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FC Bayern meldet: "Alles gut!" Heynckes wehrt Vergleich mit Triple-Jahr ab

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"Für mich geht man da zu weit": Jupp Heynckes.

(Foto: imago/DeFodi)

Beim FC Bayern sind sie mit sich und der Welt zufrieden. Trainer Jupp Heynckes räumt zwar "kleine Handicaps" ein. Ansonsten aber lautet das Fazit nach dem Trainingslager in Katar unisono: voller Erfolg. Nur Mats Hummels und Robert Lewandowski können nicht mitmachen.

Sandro Wagner bejubelte bei seinem Debüt für den FC Bayern gleich sein erstes Tor, Arjen Robben traf auf Anhieb beim Comeback, und überhaupt sind die Münchner mit sich und der Welt zufrieden. Das 6:0 (1:0) im Testspiel gegen den katarischen Fußball-Erstligisten Al-Ahli SC war der Schlusspunkt eines intensiven Trainingslagers in Katar. Trotz "kleiner Handicaps" trat Jupp Heynckes nach der achten und letzten Übungseinheit zufrieden und optimistisch den Rückflug nach Deutschland an. "Wir haben hier überragende Bedingungen vorgefunden. Es macht großen Spaß, mit der Mannschaft zu arbeiten", resümierte der Trainer. Er rühmte Engagement, Trainingseinsatz und Motivation seiner Spieler beim kurzen Aufenthalt in Doha.

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"Das sind alles sehr gute Spieler, das macht es einem sehr leicht": Sandro Wagner.

(Foto: imago/DeFodi)

Nationalstürmer Wagner erzielte am Samstagabend vor 1500 Zuschauern mit dem Kopf das einzige Tor vor der Pause. "Mit der nötigen Frische hätten wir noch das eine oder andere Tor mehr machen können", sagte der Zugang aus Hoffenheim. Der 30-Jährige war sofort gut eingebunden ins Offensivspiel. "Ich brauche nicht so lange, um hier integriert zu werden. Das sind alles sehr gute Spieler, das macht es einem sehr leicht", sagte er. "Alles gut!" So lautete auch das Fazit von Robben, der nach seiner Verletzungspause zum Ende der Hinrunde wie 20 der 21 eingesetzten Akteure 45 Minuten zum Einsatz kam.

Tolisso, Robben, Coman, Dorsch und Süle erhöhten zum standesgemäßen Sieg. "Wir haben sehr intensiv und konzentriert gearbeitet", sagte Robben, aber erst der kommende Freitag zähle: "Das war alles schön und gut hier, aber es geht um das Spiel gegen Leverkusen." Den Rückrundenstart in der Bundesliga beim Tabellenvierten (ab 20.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) nimmt der Spitzenreiter ernst - trotz der elf Punkte Vorsprung auf den FC Schalke 04. Den Vergleich mit 2013, als Heynckes die Bayern auch in Katar auf das Triple vorbereitete, wehrte er ab. "Für mich geht man da zu weit. Im Winter 2013 haben wir auch die Bundesliga angeführt, aber da hat man noch nicht gewusst, welche Entwicklung die Mannschaft nimmt."

Was wird aus Robben und Ribéry?

Klar ist, dass sie auch 2018 zu Titeln führen soll. "Für mich wäre es schon ein großer Erfolg nach dem Start, den Bayern München in dieser Saison gehabt hatte, wenn wir deutscher Meister werden", sagte Heynckes. In Europa legt er die Messlatte unterhalb des Endspiels an: "Erfolgreich ist für mich in der Champions League schon, wenn man das Halbfinale erreicht. Wenn man erfolgreich sein will, müssen alle die Spieler, die wichtig für den großen Fußball sind, fit sein." Das ist aber nicht der Fall: Nationaltorwart Manuel Neuer nach seinem Mittelfußbruch und Mittelfeldspieler Thiago Alcántara mit einer Muskelverletzung fallen noch länger aus.

Torjäger Robert Lewandowski hat Probleme an der Patellasehne und Abwehrspieler Mats Hummels plagen Schmerzen an den Adduktoren. Beide konnten in Doha kein einziges Mal mit dem Team trainieren. Sie sollen in München wieder einsteigen. Aber ob es schon für Leverkusen reichen wird? Der Aufenthalt in Katar war auch wichtig für den Teamgeist, der zu einem neuen Triple-Gefühl beitragen soll. "Dass wir ein top Topfavorit in der Champions League sind, dafür fehlt noch was", sagte Weltmeister Jérôme Boateng. Erster Gegner in der K.-o.-Phase ist der türkische Meister Besiktas im Achtelfinale. Das Hinspiel steigt am 20. Februar in München, das Rückspiel in Istanbul dann erst am 14. März. Boateng setzt auf eine stetige Entwicklung: "Wie in den Jahren zuvor ist die Mannschaft die Stärke und nicht der eine Superstar." Heynckes wird im Winter keinen Profi ziehen lassen, auch nicht Arturo Vidal zum FC Chelsea. "Es wird im Januar überhaupt kein Spieler abgegeben."

Die langjährigen Topspieler Arjen Robben und Franck Ribéry, 33 und 34 Jahre alt, deren Verträge auslaufen, gehen mit einer offenen beruflichen Zukunft in die Rückserie. "Der Verein muss machen, was er denkt, was gut ist", sagte Robben nach dem Test gegen Al-Ahli. Heynckes setzt noch einmal auf die beiden. "Sie haben Großartiges über viele Jahre beim FC Bayern geleistet. Ich bin felsenfest überzeugt, dass sie noch eine gute Rückrunde spielen werden." Was dann im Sommer geschehe, liege nicht mehr in seinen Händen: "Das ist in der Entscheidungsgewalt des Klubs."

Quelle: n-tv.de, Klaus Bergmann, dpa

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