Fußball

Buli: Last-Minute-K.o. für Köln Bei Werder geht's ja schon wieder gut los

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Werder Bremen legt einen Fehlstart in die neue Saison hin. Theodor Gebre Selassie ahnte es schon in der Halbzeit.

(Foto: picture alliance/dpa)

Der SV Werder Bremen hat eine Albtraumsaison hinter sich - und knüpft da schon wieder an. Am 1. Spieltag der Fußball-Bundesliga setzt es eine Heimniederlage. Aufsteiger VfB Stuttgart verpasst knapp ein großes Comeback, ein Trainerdebütant mit großem Namen darf spät jubeln.

Eintracht Frankfurt - Arminia Bielefeld 1:1 (0:0)

Arminia Bielefeld hat bei seiner langersehnten Rückkehr in die Fußball-Bundesliga einen Achtungserfolg gefeiert. Der Aufsteiger erkämpfte sich bei Eintracht Frankfurt 4137 Tage nach dem letzten Auftritt in der Beletage des deutschen Fußballs mit viel Herz und Leidenschaft ein 1:1 (0:0) und präsentierte sich vor allem defensiv absolut bundesligatauglich. Nach dem Führungstreffer von Cebio Soukou (51.) durfte die Arminia zwischenzeitlich sogar vom Traumstart träumen. Doch Andre Silva (62.) gelang der Ausgleich.

Für die Eintracht ist das Remis auf dem Weg zurück in den Europapokal gleich zum Saisonstart ein gehöriger Dämpfer, aber wie so oft in der Vorsaison zeigte die SGE gegen einen vermeintlich schwächeren Gegner nicht ihr bestes Gesicht. Offensiv mangelte es vor 6500 Zuschauern über 90 Minuten an Durchschlagskraft und der nötigen Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor.

VfB Stuttgart - SC Freiburg 2:3 (0:2)

Dem VfB Stuttgart ist die Rückkehr in die Fußball-Bundesliga trotz einer fulminanten Schlussoffensive misslungen. 482 Tage nach dem Abstieg in der Relegation gegen Union Berlin verloren die Schwaben vor eigenem Publikum das baden-württembergische Derby gegen den SC Freiburg mit 2:3 (0:2). Der Aufsteiger spielte dabei gefällig mit, agierte aber vor allem in der Abwehr erschreckend ungeschickt gegen clevere Gäste.

Nils Petersen (7.) sowie die starken Roland Sallai (26.) und Vincenzo Grifo (48.) trafen für Freiburg, das die reifere Mannschaft stellte und Stuttgarts naive Abwehr immer wieder entblößte. Der Aufsteiger hatte selbst beste Chancen, kam aber erst in der Schlussphase durch Sasa Kalajdzic (71.) und Silas Wamangituka (81.) zu Treffern.

Vor 7123 sorgfältig verteilten und lautstarken Zuschauern begann das erste Spiel denkbar schlecht für den VfB: Nach ein wenig Klein-Klein auf der rechten Seite flankte Sallai auf den völlig freistehenden Petersen, der nickte aus gut sieben Metern locker ein. Es war nicht das erste Problem der Stuttgarter Abwehr, die mit zunehmender Spieldauer große Abstimmungsprobleme offenbarte. Der Aufsteiger ließ sich durch den Rückschlag zunächst nicht aus der Ruhe bringen und hätte beinahe den Ausgleich durch Wamangituka erzielt: Doch dessen Schuss bremste Torhüter Florian Müller noch so stark ab, dass Dominique Heintz den Ball von der Linie schlagen konnte (15.).

Schon kurze Zeit später stellte sich der VfB erneut ungeschickt an: Sallai konnte nach einem Freistoß von Grifo, einer Hacken-Verlängerung von Petersen und einer Glanzparade von VfB-Torhüter Gregor Kobel mühelos einschieben. Grifo selbst raubte dem Aufsteiger kurz nach der Pause die Hoffnung auf eine Wende - die der VfB dennoch unverdrossen zu erzwingen suchte - und beinahe noch geschafft hätte.

Union Berlin - FC Augsburg 1:3 (0:1)

Max Kruse hat bei seinem Bundesliga-Comeback nach 504 Tagen einen Fehlstart des 1. FC Union Berlin nicht verhindern können. Der Top-Zugang der Eisernen wurde am Samstag beim 1:3 (0:1) gegen den FC Augsburg nach 70 Minuten eingewechselt, konnte als Joker aber die Niederlage nicht mehr abwenden. Ruben Vargas (41.), Michael Gregoritsch (82.) und André Hahn (89.) sorgten mit ihren Toren für den ersten Sieg des FCA in der Fußball-Bundesliga gegen Union und einen perfekten Saisonauftakt des Teams von Trainer Heiko Herrlich. Kurz nach der Einwechslung von Kruse hatte Marius Bülter (75.) mit seinem Ausgleich für Berliner Hoffnung gesorgt. Erstmals seit einem halben Jahr waren immerhin wieder rund 4500 Zuschauer im Stadion an der Alten Försterei.

1. FC Köln - TSG Hoffenheim 2:3 (1:2)

Sebastian Hoeneß hat mit der TSG Hoffenheim ein erfolgreiches Debüt als Bundesliga-Trainer gefeiert. Die Europa-League-Starter aus dem Kraichgau gewannen beim 1. FC Köln dank eines Dreierpacks von Andrej Kramaric (3./45.+2., Foulelfmeter nach Videobeweis/90.+3) mit 3:2 (2:1). Neuzugang Sebastian Andersson (22.), erst unter der Woche von Union Berlin verpflichtet, und Dominick Drexler (86.) trafen für Köln.

In Müngersdorf war Hoffenheim hervorragend ins Spiel gekommen, und das hatten die Gäste Kölns Kapitän zu verdanken: Jonas Hector spielte einen zu laschen Rückpass auf Torwart Timo Horn, Kramaric erlief den Ball und traf zur Führung.

Unter der Woche noch hatte Hoeneß um den Einsatz des immer wieder angeschlagenen Kroaten gebangt, der die Mannschaft schon im Pokal mit zwei Treffern ins Elfmeterschießen gerettet hatte. Auch am Samstag liefen die anfangs zahlreichen Hoffenheimer Angriffe über ihn, die TSG vergab aber gleich einige Chancen gegen nun sehr unsichere Kölner.

Diese mussten ohne ihre offensiven Schlüsselspieler der Vorsaison auskommen, Mark Uth kehrte nach Schalke zurück, Jhon Cordoba wechselte zu Hertha BSC. Spielmacher Ondrej Duda (von Hertha gekommen) und Andersson gaben daher ihr Startelf-Debüt - und Andersson nutzte gleich seine zweite Torchance im FC-Trikot. Per Kopf traf er zum Ausgleich, der zu diesem Zeitpunkt unverdient war. Hoffenheim blieb tendenziell besser und wurde durch einen Elfmeterpfiff belohnt: Schiedsrichter Daniel Siebert (Berlin) hatte nach Studium der Videobilder ein Foul von Rafael Czichos an Christoph Baumgartner gesehen. Eine umstrittene Entscheidung, Kramaric verwandelte sicher.

Im leeren Kölner Stadion, erst am Freitagabend hatte die Politik die Pläne für 9200 Zuschauer untersagt, zeigte Hoffenheim nach der Pause allerdings sein anderes Gesicht. Im Minutentakt rollten jetzt Kölner Angriffe auf das Gästetor, Andersson (46.), Jan Thielmann (47.), Duda (50.) und Ellyes Skhiri (53.) und später auch Dominick Drexler (80.) vergaben teilweise knapp.

In dieser Phase verlor Hoeneß' Mannschaft ihre Sicherheit, die TSG stand im Verlauf der zweiten Hälfte tief und kam kaum noch zu Angriffen. Köln agierte oft umständlich - und durfte dennoch lange auf einen Punktgewinn hoffen.

SV Werder Bremen - Hertha BSC 1:4 (0:2)

Ligastart gelungen, Pokalschlappe verdaut: Acht Tage nach den peinlichen Ausscheiden im DFB-Pokal beim Zweitliga-Aufsteiger Eintracht Braunschweig hat Hertha BSC in die Erfolgsspur zurückgefunden. Die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia setzte sich beim Beinahe-Absteiger Werder Bremen mit 4:1 (2:0) durch, es war der erste Hertha-Sieg an der Weser seit 14 Jahren.

In einer starken Phase kurz vor dem Ende der ersten Halbzeit stellten die Gäste die Weichen auf Sieg. In der 42. Minute drückte der aufgerückte Rechtsverteidiger Peter Pekarik den Ball aus kurzer Distanz über die Linie. Mit einem Distanzschuss unter die Latte legte Dodi Lukebakio noch vor dem Pausenpfiff nach (45.+2). Den dritten Berliner Treffer erzielte Matheus Cunha (62.). Sieben Minuten später gelang Davie Selke per Kopfball noch der Ehrentreffer für die Grün-Weißen. Für den Endstand sorgte der eingewechselte Neuzugang Jhon Cordoba (90.).

Quelle: ntv.de