Fußball

So läuft der letzte Spieltag Der BVB triumphiert über den FC Bayern

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Emma, euphorisiert.

(Foto: imago sportfotodienst)

In einem dramatischen Endspurt siegt Frankfurt beim FC Bayern und verhilft Dortmund zur deutschen Fußballmeisterschaft. Wirklich? Ausgeschlossen ist das nicht. Zumindest ist es am letzten Spieltag der Bundesliga spannend wie lange nicht mehr.

Wer wird deutscher Fußballmeister? Der FC Bayern, der am 34. Spieltag der 56. Saison der Bundesliga gegen Eintracht Frankfurt spielt und die Tabelle mit zwei Punkten und einer nach menschlichem Ermessen nicht aufzuholenden Tordifferenz anführt? Oder überraschend zum ersten Mal seit sieben Jahren doch die Dortmunder Borussia, die bei der Namenscousine in Mönchengladbach antritt? Trainer Lucien Favre jedenfalls ist neuerdings zum Optimisten mutiert und behauptet: "Alles ist noch möglich." So gegen 17.20 Uhr an diesem Samstag wissen wir mehr, bis dahin können Sie alles live ab 15.30 Uhr im Stand-jetzt-Ticker bei n-tv.de verfolgen. Und bis dahin bieten wir Ihnen vier Szenarien für diesen letzten Spieltag an.

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Wer wird Deutscher Meister?

Halten wir fest: Meister wird der BVB nur, wenn er gewinnt und die Bayern verlieren. Fest steht, dass Hannover 96 und der 1. FC Nürnberg absteigen, der VfB Stuttgart spielt am Donnerstag, 23. Mai, und am Montag, 27. Mai (jeweils ab 20.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de), in der Relegation gegen den Tabellendritten der zweiten Liga. Ob das der 1. FC Union Berlin oder der SC Paderborn sein wird, entscheidet sich an diesem Sonntag. Spannend ist die Qualifikation für die internationalen Wettbewerbe. Bayern, Dortmund und RB Leipzig sind dabei, zu vergeben ist die vierte Spielberechtigung für die Champions League. Gladbach und Frankfurt müssten gewinnen, Leverkusen könnte es mit einem Sieg bei der Hertha in Berlin schaffen. Um die drei Plätze in der Europaliga streiten der VfL Wolfsburg (gegen den FC Augsburg), die TSG Hoffenheim (beim 1. FSV Mainz) und der SV Werder Bremen (gegen Leipzig). Und wie geht's aus? Das lesen Sie hier:

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... zwei Niederlagen, nach denen einer trotzdem feiert

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Er spielt mit Leipzig in der kommenden Saison auf jeden Fall in der Champions League: Julian Nagelsmann.

(Foto: imago images / Jan Huebner)

"Wenn wir noch viermal gewinnen, glaube ich, dass wir den vierten Platz haben können", sagte Julian Nagelsmann nach dem 31. Spieltag und einem 5:2 seiner Hoffenheimer auf Schalke. Nun, es kam anders, das steht schon nach drei der vier "Endspiele" fest: Nur ein Pünktchen statt der anvisierten neun holte die TSG. Die Champions League ist nicht mehr zu erreichen - und in Mainz wird Hoffenheim Europa noch ganz verspielen. WM-Finalist Andrej Kramaric sorgte mit Sticheleien gegen den Trainer für Ärger, Kerem Demirbay verkündete seinen Wechsel nach der Saison zu Bayer 04 Leverkusen, beide wirkten auf dem Platz beeindruckend planlos. Hoffenheim wird beim 1. FSV verlieren, der so dem Rhein-Main-Rivalen zur Teilnahme an der Europaliga verhilft. Eine ausgelaugte Frankfurter Eintracht wird in München den Bayern spätestens ab dem 0:3 kurz nach der Halbzeit bei der Meisterfeier zuschauen können, am Ende aber immerhin noch selbst über eine neuerliche Europareise in der kommenden Saison jubeln dürfen. Es hätte auch schlimmer kommen können. Und Hoffenheim verbringt 2019/2020 die Donnerstage vor dem Fernseher.

Tipp: Der FC Bayern wird Meister, Bayer Leverkusen bucht das vierte Ticket für die Champions League. Und die Frankfurter Eintracht, Borussia Mönchengladbach und der VfL Wolfsburg vergnügen sich in der Europaliga.

Anja Rau über …
... einen lachenden Champions-League-Fahrer und einen vergeigten Abschied

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Ein 2:6 zum Abschied? Pal Dardai.

(Foto: dpa)

Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Das alte Sprichwort wird am Samstag wieder aktuell. Und zwar, wenn Bayer 04 Leverkusen als Vierter der Bundesliga-Tabelle die Champions League erreicht. Die direkte Konkurrenz ist nämlich mit etwas ganz anderem beschäftigt: Borussia Mönchengladbach und Eintracht Frankfurt, auf Platz vier und sechs, entscheiden die Meisterschaft mit, wenn sie gegen die Meisterschaftsanwärter Borussia Dortmund und beim FC Bayern spielen. Bayer dagegen hat es deutlich leichter und ist zu Gast in Berlin, bei Hertha BSC. Der Hauptstadtklub plant einen fröhlichen Abschied von Trainer Pal Dardai, aber wehe, man schaut in die Historie. Das Hinspiel gewann Leverkusen mit 3:1, besonders in Erinnerung aber ist der 34. Spieltag der Saison 2016/2017 als Hertha mit 2:6 unterging. Zuletzt haben sich die Berliner zwar mit zwei Siegen aus dem Tief zurückgekämpft, doch Stuttgart und Augsburg sind andere Kaliber als Leverkusen. Das wird Dardai bei seinem Abschied zu spüren bekommen, wenn die Gäste seine Feier vermiesen und ihrerseits die Champions-League-Qualifikation bejubeln werden.

Tipp: Meister wird FC Bayern, der vierte Königsklassenplatz geht an Leverkusen. In die Europaliga schaffen es Mönchengladbach, Frankfurt und Hoffenheim.

David Bedürftig über …
... die einzige Mannschaft, die doch noch nach Europa will

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Doppelpack: Claudio Pizarro.

(Foto: dpa)

Da zeigt Eintracht Frankfurt diese Saison, wie geil die Europaliga sein kann - und doch will sich niemand für Europa qualifizieren? Hoffenheim strauchelt in Mainz, wie der Kollege Erdenberger trefflich beschrieben hat. Der VfL Wolfsburg kommt bei Bruno Labbadias Abschied nicht über ein Unentschieden gegen Augsburg hinaus. Damit ist der Weg frei für den SV Werder: Schon im Hinspiel in Leipzig zeigten die Bremer, dass sie gut mit dem Champions-League-Teilnehmer mithalten können. Die Rasenballsportler wollen die Knochen schonen vor dem DFB-Pokalfinale in einer Woche am 25. Mai gegen den FC Bayern und gehen nicht mehr in jeden Zweikampf mit hundert Prozent. Claudio Pizarro spielt in seinem vielleicht letzten Spiel für Werder (glaubt da wirklich jemand dran?) von Beginn an und knipst gleich doppelt. Beim Torjubel kommen ihm kurz die Tränen. Timo Werner schießt derweil seine beiden letzten Tore für RB. Max Kruse sitzt zunächst verletzt auf der Bank, wechselt sich in Netzeresker Manier kurz vor Spielende selbst ein, trifft zum 3:2 Endstand - und verkündet nach dem Abpfiff seinen Verbleib an der Weser. Bremen steht damit auf dem siebten Tabellenplatz, punktgleich mit Wolfsburg aber mit dem besseren Torverhältnis, und sorgt in der nächsten Saison für Furore in Europa.

Tipp: Dortmund holt sich die Schale. Leverkusen schnappt sich den letzten Champions-League-Platz, Frankfurt, Gladbach und Bremen qualifizieren sich für die Europaliga.

Stefan Giannakoulis über ...
... die Meisterschaft der Dortmunder Borussia

Deutscher Meister wird nur der FCB! Vielleicht. Vielleicht aber kommt es anders und die Münchner geben erstmals seit der Saison 1970/1971 als Tabellenführer den Titel am letzten Spieltag noch aus der Hand. Dabei läuft im ausverkauften Stadion zu Fröttmaning alles nach Plan. Robert Lewandowski erzielt seine Saisontore Nummer 23 und 24, zur Pause führen die Münchner gegen matte Frankfurter mit 2:0. Da stört es keinen großen Geist, dass Borussia Dortmund in Mönchengladbach ebenfalls mit zwei Toren vorne liegt, da Kapitän Marco Reus zweimal trifft. Dann aber fliegt Bayerns Torhüter Sven Ulreich in der 47. Minute nach einer Notbremse vom Platz, Sébastien Haller verwandelt den Elfmeter gewohnt sicher.

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Die Bayern führen nur noch mit 2:1. Und im Tor steht jetzt Ron-Thorben Hoffmann, 20 Jahre alt und im richtigen Leben Regionalligakeeper bei der Reserve. Er macht seine Sache gegen eine wie aufgedreht stürmende Eintracht gut, rettet zweimal gegen Luca Jovic, dem dann in der 83. Minute aber doch der Ausgleich gelingt. In Mönchengladbach ist das Ding durch, zweimal Mario Götze und Axel Witsel haben auf 5:0 für den BVB erhöht. In München läuft die Nachspielzeit, als Serge Gnabry mit dem Ball am Fuß alleine auf das Frankfurter Tor zuläuft - und den Ball in die Arme von Kevin Trapp schiebt. Der schlägt ab, die Kugel landet bei Danny da Costa, der sie hoch in den Strafraum schlägt. Der nach vorne geeilte Martin Hinteregger setzt zum Fallrückzieher an, trifft den Ball nicht richtig - und der Ball plumpst in hohem Bogen über Hoffmann ins Tor. 3:2 für Frankfurt! 3:2? Videobeweis! Im Kölner Keller prüfen sie, ob Hinteregger als Innenverteidiger überhaupt befugt ist, ein Tor zu erzielen. Nach einem halbstündigen Telefonat mit den Experten von Collinas Erben aber steht um 17.53 Uhr fest: Er darf. Und deutscher Meister ist nur der BVB.

Tipp: Rubbel die Katz am Borsigplatz, Leverkusen stürmt mit einem Sieg in Berlin in die Champions League. So bleibt den tapferen Frankfurtern am Ende doch nur die Europaliga, die Mönchengladbacher und die Bremer kommen mit.

Quelle: n-tv.de