TSG Hoffenheim (Sonntag, 15.30 Uhr). Mit großen Ambitionen sind die Wolfsburger gestartet, nun aber heißt es: "Kurzfristig soll der VfL für Punkte stehen, gerne auch dreckige." Das sagte Sportdirektor Olaf Rebbe dem "Kicker". Tipp: 0:1.
SC Freiburg - 1. FC Köln (Sonntag, 17.30 Uhr). In der letzten Partie des Spieltags könnte es fallen: Das 50.000. Tor in der seit dem 24. August 1963 währenden Geschichte der Liga. Aber nur, wenn die anderen zuvor zusammen höchstens 22 Treffer erzielen. Tipp: 2:1.

Wer spielt das beste Phrasenschach?

"Die Leipziger haben extrem schnelle Spieler in ihren Reihen, wenn die an einem vorbeilaufen, kann man sich schnell erkälten." Hamburgs Trainer Markus Gisdol hat nach zwei Siegen in der Liga und im DFB-Pokal seinen Humor wiedergefunden. Wobei wir ehrlicherweise gar nicht wissen, ob er ihn überhaupt verloren hatte. Wie dem auch sei: Ein bisschen Spaß muss sein.

Quelle: ntv.de