Fußball

So läuft der 4. Spieltag, Teil I Für Bruno wird's im Breisgau brenzlig

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TORero außer Dienst.

(Foto: imago/Thomas Frey)

Der BVB klatscht einen Gegner nach dem anderen vor die Wand. Wolfsburg will sich das nicht gefallen lassen und die schwarzgelben Kommerz-Hämatome auffrischen. Der HSV hat mal wieder Probleme und einem Trainer fehlt das Verständnis.

Was macht der FC Bayern?

Der FC Bayern war nicht auf der Wies'n. Das sagt doch eigentlich alles, oder? Statt Tracht und trinken gibt's Training und Taktik. Das Spiel der Münchener gegen Ingolstadt (3:1) war laut den Kollegen vom "Kicker" anfällig und unreif. Unsere Redaktion hat diese Erkenntnis so aufgeschreckt, dass wir gestern einen panischen Hilferuf über den Äther gesendet haben. Der FC Bayern, die einzige Konstante im deutschen Fußball, soll wackeln wie ein Lämmerschwanz? Und das ausgerechnet vor dem Topspielkracher gegen die Hertha, jaja, Tatsache, aus Berlin. Gott bewahre! Sind die Zeiten nicht trubelig genug? Für wahr. Ist also dringend nötig, die heilige Säule im Oberhaus zu stützen. Obwohl, so dringend nun auch wieder nicht. Schlafen wir lieber nochmal eine Nacht drüber.

Wie läuft's bei Borussia Dortmund?

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Läuft derzeit.

(Foto: imago/Thomas Bielefeld)

F A N T A S T I S C H. Zumindest gegen Gegner, die sich fußballerisch ein kleines bisschen schwer tun. Erst verprügelte der BVB mit einem blendend aufgelegten Mario Götze Champions-League-Rückkehrer Legia Warschau in dessen atmosphärisch etwas verrohter Heimspielstätte. Dann klatschte die Kleine-Jungs-Elf von Thomas Tuchel die "Lilien" aus Darmstadt vor die gelbe Wand. In Zahlen: 0:6 (wegen auswärts, Sie verstehen) und 6:0. Das war wohliger Balsam auf die von den Leipziger Bullen verpassten Kommerz-Hämatome. Nun aber droht neues Ungemach, denn ebenso hungrig wie die wilde Herde aus Sachsen ist das Wolfsrudel des VfL. Und die fühlen sich den Schwarzgelben durchaus gewachsen. "Bei allem Respekt, ich glaube dass wir besser sind", sagt Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking, meinte damit aber die letzten beiden Gegner der Borussia. Und defensiv ist das vermutlich richtig. Denn zusammen mit dem 1. FC Köln sind die Niedersachsen noch ohne jeden Gegentreffer in der Liga. Dafür tun sie sich mit der Erfüllung eines für den Sieg zwingend erforderlichen Arbeitsauftrags noch sehr schwer: dem Tore schießen, erst zwei Treffer gab es in der Liga. Das liegt auch an Stürmer Mario Gomez. Der hatte zwar gegen Hoffenheim eine üppige Zahl an Gelegenheiten, um sich in der Liga anzumelden, machte aber nix draus. Kassierte stattdessen eine doppeltdicke Pobacke. Schlimm findet er das (Chancenvergeben) allerdings nicht (außer natürlich das seine Mannschaft durch das fleißige Auslassen den Sieg verpasst hat). Trifft er halt beim nächsten Mal, also gegen den BVB …

Wo wird's brisant?

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Läuft derzeit nicht.

(Foto: dpa)

Tja, jetzt werden wir Sie überraschen! Im Breisgau nämlich. Dort, wo es eigentlich nie brisant wird. Egal, ob der Klub nun erfolgreich ist oder eben nicht. In der badischen Idylle ist's halt geruhsam. Doch dieser Hort der Ruhe, Harmonie und Gelassenheit wird nun von gewaltigen Schockwellen aus der Elbe überspült. Der Hamburger SV ist zu Gast, einer dieser verspotteten Traditionsklubs. Und die im Sommer mit Investoren-Millionen gepimpte Truppe (beste Grüße an Leipzig) tummelt sich nach 270 Liga-Minuten mal wieder in gefährlichsten Gefilden. Bis auf Platz 16 (auf den Quasi-Stammplatz) hat sich die Mannschaft nach unten durchgekickt. Und schon schrillt wieder der Alarm durch die Hansestadt. Käpt'n Labbadia wird offenbar kaum noch zugetraut, den ältesten Kahn der Liga sicher durch das aufgewühlte Wasser zu manövrieren. Nach dem ziemlich verbockten Start sollen sich bei Investor und HSV-Dauerlebensversicherung Klaus-Michael Kühne bereits die ersten Kandidaten für die Nachfolge von Trainer Bruno Labbadia ins Spiel bringen. Während sich die Fans mental schon von ihrem Relegations-Retter losgesagt haben (Zustimmung laut "Morgenpost"-Umfrage nur noch 32 Prozent), und der Coach auch bei Wettanbietern als absoluter Top-Tipp für die nächste Entlassung gilt, knallt's offenbar auch im Vorstand. Ein öffentliches Ultimatum gibt es zwar nicht, doch ein klares Bekenntnis zu Labbadia blieb nach dem 0:4-Heimdebakel gegen Aufsteiger RB Leipzig aus. Man sei "sehr unzufrieden" mit den Ergebnissen, sagte Vorstandschef Dietmar Beiersdorfer. Die Kritik am Trainer sei daher "normal". Immerhin: Ehrlich sind'se an der Elbe.

Wo wird's kuschelig?

Machen wir's kurz. Nicht in der Bundesliga. Den Rest überlassen wir Ihnen. Falls Sie einen Tipp brauchen: Schalten Sie ab 20.15 Uhr den Hessischen Rundfunk ein, hier gibt's "Herrliches Hessen – Unterwegs in und um Butzbach". Klingt doch ganz gemütlich, wa?

Was ist sonst noch so los?

Herrje, die nächste Enttäuschung. Wieder nix. Wobei: In Liga zwei steigt ab 17.30 Uhr der Westknaller zwischen Fortuna Düsseldorf und dem VfL Bochum. Überzeugt? Nicht? War ja auch nur ein Versuch.

Der n-tv.de-Geheimtipp des Spieltags

Jetzt können wir wieder punkten: Herrliches Hessen! Der SV Darmstadt empfängt 1899 Hoffenheim. Die vom BVB gerupften "Lilien" gegen die gierigen Nagelsmänner. Die sind noch ungeschlagen in der Liga, aber auch noch ohne Sieg. Das ist ärgerlich. Hat aber vielleicht einen Grund. Die Grundordnung. Sie verstehen nicht? Glückwunsch, dann begegnen sie dem Coach der Kraichgauer (und uns, aber das ist nicht so wichtig) auf Augenhöhe. "Diese Grundordnungen - ich erkenne sie selber gar nicht. Nicht bei mir, sondern wenn ich Fußball schaue", sagte der 29-Jährige bei einer Pressekonferenz. "Ich guck bei Sky Champions League, da steht dran: Ja, Juve spielt 3-5-2. Da sag' ich immer: Aha, wo? Das seh' ich gar nicht." Beim Anstoß könne man die Taktik erkennen, dann würden die Zuschauer sie im schlechtesten Fall zweimal im Spiel und im besten Fall achtmal oder zehnmal sehen. "Mir ist es relativ egal, wie die Grundordnung aussieht. Auch die Spieler haben da mittlerweile nicht mehr den Fokus drauf, ob da ein 4-2-3-1, ein 4-1-2-3 oder was auch immer steht", philosophiert Julian Nagelsmann seine Vorgehensweise. Es gehe ihm um die Prinzipien und nicht über drei oder vier Zahlen in den vier Ebenen. Für die Fans und Zuschauer seien solche Grundordnungen immer sehr plakativ, ein Bild, unter dem man sich was vorstellen könne. "Aber ich glaube, in der Trainergilde wird das nicht so hochgehängt. Das sind immer Nuancen von fünf oder zehn Metern, ob es ein 4-4-2 oder 4-3-2-1 ist." Verstanden? Wir nicht. Mal gucken, wie es Darmstadt geht. Anpfiff (wie überall) ist um 20 Uhr (live im n-tv.de Ticker).

Quelle: ntv.de