Fußball

Dortmund quält sich im DFB-Pokal FC Bayern gibt sich gegen FCA keine Blöße

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Machte in der Nachspielzeit den Deckel für die Bayern drauf: David Alaba.

(Foto: imago/ActionPictures)

Keine Sensation, aber knapp vorbei: Borussia Dortmund braucht gegen Union Berlin das Elfmeterschießen, um ins Achtelfinale des DFB-Pokals einzuziehen. Der FC Bayern ist da abgezockter. Schalke und Köln sind ebenfalls weiter.

FC Bayern München - FC Augsburg 3:1 (2:0)

Spaziergang statt Schwerstarbeit: Der FC Bayern hat ohne Mühe das Achtelfinale im DFB-Pokal erreicht und Teil eins seiner Augsburg-Woche erfolgreich absolviert. Die klar überlegenen Münchner gewannen das bayerische Derby gegen einen harmlosen FCA knapp, aber verdient 3:1 (2:0), sie taten dabei nur das Nötigste. Am Samstag (15.30 Uhr im n-tv.de Liveticker) kommt es in der Bundesliga in Augsburg zum erneuten Aufeinandertreffen der beiden Konkurrenten.

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Fängt nun auch noch an, Tore zu schießen: Philipp Lahm (r.)

(Foto: imago/MIS)

Bereits in der zweiten Minute brachte Kapitän Philipp Lahm den Rekordmeister, der sich in den letzten Jahren gegen den FCA meist sehr schwer getan hatte, auf Siegkurs. Julian Green gelang in der 41. Minute das 2:0. Dong Won Ji verkürzte noch auf 1:2 (68.). Zuvor war Ja-Cheol Koo mit einem Foulelfmeter an Bayern-Keeper Manuel Neuer gescheitert (48.). Auf der anderen Seite schoss Thomas Müller einen Handelfmeter (57.) über das Tor. David Alaba (90.+3) setzte den Schlusspunkt.

Emotionaler Höhepunkt einer einseitigen und langweiligen Partie war die Einwechslung von Holger Badstuber (81.). Der 27-Jährige, der seit Jahren mit diversen Verletzungen zu kämpfen hat, absolvierte sein erstes Pflichtspiel seit knapp neun Monaten. Der FCA schied damit im Pokal zum dritten Mal seit 2012 frühzeitig gegen den FC Bayern aus und kann sich ab sofort auf den Kampf um den Klassenerhalt konzentrieren. Die Münchner, seit 2000 immer mindestens im Achtelfinale vertreten, dürfen indes weiter vom Triple träumen.

Bayern-Trainer Carlo Ancelotti änderte seine Startelf nach dem 2:0 gegen Gladbach auf sechs Positionen. So saßen Robert Lewandowski, Arjen Robben, Xabi Alonso, Arturo Vidal und Alaba zunächst nur auf der Bank. Douglas Costa war gar nicht im Kader. Von der Tribüne aus erlebte der Brasilianer einen Blitzstart seiner Mannschaft. Nach Ballverlust von Christoph Jancker und Pass von Thomas Müller zeigte Rechtsverteidiger Lahm, dass er auch über Offensivqualitäten verfügt. Mit einem Flachschuss aus spitzem Winkel ließ er Marwin Hitz im FCA-Tor keine Chance.

Mit der frühen Führung im Rücken agierten die Münchner dominant, allerdings ohne das nötige Tempo, um die äußerst defensiv agierenden Gäste noch stärker in Bedrängnis zu bringen. Erst kurz vor der Pause war Green nach Flanke von Müller mit dem Kopf zur Stelle. Nach dem Wechsel änderte sich das Spiel kaum. Der FC Bayern spulte sein Pensum ohne großen Aufwand herunter. Augsburg unternahm wenige Anstrengungen, nach vorne zu spielen. Ausnahme war der Anschlusstreffer von Ji, der Weltmeister Jerome Boateng schlecht aussehen ließ.

Borussia Dortmund - 1. FC Union Berlin 3:0 n.E. (1:1, 1:0)

Dank Roman Weidenfeller hat sich Borussia Dortmund in einem Elfmeterkrimi gegen den aufstrebenden Zweitligisten Union Berlin durchgesetzt und in letzter Sekunde das Pokal-Achtelfinale erreicht. Nach einer zähen Vorstellung und einem 1:1 (1:1, 1:0) nach Verlängerung führte der Revierklub erst durch ein 3:0 im Elfmeterschießen eine Entscheidung herbei und darf nun weiter auf die fünfte Endspiel-Teilnahme innerhalb von sechs Jahren hoffen. Held des Abends war Keeper Weidenfeller, der zwei Elfmeter parierte. Allerdings bereitete der Außenseiter aus Berlin dem hohen Favoriten vor 79.037 Zuschauern ungeahnte Probleme, kurz vor Ende der regulären Spielzeit glich Steven Skrzybski (81. Minute) die Dortmunder Führung durch ein Eigentor von Michael Parensen (44.) aus.

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Und plötzlich stand es Unentschieden - Union Berlin glich spät aus.

(Foto: dpa)

BVB-Coach Thomas Tuchel machte seinem Ruf als Rotations-Freund abermals alle Ehre. Im Vergleich zum 3:3 in Ingolstadt vier Tage zuvor nahm er sechs Änderungen in der Startelf vor. Das war allerdings nicht zuletzt der Tatsache geschuldet, dass zehn verletzte Profis fehlten. So kam der zuletzt von Tuchel verschmähte Nuri Sahin zu seinem ersten Saisoneinsatz. Darüber hinaus debütierte der 18 Jahre Jacob Bruun Larsen aus der U19-Mannschaft im Profi-Team. Für die erste Aufregung sorgten jedoch einige Gäste-Fans bereits vor dem Spiel, als sie versuchten, ein Eingangstor des Stadions zu stürmen. Das machte einen Polizeieinsatz nötig und verzögerte den Anpfiff um 15 Minuten.

Unbeeindruckt von diesen Störungen übernahm der Bundesligist nach Spielbeginn erwartungsgemäß die Regie. Frühe Chancen von Aubameyang-Ersatz Adrian Ramos (7./21.) und von Mario Götze (18.) blieben jedoch ungenutzt. Mit der Unterstützung von rund 10.000 Fans setzte allerdings auch der Zweitliga-Zweite aus Berlin Akzente im Spiel nach vorn, brachte sich aber durch ungenaue letzte Pässe um klare Chancen.

Mit zunehmender Spielzeit schien der Respekt des Außenseiters aus Berlin vor dem Gegner und der ungewohnt großen Kulisse zu schwinden. Dennoch bestimmte der BVB weiter das Geschehen. So bewahrte Union-Torhüter Daniel Mesenhöler sein Team mit zwei Glanzparaden bei Fernschüssen von Götze (37.) und Sahin (42.) zunächst vor einem Rückstand. Doch beim Eigentor durch Parensen war auch er machtlos. Kurz vor der Pause beförderte der Berliner Mittelfeldspieler den Ball nach Flanke von BVB-Debütant Larsen ins eigene Netz.

Nach Wiederanpfiff ließ es die Borussia zunächst gemächlicher angehen. Weil auch den Berlinern wenig einfiel, um die Dortmunder Abwehr ins Wanken zu bringen, hatten Torchancen Seltenheitswert. Einem Treffer des Berliner in der 70. Minute verweigerte der Schiedsrichter aufgrund einer Abseitsstellung zu Recht die Anerkennung, doch neun Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit trafen die Hauptstädter doch noch. In der Verlängerung spielten die Dortmunder zwar nach vorn, agierten aber zu einfallslos. So musste die Entscheidung im Elfmeterschießen fallen.

1. FC Nürnberg - FC Schalke 04 2:3 (0:3)

Der FC Schalke 04 hat seinen Aufwärtstrend auch im DFB-Pokal bestätigt und dank eines erzitterten Auswärtssieges beim 1. FC Nürnberg das Achtelfinale erreicht. Die Mannschaft von Trainer Markus Weinzierl setzte sich 3:2 (3:0) durch, musste trotz einer völlig gefahrlosen ersten Stunde im Finish aber bangen. Doppeltorschütze Jewgeni Konopljanka (20./45. Minute) und Klaas-Jan Huntelaar (31.) hatten den Fußball-Bundesligisten verdient zu einem vermeintlich beruhigenden 3:0 geschossen.

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Schalkes Jewgeni Konopljanka erzielte zwei Treffer - diesen zum 3:0 kurz vor der Halbzeitpause.

(Foto: imago/Zink)

Dann aber machten es Abdul-Rahman Baba mit einem Eigentor (59.) und Tobias Kempe per Foulelfmeter (68.) vor 28.281 Zuschauern noch einmal spannend. Der fünfte Schalker Sieg innerhalb der jüngsten sechs Pflichtspiele geriet erst am Ende in Gefahr, nachdem die Partie eigentlich schon entschieden schien. Souverän bestimmten die Gelsenkirchener lange Zeit das Geschehen, warteten geduldig auf ihre Chancen und zeigten sich abschlussstark. Die Nürnberger rannten fast nur hinterher und hatten spielerisch nichts entgegenzusetzen. Eine Slapstick-Aktion von Baba und ein Strafstoß brachten den Zweitligisten zwar noch einmal zurück ins Spiel - dennoch wurde es letztlich nichts mit dem erneuten Einzug in die Runde der letzten 16 Teams.

Nach einer ausgeglichenen ersten Viertelstunde strahlten die Schalker immer größere Dominanz aus. Konopljanka hätte nach einem schönen Pass von Max Meyer schon nach 16 Minuten die Führung erzielen können, scheiterte aber am stark reagierenden Thorsten Kirschbaum. Kurz darauf war der jüngst starke Nürnberger Schlussmann gegen den Ukrainer erstmals machtlos - wieder auf Vorarbeit von Meyer. Dessen Hereingabe stichelte Konopljanka ins Netz. Die Franken präsentierten sich zunächst unbeeindruckt, hätten bei einer Kontersituation (24.) sogar fast den Ausgleich erzielt, wenn Kempes Flanke den freistehenden Miso Brecko erreicht hätte.

Stattdessen legte Schalke nach: Eine starke Einzelaktion von Junior Caicara, der gleich mehrere Gegenspieler düpierte, vollendete Huntelaar aus kurzer Distanz. Nur wegen des verletzungsbedingten Fehlens von Breel Embolo und Franco Di Santo war der zum Ersatzmann degradierte Niederländer überhaupt in die Startelf gerückt. Noch vor der Pause legte Schalke den dritten Treffer durch Konopljanka nach, doch mit dem Kräfteschonen für das Bundesliga-Revierderby am Samstag in Dortmund wurde es nichts. Zunächst bugsierte Baba Kempes Schuss unnötig ins eigene Tor, kurz darauf foulte Junior Caicara Behrens im Strafraum, und Kempe verwandelte den fälligen Elfmeter. Nürnberg witterte neue Hoffnung, hatte mehrere Chancen - erzielte aber kein drittes Tor.

1. FC Köln - 1899 Hoffenheim 2:1 n.V. (1:1, 1:1)

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Kölns Anthony Modeste widmete sein entscheidendes Tor dem verletzten Mitspieler Leonardo Bittencourt.

(Foto: imago/mika)

Anthony Modeste hat den 1. FC Köln im ersten Pokal-Heimspiel seit fast sechs Jahren ins Achtelfinale geführt. Der französische Top-Torjäger entschied das Zweitrundenduell der Bundesliga-Überraschungsteams gegen 1899 Hoffenheim mit seinem Tor zum 2:1 (1:1, 1:1) nach Verlängerung. Zum vierten Mal in den vergangenen fünf Jahren stehen die Kölner damit in der Runde der besten 16.

Benjamin Hübner (8.) hatte im Anschluss an einen Eckball per Kopf für die frühe Hoffenheimer Führung gesorgt, der FC konterte durch einen sehenswerten Freistoßtreffer von Marcel Risse (36.). In der Verlängerung avancierte Modeste (91.) zum Helden des Abends.

Kölns Trainer Peter Stöger musste beim ersten Pokal-Heimspiel seit 2135 Tagen auf das verletzte Offensiv-Duo Yuya Osako und Leonardo Bittencourt verzichten. Er brachte dafür Artjoms Rudnevs im Sturmzentrum und Simon Zoller auf der linken Seite. Die beiden hatten aber zunächst ebenso wenig Bindung zum Spiel wie Torjäger Modeste, da Hoffenheim mit dem Ex-Kölner Kevin Vogt in der Abwehrzentrale hervorragend verteidigte und kaum Lücken anbot. Bei eigenem Ballbesitz wartete 1899 geduldig auf Räume und schaltete dann immer wieder schnell um. So wirkte das Team von Trainer Julian Nagelsmann gerade in der Anfangsphase ballsicherer und abgezockter.

Hübner nutzte gleich die erste Chance der Partie zum 1:0, das den Gästen in die Karten spielte. Der FC, bei dem Nationalspieler Jonas Hector wieder ins Mittelfeldzentrum gerückt war, hatte anfangs große Mühe, strukturiert nach vorne zu spielen. Immer wieder schlichen sich Abspielfehler ein - zu Torchancen wie durch Konstantin Rausch (27.), Modeste und Kapitän Matthias Lehmann (beide 31.) kam der FC meist nach Einzelaktionen. Der aufmerksame TSG-Keeper Oliver Baumann war bei den Distanzschüssen aber zur Stelle.
Köln kämpfte sich aber nun immer besser in die Partie, und wenig später war auch Baumann geschlagen: Risse schoss einen Freistoß aus knapp 30 Metern unhaltbar in den Winkel, und Modeste (42.) hätte fast das 2:1 besorgt.

In der zweiten Halbzeit erhöhte der FC den Druck immer mehr, während Hoffenheim das große Risiko scheute. Immer wieder brachte der starke Risse den Ball scharf vors Tor, Modeste (56.), Pawel Olkowski (61.) und Risse (76.) hatten weitere Chancen. Auf der Gegenseite war Timo Horn bei Nadiem Amiris Schuss (66.) zur Stelle. Daran änderte sich auch im weiteren Verlauf der Partie nichts - der FC investierte viel und hatte mehr Ballbesitz. Hoffenheim verteidigte geschickt und lauerte auf die eine entscheidende Aktion. Fast folgerichtig ging es mit dem 1:1 in die Verlängerung. Kaum hatten die zusätzlichen 30 Minuten begonnen, stand Modeste goldrichtig und drückte den Ball aus wenigen Metern über die Linie.

Quelle: ntv.de, rpe/dpa/sid

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