Fußball

Neustart in der Nations League Auf diese DFB-Spieler kann Löw bauen

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Bundestrainer Joachim Löw weiß, was er an Toni Kroos hat und freut sich über dessen Bekenntnis zum DFB.

(Foto: imago/Eibner Europa)

Das erste Spiel nach der katastrophalen WM muss das DFB-Team ausgerechnet gegen Fußball-Weltmeister Frankreich bestreiten. Das sieht der Spielplan der neuen Nations League vor. Die meisten WM-Teilnehmer wollen dann dabei sein und Wiedergutmachung leisten.

Das Gerüst für die Mission Wiedergutmachung nimmt Formen an: Nach dem Bekenntnis von Toni Kroos zur deutschen Fußball-Nationalmannschaft signalisierten auch Sami Khedira und Ilkay Gündogan, dass sie für einen Neustart beim tief gefallenen viermaligen Weltmeister zur Verfügung stehen. Ein gutes Zeichen für den angeschlagenen Bundestrainer Joachim Löw, der nach dem WM-Debakel bislang nur die Rücktritte von Mesut Özil und Mario Gomez (mit Hintertürchen) zur Kenntnis nehmen musste. Kapitän Manuel Neuer und Kroos sind für Löw Eckpfeiler bei den Reparaturarbeiten des in der Weltrangliste auf Rang 15 abgestürzten viermaligen WM-Champions.

"Mit seiner Erfahrung, Klasse und Persönlichkeit ist er natürlich ein Schlüsselspieler, dem in unseren weiteren Planungen eine ganz wichtige Rolle zukommt - auf und neben dem Platz", äußerte sich Löw erfreut nach der guten Nachricht von Kroos, Deutschlands Fußballer des Jahres. Erstmals meldete sich der Bundestrainer damit wieder öffentlich zu Wort.

Ob er die Angebote von Gündogan, der mit Deutschland noch "mindestens einen Titel" gewinnen will, und vor allem von Khedira annimmt, wird sich Ende des Monats zeigen, wenn Löw seinen Kader für das Auftaktspiel in der neuen Nations League bekannt gibt. "Wenn es aktuell Bessere gibt, werde ich das akzeptieren. Sollte ich aber nominiert werden, dann ist das für mich immer zugleich Ehre und Verpflichtung", sagte Italien-Legionär Khedira von Juventus Turin und baute so schon mal einer Nichtnominierung vor.

Talente in der Warteschleife

Sicher scheint, dass die beiden erfahrenen Innenverteidiger Mats Hummels und Jérôme Boateng sowie Marco Reus beim Neustart dabei sind. Auch Leon Goretzka, Julian Brandt, Joshua Kimmich, Timo Werner, Niklas Süle, der begehrte Sebastian Rudy sowie natürlich Barca-Torwart Marc-André ter Stegen dürfen mit einer Einladung rechnen. Genau wie Thomas Müller, der allerdings wie viele andere seine Leistung deutlich steigern muss. Bangen muss dagegen der 2014er-Weltmeister Matthias Ginter und auch der Kölner Zweitliga-Profi Jonas Hector.

In der Warteschleife befinden sich Thilo Kehrer, seit seinem Wechsel zu Paris Saint-Germain in dieser Woche der bislang teuerste deutsche Verteidiger (37 Millionen Euro), Kai Havertz (Bayer Leverkusen), Philipp Max (FC Augsburg), Mark Uth (Schalke 04) oder auch Hertha-Talent Arne Maier. Timo Werner warnte aber vor einem radikalen Schnitt. "Der Bundestrainer wird sicher einen guten Weg finden. Das Ausscheiden in Russland war ein Rückschlag. Aber ich denke, man darf jetzt auch nicht alles über den Haufen werfen. Wir haben letztes Jahr die beste Quali aller Zeiten gespielt. Und auch wenn die WM zu kurz für uns  war, sollten wir jetzt nicht alles infrage stellen", sagte der Stürmer von RB Leipzig bei dfb.de.

Für Löw und sein Team geht es Anfang September in der Allianz Arena im Duell zwischen dem entthronten und dem neuen WM-Champion Frankreich nicht nur ums Prestige, sondern gleich wieder um wichtige Punkte. In der Nations League steht das DFB-Team in seiner Gruppe der Division A mit der Equipe Tricolore und den Niederlanden gleich wieder unter Erfolgsdruck. Wer nach Hin- und Rückspielen Letzter ist, steigt ab in die Division B - was angesichts der beiden Gegner für das deutsche Team nicht komplett abwegig ist. Eine Niederlage gegen die Franzosen würde die Diskussionen um den Bundestrainer gleich wieder befeuern - Vertrag hin oder her.

Quelle: n-tv.de, Jürgen Zelustek, sid

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