Fußball

Kopfverletzungen in Frankfurt Desolate Hertha kassiert sechsfach in Leipzig

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Herthas Abwehrspieler Niklas Stark fasst die Berliner Leistung zusammen.

(Foto: dpa)

Der amtierende Vizemeister RB Leipzig ist mittelmäßig in die Saison gestartet - doch gegen Hertha BSC scheint dem Fußball-Bundesligisten ein Befreiungsschlag zu gelingen. In Leverkusen knackt ein 18-Jähriger die Bestmarke von Köln-Legende Lukas Podolski und in Frankfurt haben die Ärzte viel zu tun.

Eintracht Frankfurt - 1. FC Köln 1:1 (1:1)

Die Remiskönige von Eintracht Frankfurt treten in der Fußball-Bundesliga weiter auf der Stelle. Die Hessen kamen gegen den formstarken 1. FC Köln nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus und stellten mit dem fünften Unentschieden in Serie den Vereinsrekord ein. Trainer Oliver Glasner muss damit auch nach acht Pflichtspielen weiter auf seinen ersten Sieg bei der SGE warten. Rafael Borre (45.+6) verhinderte mit seinem ersten Bundesligatreffer zumindest die erste Heimniederlage seit 476 Tagen. Ellyes Skhiri (14.) hatte die Kölner früh in Führung gebracht. Der Fast-Absteiger der Vorsaison präsentiert sich unter Steffen Baumgart weiterhin stabil. Seit vier Spielen sind die Rheinländer ungeschlagen, das gelang in der schwachen Vorsaison nie.

Ein erster Warnschuss von Sebastian Andersson (4.) flog noch knapp über den Kasten, ehe Skhiri einen Querpass von Jonas Hector mit links vollendete. Auch danach gelang den Hessen erstmal wenig, die erstmals als Doppelspitze aufgebotenen Neuzugänge Borre und Sam Lammers hingen in der Luft. Köln wirkte weiterhin gefährlicher, auch wenn in dieser Phase häufig der letzte Pass nicht ankam.

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In Frankfurt knallte es häufiger im Luftduell.

(Foto: imago images/Jan Huebner)

Nach einer halben Stunde wurde die umkämpfte Partie immer zerfahrener, Frankfurts Erik Durm sowie Kölns Luca Kilian mussten schon vor der Pause mit Kopfblessuren vom Platz. Generell reihte sich nun eine Unterbrechung an die andere, der Ausgleich von Borre in der sechsten Minute der Nachspielzeit war der erste Frankfurter Schuss aufs Tor.

Und das 1:1 wirkte wie eine Befreiung, die Eintracht kam deutlich schwungvoller und zielstrebiger aus der Kabine. Schon nach 54 Sekunden prüfte der starke Filip Kostic Timo Horn aus der Distanz. Frankfurt übernahm nun die Spielkontrolle, ein nach Videobeweis wegen Abseits zurückgenommener Treffer der Kölner von Florian Kainz (54.) kam aus dem Nichts. Vielmehr stand nun immer wieder Horn im Fokus, doch die eingewechselten Daichi Kamada (63.), Jesper Lindström (68.) sowie Martin Hinteregger (69.) vergaben gute Chancen.

TSG Hoffenheim - VfL Wolfsburg 3:1 (1:1)

Der VfL Wolfsburg muss Bayern München vorerst ziehen lassen. Die Niedersachsen verloren 1:3 (1:1) bei der TSG Hoffenheim. Durch die erste Saisonniederlage verpasste es die Mannschaft von Trainer Mark van Bommel, nach Punkten mit dem Spitzenreiter gleichzuziehen. Andrej Kramaric (45.+2), Christoph Baumgartner (73.) und Pavel Kaderabek (81.) trafen für die Hoffenheimer, die nunmehr acht Zähler auf dem Konto haben. Die Wolfsburger verpatzten die Generalprobe für ihr erstes Heimspiel in der neuen Saison der Champions League am Mittwoch gegen den FC Sevilla. Daran änderte auch das Tor von Ridle Baku (25.) nichts.

Die 8523 Zuschauer in der Rhein-Neckar-Arena sahen bis Mitte der ersten Hälfte eine Partie ohne große Höhepunkte. Nationalspieler Baku änderte das in überragender Manier. Der Distanzschuss des früheren Mainzers schlug unhaltbar für Torwart Oliver Baumann im TSG-Tor ein. Allerdings hatten Baumanns Vorderleute dem Außenstürmer, der von Maximilian Philipp bedient wurde, auch zu viel Platz gelassen.

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Sehenswert: Der Treffer von Ridle Baku.

(Foto: imago images/Sportfoto Rudel)

Den Gastgebern fiel in der Offensive wenig ein. Die souveräne Wolfsburger Abwehr hatte meist alles im Griff. Nach rund einer halben Stunde lag sogar der zweite VfL-Treffer in der Luft. Erst gegen Ende der ersten Hälfte sorgte Kramaric für Gefahr vor dem Wolfsburger Tor. Während der TSG-Star in der 39. Minute nur das Außennetz traf, machte er es in der Nachspielzeit per Kopf besser. Der Ausgleich durch das erste Saisontor des kroatischen Vize-Weltmeisters war für die Kraichgauer allerdings schmeichelhaft.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs erhöhten die Wolfsburger die Schlagzahl. Hochkarätige Chancen konnten sich die Gäste allerdings nicht erarbeiten, es fehlte an der Genauigkeit vor dem Tor. Das galt auch für die Konter der Hoffenheimer - bis zum Treffer des Österreichers Baumgartner nach Vorarbeit von Kaderabek.

Bayer Leverkusen - 1. FSV Mainz 05 1:0 (0:0)

Bayer Leverkusen hat sich dank Rekordjäger Florian Wirtz in der Spitzengruppe festgesetzt. Die Mannschaft von Trainer Gerardo Seoane stoppte aufgrund des Treffers des 18 Jahre alten Jungstars (62.) im Verfolgerduell den Lauf der Überraschungsmannschaft FSV Mainz 05 und siegte mit 1:0 (0:0). U21-Europameister Wirtz avancierte mit seinem Tor zum jüngsten Bundesligaspieler mit zehn Treffern, damit löste er Köln-Urgestein Lukas Podolski ab. Durch den vierten Sieg im sechsten Saisonspiel verbesserte sich die Werkself vorübergehend auf Platz zwei. Für Mainz, das zuvor sieben Punkte aus den vergangenen drei Spielen geholt hatte, war es die zweite Niederlage.

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Wirtz ist in herausragender Form.

(Foto: dpa)

Beide Mannschaften suchten vor 16.624 Zuschauern in der Anfangsphase den Weg nach vorne. Gefährlich wurden die Mainzer. Erst war Bayer-Keeper Lukas Hradecky gegen Dominik Kohr zur Stelle (11.), dann eine Minute später bei einem Kopfball von Stefan Bell nach einer Ecke. Es entwickelte sich ein Duell mit Übergewicht für Mainz. Deshalb nutzte Seoane nach rund 20 Minuten eine kurze Unterbrechung und versorgte Demirbay und Karim Bellarabi mit neuen taktischen Anweisungen. Die nächste Chance hatte trotzdem Mainz. Der auf der linken Seite oft angespielte und auffällige Jonathan Burkardt verzog jedoch freistehend.

"Die nach Bayern die zweit- oder drittschwierigste Aufgabe, die es in der Bundesliga momentan gibt" (Svensson) löste Mainz bis zu diesem Zeitpunkt exzellent, vor allem defensiv. Erst im Gegenzug erspielte sich Leverkusen die erste Chance, die direkt in einem Tor resultierte. Schiedsrichter Bastian Dankert entschied zu Recht wegen einer Abseitsstellung des tschechischen Nationalstürmers Patrik Schick auf Abseits. Zuvor hatte Jeremie Frimpong den Pfosten getroffen. Die erhöhte Schlagzahl nahmen die Rheinländer mit in die zweiten Halbzeit. Moussa Diaby (51.) und Bellarabi (53.) scheiterten mit besten Chancen am glänzend aufgelegten Zentner. Dann stand der formstarke Wirtz bei seinem vierten Saisontreffer goldrichtig und schob überlegt ins lange Eck ein.

RB Leipzig - Hertha BSC 6:0 (3:0)

RB Leipzig hat sich gegen seinen Lieblingsgegner den Frust des schwachen Saisonstarts von der Seele geschossen. Der drückend überlegene Vizemeister gewann sein Heimspiel gegen Hertha BSC mit 6:0 (3:0) und beendete die Ergebniskrise sowie die ersten Diskussionen um Trainer Jesse Marsch auf eindrucksvolle Weise. Mehr Siege (9) und Tore (31) als gegen den Berliner Klub hat RB gegen keine andere Bundesliga-Mannschaft vorzuweisen.

Der überragende Christopher Nkunku (16. und 70.), Yussuf Poulsen (23.), Nordi Mukiele (45.+3), Emil Forsberg (60./Foulelfmeter) und Amadou Haidara (77.) krönten mit ihren Toren Leipzigs bislang beste Saisonleistung. Die Vorstellung der Berliner, die nach zuletzt zwei Siegen in Folge erstaunlich wenig Gegenwehr zeigten, erinnerte dagegen stark an das 0:5-Debakel gegen Bayern München.

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Per Freistoß traf Nkunku zum 5:0.

(Foto: REUTERS)

Leipzig schlug gleich zu Beginn ein hohes Tempo an. Schon nach drei Minuten hatte Forsberg das 1:0 auf dem Fuß, doch sein Schuss aufs leere Hertha-Tor, das Keeper Alexander Schwolow bei einem unglücklichen Ausflug verlassen hatte, entschärfte Marton Dardai per Kopf. RB blieb am Drücker und belohnte sich mit der Führung: Nachdem Poulsen den Ball nach einem Pass von Lukas Klostermann geschickt durchgelassen hatte, setzte sich Nkunku kraftvoll gegen Marvin Plattenhardt durch und lupfte den Ball gefühlvoll über Schwolow. Das Tor gab den Hausherren viel Rückenwind, nur sieben Minuten später legte Nkunku bei einem Konter quer auf Poulsen, der mit seinem ersten Saisontreffer auf 2:0 erhöhte.

Pal Dardai reagierte, der Hertha-Trainer stellte zur zweiten Halbzeit auf Vierer-Abwehrkette um und brachte in Dennis Jastrzembski für Vladimir Darida einen linken Flügelspieler. Doch am Spiel änderte sich kaum etwas. Leipzig blieb dominant und erspielte sich nahezu ohne Gegenwehr Chance um Chance. Nkunku, der mit den Berlinern Katz und Maus spielte, wurde bei seiner Auswechslung (74.) frenetisch gefeiert.

1. FC Union Berlin - Arminia Bielefeld 1:0 (0:0)

Union Berlin hat die Festung Alte Försterei erneut erfolgreich verteidigt. Die Eisernen gewannen gegen Arminia Bielefeld denkbar knapp mit 1:0 (0:0) und blieben in der Liga zum 20. Mal in Folge zu Hause ungeschlagen. Das Team von Trainer Urs Fischer hielt damit den Anschluss an die Europapokalplätze, Joker Kevin Behrens (88.) erzielte den späten Siegtreffer. Bielefeld muss derweil weiter auf den ersten Saisonerfolg warten. Überschattet wurde das Spiel von der Verletzung von Unions Timo Baumgartl. Der Nacken des Abwehrspielers wurde nach einem Zusammenprall mit Bielefelds Fabian Klos mit einer Halskrause stabilisiert.

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Nach einer zähen Anfangsphase übernahm Union zunehmend die Initiative. Die Arminia kam kaum ins letzte Drittel. Ein Distanzschuss von Alessandro Schöpf (24.) war in der ersten Halbzeit die beste Gelegenheit für die Gäste - bezeichnend. Das Niveau des Spiels flachte zunehmend ab, dann wurde es still im Hexenkessel Alte Försterei. Nach einem Zusammenprall mit Klos blieb Abwehrspieler Baumgartl im Strafraum liegen. Der 25-Jährige wurde minutenlang medizinisch behandelt und letztlich unter Applaus mit einer Halskrause auf einer Trage vom Feld gebracht. Zum Zustand Baumgartls teilten die Berliner zunächst nichts mit.

Union reagierte mit Offensivdrang auf den Schockmoment. Allerdings fehlte den Eisernen weiter die Präzision vor dem Tor. Nach dem Seitenwechsel begegneten sich beide Teams aus Augenhöhe. Union blieb dabei weiter zu ungenau, Bielefeld dagegen wurde gefährlicher. Klos (59.) und Robin Hack (61.) scheiterten knapp. Kurz vor Schluss gelang dem eingewechselten Behrens, vor der Saison aus Sandhausen gekommen, der goldene Treffer aus spitzem Winkel.

Quelle: ntv.de, tsi/sid

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