Fußball

"Sicherheit hat Prio 1" DFB-Elf tritt gegen Niederlande an

318d93c272d4abcda07417bd5d5d1730.jpg

Fußballspiel im Schatten des Terrors: Löw, Bierhoff und Assistenz-Trainer Thomas Schneider im Stade de France (v.l.).

(Foto: imago/Moritz Müller)

Der Fußball-Nationalmannschaft bleiben nur wenige Tage Zeit, die schrecklichen Eindrücke aus Paris zu verarbeiten. Der Jahresabschluss gegen Holland steht an. Ein normales Länderspiel wird es nicht geben. Der DFB kündigt "Aktionen" an.

Nach den Terroranschlägen von Paris trifft sich die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zu Wochenbeginn gegen Mittag in Barsinghausen bei Hannover zur Vorbereitung auf das Testländerspiel gegen die Niederlande.

"Jetzt sind wir gefordert, ein Signal zu setzen", sagte DFB-Interimspräsident Rainer Koch der ARD mit Blick auf die Partie am Dienstagabend (20.45 Uhr) in Hannover. Angesichts der Ereignisse in Frankreich sei klar: "Sicherheit hat Prio 1", betonte Koch.

Merkel auf der Tribüne

Bundestrainer Joachim Löw und Teammanager Oliver Bierhoff werden sich um 13.00 Uhr bei einer Pressekonferenz zum letzten Länderspiel des Jahres äußern. Man wolle als Mannschaft ein Zeichen der Gemeinschaft setzen, mit dem französischen Volk und mit den Angehörigen der Opfer, hatte Bierhoff angekündigt.

Auch Kanzlerin Angela Merkel wird mit mehreren Bundesministern im Stadion dabei sein, heißt es. "Wir dürfen gemeinsam dem Terror nicht weichen. Wir sind wehrhaft", sagte Koch. "Die Gesellschaft muss natürlich Trauer zeigen. Und sich dann überlegen, wie geht es weiter", betonte der Funktionär.

Ohne Schweinsteiger, Neuer und Podolski

Löw hat den Kader im Vergleich zu dem von Anschlägen mit mehr als 120 Toten überschatteten Spiel am vergangenen Freitag in Paris gegen EM-Gastgeber Frankreich um 6 Spieler auf 18 Akteure verkleinert. Nicht mehr im Aufgebot stehen Kapitän Bastian Schweinsteiger, Torwart Manuel Neuer und Lukas Podolski, die von Löw eine Pause bekommen.

Jérôme Boateng und Jonas Hector sind angeschlagen: Boateng am Knie, Hector am Oberschenkel. Leroy Sané reist wie vorab vereinbart zur U 21. Nach der Rückkehr aus Paris hatte Löw die Spieler zunächst nach Hause zu ihren Familien entlassen.

"Der Sport steht jetzt total im Hintergrund", hatte Löw unter dem Eindruck der Ereignisse in Paris gesagt. Gemeinsam mit "den Freunden vom holländischen Fußballverband" werde man sich "einige Aktionen einfallen lassen", um der Partie gegen die Niederlande einen würdigen Rahmen zu verleihen, versicherte Koch.

Nationalspieler unter Schock

Am Wochenende hatte die DFB-Elf eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, um zu den Ereignissen von Paris Stellung zu nehmen. Die Mannschaft musste die Nacht in der Kabine am Austragungsort im Stadion Stade de France verbringen, bevor die Spieler zurück nach Deutschland reisen konnten.

"Wir haben die Nacht im Stadion viel nachgedacht", heißt es in der Mitteilung. "Wir haben uns gefragt, warum so etwas passieren kann? Wie so viel Unmenschlichkeit möglich ist? Antworten haben wir viele gefunden, aber keine, die diese feigen Anschläge erklären kann."

Quelle: ntv.de, mmo/dpa