Fußball

Fliegt Gigant FC Barcelona? DFB-Torhüter kämpfen im CL-Fernduell

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Barcelona-Torhüter Marc André ter Stegen tritt nicht nur gegen Lyon an sondern stellt sich auch im Fernduell dem direkten Vergleich mit Manuel Neuer.

(Foto: imago/PanoramiC)

Parallel zur Partie FC Bayern gegen FC Liverpool muss Titelanwärter FC Barcelona gegen Olympique Lyon um den Einzug ins Viertelfinale der Fußball-Champions-League bangen. Neben den Kontrahenten auf dem Platz treten auch Neuer und ter Stegen im Torhüter-Fernduell gegeneinander an.

Muss sich nach Real Madrid und Paris St. Germain heute mit Barcelona der nächste Titelanwärter aus dem Rennen um den Pokal der Fußball-Königsklasse verabschieden? Im Hinspiel hatte das Team von Ernesto Valverde die Chance gegen den vermeintlich unterlegenen Gegener Olympique Lyon nicht genutzt: Deshalb steht ein 0:0 auf der Anzeige - und das ist weniger gut für die Spanier als für die Franzosen. Denn auf Grund der Auswärtstorregel würde dem französischen Klub jedes Unentschieden mit Toren für den Einzug ins Viertelfinale reichen. Zudem ist der Einsatz von Barcas Flügelstürmer Ousmane Dembelé nach wie vor unklar - er verletzte sich bei der Generalprobe auf das Champions-League-Spiel in der spanischen Primera Division gegen Rayo Vallecano.

Ein Blick in die Vergangenheit könnte Barca jedoch beruhigen. Beim letzten Aufeinandertreffen der beiden Klubs im Champions-League-Achtelfinale 2009 mähten die Rot-Blauen Lyon nach einem Unentschieden im Hinspiel mit 5:2 weg. Allerdings: Olympique erzielte im Hinspiel zum sechsten Mal in Folge in der Champions League ein Remis (zweimal davon in der Gruppenphase gegen die TSG Hoffenheim). Und das würde den Franzosen ja reichen, sofern sie im Camp Nou ein Tor erzielen. Das bedeutet: Alle Last auf den Schultern der deutschen Nummer Zwei, Marc André ter Stegen.

Vor allem der Torhüter will den Sieg unbeding. Der letzte Mann der blau-roten muss nämlich nicht nur das Weiterkommen in der Champions-League nach hinten absichern - er tritt auch im Fernduell gegen Manuel Neuer an, der 1200 Kilometer entfernt für den FC Bayern gegen Liverpool zwischen den Pfosten steht . Denn langsam verliert der Mönchengladbacher die Geduld beim Warten auf den Platz als Nummer Eins Nationaltorhüter unter Joachim Löw.

Ter Stegen will die neue Nummer Eins werden

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Manuel Neuer muss sich seines Konkurrenten erwehren.

(Foto: imago/Andreas Gora)

Vielleicht sollte der Bundestrainer deshalb eher die Champions-League-Konferenz im TV verfolgen, anstatt (erneut) nach München zu reisen. Eine bessere Gelegenheit zum Vergleich seiner Torhüter wird Löw kaum bekommen. Schließlich hat der FC Barcelona vor dem Achtelfinal-Rückspiel (21 Uhr im n-tv.de Liveticker) exakt die gleiche Ausgangslage wie Bayern München - ein Heimspiel nach einer torlosen Auswärtspartie. Dass Barcelona am 19. Februar keinen von den angriffslustigen Lyonern eingeschenkt bekommen hat, das verdanken sie vor allem ter Stegen, der für seine Paraden von den Medien zum wiederholten Mal in dieser Saison gefeiert wurde.

Passend dazu präsentierte die französische Sportzeitung "L'Equipe" am Dienstag die besten fünf Königsklassen-Torhüter - laut ihrer Expertise. Auf Platz zwei hinter Jan Oblak (Atletico Madrid) liegt ter Stegen, Neuer hingegen findet keine Erwähnung. Auf diesen Lorbeeren will sich ter Stegen, der nach der Ausbootung von Thomas Müller, Mats Hummels und Jérôme Boateng auch einen Wechsel im Tor der Nationalmannschaft anstrebt, aber nicht ausruhen. "Wir müssen uns ans Limit bringen", sagte der 26-Jährige mit Blick auf das Rückspiel gegen Lyon: "Natürlich haben wir zu 100 Prozent die Qualität, in die nächste Runde einzuziehen. Aber wir müssen gut verteidigen."

Ter Stegen will "fighten"

Für Barcelona spricht die Heimstärke. Der Spitzenreiter der Primera Division hat keines seiner zurückliegenden 29 Königsklassen-Heimspiele verloren, in 26 davon ging Barca als Sieger vom Platz. Lyon dagegen hat seit neun Jahren kein K.-o.-Duell mehr in der Champions League gewonnen. Das soll nach dem Willen ter Stegens auch so bleiben. Wenn der frühere Gladbacher mit der ein oder anderen Parade dazu beitragen kann - um so besser. "Ich fighte dafür, dass ich gute Leistungen im Klub zeige. Das ist die Voraussetzung, um auch beim DFB den Anspruch stellen zu können", äußerte ter Stegen zuletzt. Die jüngsten Aussagen Löws bestärkten ter Stegen in seinem Streben. Der Bundestrainer, der mit seinem Team in einer Woche gegen Serbien in das Länderspieljahr startet, rief den Konkurrenzkampf zwischen Neuer und ter Stegen aus. Der Barca-Keeper hat seine Ansprüche laut Löw "zu Recht" angemeldet: "Am Ende zählt immer die Leistung."

Neuer hingegen ruht sich noch auf seinen Verdiensten aus. Er fühle sich nicht als "altes Eisen", sagte der 32-Jährige Nationaltorhüter auf die Frage nach seinen Bayern-Kollegen Jérôme Boateng, Mats Hummels und Thomas Müller, die von Bundestrainer Joachim Löw in der vergangenen Woche zu Ex-Nationalspielern erklärt worden waren. Zwar meint er: "Ich weiß, dass die Zeit nicht unbegrenzt ist", sagte Neuer, dennoch  ernannte ihn Löw ihn erst kürzlich zu seiner Nummer Eins bis mindestens zur EM-Endrunde 2020, verkündete aber zuletzt auch verkündet, dass Neuers Herausforderer Marc-André ter Stegen mehr Einsatzzeiten im Tor der DFB-Auswahl erhalten soll - und Löws aktuelle Verjüngungsstrategie scheint gnadenlos.

Quelle: n-tv.de, jho/dpa

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